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Low-Tech-Muttersein

1 Kommentar

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2000
Low-Tech-Muttersein – ist gesünder, sicherer, billiger … und einfacher!
Für ein neues Baby zu sorgen, ist viel schwieriger und gleichzeitig viel einfacher, als Sie sich vorstellen, wie es sein wird.

Schwieriger, weil Ihr Baby Sie wesentlicher stärker brauchen wird, als Ihnen klar ist.

Einfacher, weil viele Rituale der Flasche fütternden Generationen völlig unnötig sind.

Hier sind einige der Dinge, die Sie NICHT tun müssen:

Lernen das Schreien Ihres Babys zu unterscheiden. Die meisten stillenden Mütter lernen dies nie. Es ist auch nicht nötig.

Bieten Sie bei den ersten Anzeichen von Unwohlsein Ihres Babys jedes Mal sofort die Brust an! Wenn es nicht funktioniert, versuchen Sie etwas anderes.

Und als nächstes bieten Sie einfach wieder die Brust an. Denn Stillen löst neben Hunger auch eine Vielzahl von anderen Problemen eines Babys.

Das Baby täglich baden. Babys werden staubig, nicht schmutzig.

Den einzigen schmutzigen Bereich Ihres Babys werden Sie beim Windelwechsel säubern. Ansonsten machen Sie das, was Ihnen beiden Spaß macht.

Manche Babys werden fast nie gebadet … und sind froh darüber.

Andere lieben es wirklich fast täglich zu baden.

Um das Baden noch einfacher zu machen, gehen Sie zusammen mit Ihrem Baby in die Badewanne.

Einen festen Zeitplan aufstellen. Babys sind flexibel und gut zu transportieren.

Sie schlafen in Ihren Armen, auf Ihrem Schoß oder unterwegs wunderbar und teilen Ihnen mit, wenn sie Sie brauchen.

Vielleicht stellt Ihr Baby seinen eigenen Zeitplan auf, vielleicht auch nicht.

Egal wie, es wird sich wieder ändern, also warum sollten Sie sich darüber Sorgen machen?

Babyausstattung kaufen. Alles, was Ihr Baby wirklich braucht, sind Windeln, Kleidung und einen Autositz.

Ein gestilltes Baby braucht keine Flaschen, Schnuller oder ein eigenes Fach im Kühlschrank.

Ihre Arme sind ein viel besserer Begleiter als Herzschlag-Teddys, Schaukeln, Karren oder ein Aktivity-Center.

Und nicht das erste Baby hat schon tagsüber friedlich in einem Wäschekorb und nachts bestens mit seiner Mama und seinem Papa geschlafen.

Um zwei Uhr nachts zum Füttern aufstehen. Behalten Sie einfach Ihr Baby nahe bei sich, wenn Sie möchten in Ihrem Bett, und drehen Sie sich zur Seite, um es zu stillen, noch bevor einer von Ihnen richtig aufwacht.

Mit etwas Übung werden Sie sich daran gewöhnen.
(Nein, Sie werden sich nicht auf Ihr Baby legen. Wann sind Sie das letzte Mal aus dem Bett gefallen? Sie werden genauso auf Ihr Baby achten, wie Sie auf den Rand Ihres Bettes achten.
Vorausgesetzt, Sie haben keinen Alkohol oder Drogen zu sich genommen.)

Im Dunkeln die Windeln wechseln. Eines der bestgehüteten Geheimnisse der Babypflege ist, dass man die Windeln des Babys nachts nicht wechseln muss, wenn es ihm nichts ausmacht, nass zu sein.

Wenn Sie Stoffwindeln verwenden, nehmen Sie nachts eine doppelte Einlage und niemand muss vor dem Morgen aus dem Bett.
(Wenn es häufigen Stuhlgang oder einen wunden Po hat, sollten Sie es selbstverständlich sauber und trocken halten.)

Sich um die Babyernährung sorgen. Frauenmilch ist alles, was von der Natur für ein menschliches Baby etwa im ersten halben Jahr vorgesehen ist.

Wenn Sie warten, bis es sitzen und sich mit den Fingern beim Essen selbst bedienen kann, vermeiden Sie Schwierigkeiten beim Füttern – und die Kosten – von Babygläschen.

Geld für Stillkleidung ausgeben. Die meisten von uns tragen einfach die zweiteilige Kleidung, die wir schon haben.

Ziehen Sie zum Stillen den Saum an einer Seite hoch, das Baby bedeckt alle nackten Stellen.

Tragen Sie nachts ein vorn geknöpftes Nachthemd oder ein kurzes Oberteil.

Alles, was Ihr Baby braucht, sind Sie und Ihre Arme.
Jeder Ersatz ist nur kostspielig. Das Original ist unbezahlbar.

Original: Low-Tech Mothering – it’s healthier, safer, cheaper… and easier! von Diane Wiessinger, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Dezember 2004
Foto: Polimerek (Own work) via Wikimedia Commons

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

Ein Kommentar

  1. zum windel thema: windelfrei gibt’s ja auch noch..

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