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Lange Stillzeit trotz Stillhütchen

10 Kommentare

Es gibt leider so wenig über das Stillen mit dem Stillhütchen zu lesen, da wollte ich meine Erfahrungen mit anderen teilen.

Diese Seite mit all den tollen Berichten, hat mir viel Kraft und Unterstützung in schwierigen Zeiten gegeben. Danke Frau Gresens für diese tolle Seite.

Mein Sohn war ein absolut lang ersehntes Kind. Mir kam es nicht mal in den Sinn, ihn nicht zu stillen. Ohne viele Infos vorher zu sammeln, hatte ich mich dafür entschieden, weil es das gesündeste und natürlichste für das Kind ist.

Das Krankenhaus meiner Wahl war ein stillfreundliches Krankenhaus, das Wert auf Bonding und viel Nähe zwischen Mutter und Kind legt.

Der Beginn unserer Stillbeziehung war leider nicht ideal. Die Geburt ging sehr schnell, was zu einem Dammriss vierten Grades führte. Dazu verlor ich noch ziemlich viel Blut, so dass ich nicht mal Kraft hatte, meinen Sohn zu halten.

Beim ersten Anlegen hat er nach kurzer Zeit aufgegeben und wir sind erschöpft eingeschlafen.

Die Hebamme meinte, ich soll ihn öfter anlegen. Also machte ich mich daran, alle zwei Stunden oder nach Bedarf ihn zu stillen.

Es klappte aber nicht so harmonisch. Er machte den Mund nicht komplett auf und konnte nicht richtig andocken. So verlor er schnell die Brust und wurde ungeduldig und wütend.

Dadurch bekam ich ganz schnell blutige und wunde Brustwarzen, was das Stillen zu einer Tortur machte.

Jede Schwester und jede Hebamme hatte verschiedene Tipps, was ich anders machen soll. Die Form der Brustwarzen war anscheinend gut zum Stillen.

Dann kam aber trotzdem der Vorschlag es mit Stillhütchen zu versuchen. Ich war so schwach und am Ende, dass ich über jede Hilfe froh war.

Mit etwas Übung funktionierte es endlich, dass der Kleine in Ruhe sich satt stillen konnte.

Bei der Entlassung hat mich leider keiner aufgeklärt, was es für Folgen haben kann mit Stillhütchen zu stillen.

So bekam ich in den ersten acht Wochen viele Milchstaus. Wahrscheinlich weil die Brust schlecht entleert wurde oder ich Schmerzen durch meine Narbe hatte ( ich konnte etwa vier Monate lang nicht richtig sitzen ).

Habe im Nachhinein durch das Internet die ganzen Nachteile erfahren, die auftreten können, wenn man mit Stillhütchen stillt. Weniger Milchbildung, schlechte Entleerung der Brust, Saugverwirrung beim Kind.

Nachdem ich endlich gesundheitlich fit war, habe ich mich dran gewagt, das Stillhütchen abzugewöhnen. Da war der Kleine etwa 10 Wochen alt.

Nur machte mein Kleiner einfach nicht mit. Kurzes Ansaugen, dann loslassen und brüllen. Habe es mehrmals mit Pausen versucht. Er wollte meine Brust einfach nicht haben, was mich bis jetzt etwas traurig stimmt.

Im Nachhinein weiß ich, ich hätte mir eine Stillberatung suchen müssen. Die einzige Stillberaterin, die ich kannte, konnte mir im Krankenhaus nicht weiterhelfen.

Zu meiner Nachsorgehebamme hatte ich einfach keinen Draht gefunden. Also wollte ich mich alleine durchschlagen.

Mit 7 Monaten ist mir beim Kleinen aufgefallen, dass seine linke Nackenmuskulatur deutlich stärker ausgeprägt war, als die rechte Seite.

Eine Osteopathin fand eine Blockade, die er während der Geburt bekommen hat und deshalb Probleme hatte, den Mund zu öffnen.

Nach der Massage ist der Unterschied mit der Zeit auch verschwunden. Er wurde dann auch viel kooperativer beim Brei essen.

Da war es aber schon viel zu spät zum Abgewöhnen der Stillhütchen. Er wollte nicht mal versuchen, die Brust zu nehmen.

Jetzt ist er 17 Monate alt und stillt noch unheimlich gerne. Trotz normaler Nahrung will er 3- bis 5-mal am Tag die Brust.

Das Stillhütchen hat mir am Anfang noch Probleme bereitet, aber wenn man dran bleibt, legt sich alles mit der Zeit.

Natürlich wäre es mir ohne Stillhütchen lieber, aber unsere Kinder haben ihren eigenen Kopf. Er spielt so gerne damit und hat es gerne in der Hand, um sich zu beruhigen, wenn er müde ist.

Irgendwie hat er eine Beziehung zum Stillhütchen aufgebaut und es gehört jetzt einfach dazu.

Ich kenne noch zwei Mütter, die über ein Jahr mit Stillhütchen stillen. Also ist es gar nicht so selten, wie ich am Anfang dachte.

Hauptsache ist, man hat eine innige und glückliche Zeit mit seinem Baby. Wie man sie gestaltet, ist bei jedem anders. Es muss sich nur für einen richtig anfühlen.

Alena

Originalbericht einer Mutter, Juni 2016
Foto: Alena

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin.
Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht.
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10 Kommentare

  1. Ich kann auch weitestgehend nur Positives über Stillhütchen berichten.
    Mein Großer hatte nach seiner Geburt Schwierigkeiten die Brustwarze richtig zu umschließen und erst durch ein Stillhütchen klappte es mit dem Stillen. Nach ca. 4 Tagen, und immer wieder das Stillhütchen Weglassens, hatte er dann den Dreh raus und wir brauchten es nicht mehr.
    Vor knapp 8 Monaten kam dann meine Kleine zur Welt, nach einem Notkaiserschnitt und 2 Monate zu früh bekam sie auf der Intensivstation zuerst die abgepumpte Muttermilch per Magensonde. Als sie dann auf die normale Station verlegt wurde, ermutigte mich eine sehr nette Kinderkrankenschwester, welche auch Stillberaterin war, meine Kleine bei den täglichen Besuchen immer mal wieder mit Hilfe eines Stillhütchens anzulegen. Die Kleine war selten wach, immer fast zu schlapp zum Trinken, aber das Stillen mit Hütchen hat trotzdem auf Anhieb geklappt und hat uns beiden so viel Nähe ermöglicht, welche die ersten Wochen aufgrund der Umstände leider so selten war. Mittlerweile hat die Maus, mit ihren knapp 8 Monaten, alles soweit aufgeholt und das mit Stillhütchen. Einen Milchstau und eine leichte Brustentzündung hatte ich anfänglich zwar auch, würde dass aber eher den stressigen Umständen und dem ständigen Abpumpen zuschreiben. Milch hatte und habe ich immer mehr als ausreichend. Ab und an hatte ich auch das Hütchen mal weggelassen, was auch anfangs klappt, dann aber doch sehr weh tut, weil die Warze zum Ende des Stillens immer von der Maus gequetscht wird oder so. Daher hab ich mich entschlossen, die Stillhütchen bis zum Ende unserer Stillbeziehung weiterhin zu nutzen. Schön zu lesen, dass es auch ähnliche positive Erlebnisse dazu gibt. Ab und an dachte ich mir schon, so etwas wie „muss denn so ein ‚Fremdkörper‘ dauerhaft zwischen uns sein oder fände es praktischer, wie bei meinem Großen, nicht überall ein Stillhütchen mitnehmen zu müssen, es allabendlich zu sterilisieren etc.“ Aber wie gesagt, die Zweifel habe ich längst beiseite gelegt und ich genieße weiterhin die Nähe zu meiner Tochter beim Stillen…mit Hütchen. Liebe Grüße, Natascha

  2. Es tut so unglaublich gut, diese positiven Erfahrungen zu lesen! Mein kleiner Prinz trinkt nämlich auch ausschließlich mit Hütchen. Als er zur Welt kam, war er zu schwach, um richtig an der Brust zu trinken. Nach kurzem Saugen hörte er auf und nuckelte bloß noch oder ließ die Brust gleich ganz los. Irgendwie klappte das Anlegen durch die Krankenschwestern nicht, ich selbst hatte noch mit den Schmerzen vom Notkaiserschnitt zu kämpfen. Also bekam der Kleine schon im Krankenhaus Fläschchen und ich musste fleißig abpumpen. Am 5. Tag kam dann endlich der Milcheinschuss! Doch es klappte immer noch nicht mit dem Stillen.
    Meine Nachsorgehebamme gab mir dann ein Stillhütchen. Und siehe da, es funktionierte einwandfrei.

    Immer wieder probiere ich, ihn ohne Hütchen zu stillen. Manchmal klappt es sogar, aber nach kurzer Zeit merkt er, dass da etwas fehlt und lässt die Brust brüllenderweise los! Mittlerweile stillen wir so 3 1/2 Monate und mein Sohn legt gut zu und ist zufrieden.

    Dank Eurer Erfahrungsberichte weiß ich jetzt, dass ich mir entgegen der gängigen Meinung keinen Stress machen muss und auch mit Hütchen noch lange Zeit weiter stillen kann.

    Viele Grüße,
    Nina.

    • Hallo Nina!
      Das ist eine Freude für mich, wenn ich dir die Angst und Sorgen nehmen konnte!
      Es bestärkt mich darin sich weiter mit Müttern auszutauschen. Oft trifft man auf taube Ohren, aber manchmal erreicht man doch jemanden ?
      Noch ein Tipp auf den Weg:
      Ich tue das Stillhütchen nach dem Stillen in den BH rein. So weiß ich gleich, wo es ist (die ständige Sucherei ist so nervig) und muss mir nicht merken, welche Seite jetzt dran ist.

      Wünsche euch eine angenehme Stillzeit noch miteinander!

  3. Ich hatte mein erstes Kind schon mit Hütchen gestillt 1 Jahr lang und sollte das Zweite auf keinen Fall dran gewöhnen. Aber ich habe eine extreme Schlupfwarze. Mein zweites Kind nahm die Brust auch nur mit Hütchen und nie mehr ohne. Mittlerweile ist sie 28 Monate alt und trinkt immer noch mit Hütchen. Ich hatte auch nie Probleme wegen zu wenig Milch oder Stau oder sowas.

  4. Toller Bericht!
    Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht.
    Unser kleiner Mann hatte nach der Geburt erhöhte Bilirubin-Werte und war deswegen sehr müde und schlapp. Gerade für ihn war aber das Trinken wichtig.
    Mit dem Stillhütchen hat er sich nicht so anstrengend müssen und seine Werte wurden fix besser.
    Ich habe nun 9 Monate gestillt mit Hütchen. Hatte immer viel Milch und nie Probleme.
    Mein Bursche wiegt 11,5 Kilo… Hat also wohl genug bekommen.
    Ich habe auch einen kleinen Vorteil gesehen. Er hat ohne Probleme die Flasche akzeptiert, wenn ich abgepumpt habe.

  5. Vielen Dank für den tollen Bericht! Und die super Kommentare!
    Wir stillen von Anfang an mit den Hütchen und eigentlich klappt es damit ganz gut. Dank eurer Erfahrungen habe ich jetzt keine Angst mehr bezüglich der Milchmenge und Co.
    Herzlichen Dank ❤

  6. Hallo,

    Ich habe auch mit Stillhütchen gestillt (stille immer noch, nur hat mein Sohn das Stillhütchen inzwischen aussortiert).

    Wir hatten keinerlei Probleme mit Milchstau oder ähnlichem. Mein Sohn hat z.B. in der ersten Woche 400 Gramm zugenommen.

    Ich glaube, er hat gerne mit Stillhütchen getrunken.
    Meine Brust war sehr rund und voll und er bekam einfach nicht genügend Brust in den Mund, ohne dass ich die Wände rauf gegangen wäre vor Schmerzen.

    Wir hatten aber auch Glück, dass sowohl die Krankenschwestern als auch die Hebammen der Klinik Wolfratshausen uns so super geholfen haben. Ohne deren Hilfe hätte ich viel früher aufgegeben.

  7. Hallo,
    Danke für deinen Bericht.
    Mir ging es ähnlich wie dir. Die Geburt war nicht so heftig. Doch ich hatte auch zu kämpfen, dass mein Kind an meiner Brustweite trinken konnte. Daher habe ich es auch mit Stillhütchen probiert. Ich hatte auch mehrere Milchstaus die ersten 3 Monate. Doch ich bin drangeblieben. Meine Maus ist mittlerweile 3,5 Jahre und wir stillen immer noch zum Einschlafen und immer noch mit Stillhütchen. Sie kennt es nicht anders und für sie gehört es dazu.

    Alles Gute

  8. Meine Tochter hat das erste halbe Jahr nur mit Stillhütchen getrunken. Wir hatten keinerlei Probleme damit. Kein Milchstau, keine Saugverwirrung und immer genügend Milch. Nach dem halben Jahr hab ich es öfter ohne Hütchen probiert und seither stillen wir ohne. Gut, dass es diese Hilfsmittel gibt und jetzt ist es schön, ohne sie auszukommen!

  9. Ein toller Bericht…. endlich liest man etwas Positives über das Stillen mit Stillhütchen.

    Meine Tochter ist 7 Monate und ich stille auch immer noch mit Stillhütchen. Zur Geburt war sie sehr schwer und groß, so dass mir klar war, dass sie sicherlich eine Blockade davon tragen wird.
    Gleich beim ersten Anlegen fiel auf, dass sie Saugprobleme hatte und überhaupt nicht andocken konnte. Dadurch hat sie in den ersten Tagen viel Gewicht verloren, was an sich ja nicht so schlimm war, da sie kräftig war. Dennoch kam keine der Schwestern der Station auf die Idee, mir anderweitig beim Stillen zu helfen. Erst daheim gab mir meine Hebamme ein Stillhütchen. Und es funktionierte. Endlich konnte meine Tochter besser andocken und trinken.

    Der Termin beim Osteopath war schon gemacht, dennoch verging ein Monat bis sich der Tag im Kalender näherte.
    Durch die Blockaden, die sie hatte, und das Saugproblem, hat meine Tocher trotz Stillhütchen meine Brustwarzen ganz wund aufgefressen. Es schmerzte bei jedem Stillen. Dennoch blieb ich tapfer dabei, denn Milch hatte ich genug.

    Als die Blockaden gelöst waren (zwei Sitzungen hatten wir) wurde alles besser. Sie nahm zu, konnte super saugen, und auch ihre gesamte Körperhaltung wurde besser. Und meine Brustwarzen heilten langsam.

    Ich hätte nun anfangen können, die Hütchen zu entwöhnen, aber ehrlich gesagt, wollte ich es nicht.
    Wir haben uns richtig gut eingespielt damit. Zumal sie am Ende des Stillens auch gerne noch ein bisschen dran nuckelt.

    Ich habe immer nicht verstanden, warum so viel Negatives darüber zu hören war.
    Denn ich hatte keine Probleme mit den Stillhütchen. Zweimal hatte ich zwar einen Milchstau, das lag aber daran, daß meine Tochter mal mehr als zwei Stunden in der Nacht geschlafen hatte und ich dadurch auch in den Genuß einer längeren Schlafphase kam und das Ergebnis waren prall gefüllte Brüste.
    Ansonsten hatte ich keinen Verlust der Milchmenge und es gab auch keine Saugverwirrung.

    Ich finde, wenn es einem gut tut, mit Stillhütchen zu stillen, dann sollte man das auch machen und nach seinem Gefühl gehen und nicht immer auf andere und die Medien hören. Jeder sollte seine eigenen Erfahrungen machen können. Bei mir und meiner Tochter sind diese mit dem Stillhütchen positiv zu sehen und auch nach 7 Monaten werden wir noch munter damit weiter stillen ?

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