Kann ich mit Psychopharmaka weiterstillen?

Kann ich mit Psychopharmaka weiterstillen?

1 Kommentar

Frage:
Hallo!
Ich habe eine Frage. Mein Arzt äußerte den Verdacht auf eine Depression. Ja, diesen Verdacht habe ich auch
.

Nun wird es wohl noch eine Weile dauern, bis ich einen Termin für eine (erste) Gesprächstherapie bekomme. Bis dahin empfiehlt er mir, Antidepressiva zu nehmen.

Er weiß, dass ich noch stille, daher hat er mir ein „stillfreundliches“ Medikament aufgeschrieben. Dennoch meinte er, er hätte ein besseres Gefühl, wenn ich abstillen würde.

Ich will nicht abstillen. Aber ich will meinem Kind natürlich auch nicht durch die Psychopharmaka schaden…

Sie ist 8 Monate alt, isst gut mit (mal mehr, mal weniger) und wird aber nachts noch sehr viel gestillt.
Was soll ich tun?

Vielen Dank für eine Antwort!


Antwort:
Hallo,
ohne zu wissen, um welches Medikament es sich genau handeln würde, kann ich dazu nicht viel sagen.

Generell ist es aber so, dass ein älteres, nicht mehr voll gestilltes Kind natürlich weniger durch einen möglichen Übertritt von Wirkstoffen in die Muttermilch belastet wird, als ein kleines, ausschließlich gestilltes Neugeborenes.

Wenn du weißt, welches Medikament oder welcher Wirkstoff es sein wird, kannst du auch selbst hier bei Embryotox nachschauen, ob dieses Mittel in der Schwangerschaft oder Stillzeit okay wäre.

Hier findest du auch noch weitere Infos. Dort heißt es:
„Unter einer guten Nutzen-Risiko-Abwägung ist Stillen grundsätzlich mit einer medikamentösen Behandlung vereinbar. Wichtig ist immer die Einbeziehung des Kinderarztes, der beurteilen kann, ob das Kind gesund ist und ob das Risiko des Stillens unter Medikation vertretbar ist. Dieser sollte in Zweifelsfällen mit dem Pharmakovigilanzzentrum für Embryonaltoxikologie Kontakt aufnehmen.“

Ich würde dir also folgendes raten:

  1. Finde zunächst einmal heraus, welches Mittel du nehmen sollst.
  2. Schau dann bei Embryotox nach.
  3. Falls das Mittel auf der Internetseite von Embryotox nicht aufgeführt ist, bitte deinen Arzt, deine Hebamme oder deine Stillberaterin dort telefonisch nachzufragen.
  4. Und sprich anschließend noch einmal mit dem Kinderarzt darüber.

Und hier findest du vielleicht noch ein paar weitere allgemeine Tipps und Infos zu psychischen Erkrankungen in der Stillzeit.

Ich hoffe, das hilft dir erst einmal weiter.

Gute Besserung und herzliche Grüße,
Regine Gresens

 
Autorin: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2016
Foto: Mellon Collie via photopin (license)

 
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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

Ein Kommentar

  1. Hallo, bei mir wurde auch einige Zeit nach der Geburt eine Depression diagnostiziert.
    Ich war bereits einige Zeit vor der Schwangerschaft in medikamentöser Behandlung und auch nach der Geburt ging es nicht ohne.
    Glücklicherweise hat mir mein Arzt auch ein Medikament verschrieben, das mit dem Stillen vereinbar ist. Allerdings haben wir meine Kleine trotzdem kritisch beobachtet, aber keinerlei Auswirkungen feststellen können.
    Natürlich wäre es besser gewesen, wenn ich keine Medikamente gebraucht hätte, aber ohne ging es nicht und von einem abrupten Abstillen hat mir mein Arzt dringend abgeraten.
    Ich bin jetzt fast ein Jahr später so dankbar dafür. Die Kleine wird immer noch gestillt, wenn sie es möchte und es geht uns so trotz Medikamenten sehr gut.
    Wir haben aber auch mit einer sehr sehr geringen Dosis angefangen, geguckt, ob es ausreicht und nach Bedarf in Minischritten erhöht.
    Ich zitiere jetzt mal meinen Arzt:
    „Heute sagt man, dass wegen allem abgestillt werden soll. Die Menge an Medikamenten, die im Blut nachweisbar sind, ist schon gering und, was dann davon in der Milch landet, ist noch viel geringer. Das wichtigste meiner Meinung nach, ist die stabile Psyche der Mutter mit einer gesunden Beziehung zum Kind. Auch wenn man dabei ein geringes Risiko eingeht, dass die Kleine etwas davon abbekommt. Welche Folgen es für ein Baby gibt, eine Mutter mit Depressionen zu haben, darüber denkt keiner nach. “
    Zitat Ende
    Natürlich ist jeder Fall und jedes Medikament verschieden, aber ich habe für mich gemerkt, dass es mir dadurch viel besser ging, gerade weil ich unterstützt wurde und wir beide parallel viel nachgeforscht haben.

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