Stillkinder.de

Intuitives Stillen – leicht gemacht

Du bist hier: Stillkinder.de > Dies & Das > Denkanstöße > Jetzt sitzt du da draußen und weinst, Mama

Jetzt sitzt du da draußen und weinst, Mama

12 Kommentare

Hallo Regine,
dieses fiktive „Gespräch“ habe ich aufgeschrieben, als ich das erste Mal auf „Attachment Parenting“ stieß, um zu verarbeiten, wie viel ich mit meinem ersten Kind falsch gemacht habe.

Damals war sie 2. Heute ist sie 4 und wir machen vieles anders, so vieles.
Nicht nur das Einschlafen…
Und sie ist soviel ausgeglichener geworden.

Ich wünschte, ich hätte mich damals weniger von Außen beeinflussen lassen und sie auch mit einem Jahr noch jede Nacht bei mir gehabt.

******  

„Jetzt sitzt du da draußen und weinst, Mama. Und ich liege hier in meinem Bett und bin ganz leise, und traue mich nicht zu weinen.“

Du hast gesagt: „Schlaf schön und gute Nacht.“ Aber ich war noch nicht müde.

Heute habe ich so viel gesehen und gehört, ich bin noch ganz munter davon.

Ich möchte dir davon erzählen und komme nochmal raus. Ich weiß, ich soll nicht rauskommen.

Ich stehe in der Tür und warte. Schimpfst du jetzt?

Du bist ganz ruhig und sagst: „Es ist Schlafenszeit. Komm, ich bring dich zurück ins Bett.“ Du deckst mich nochmal zu und gibst mir einen Kuss.
„Schlaf schön und gute Nacht“, sagst du und machst die Tür zu.

 

Ich liege unter meiner Decke und erinnere mich, wie schön wir beim Sandmännchen-Schauen gekuschelt haben. So wie immer. Wie wir dann nochmal pullern waren und meine Lippen eingecremt haben, die immer so trocken sind.

Oh. Wir haben meine Lippen nicht eingecremt. Aber dann tun sie mir morgen weh.

Ich komme rausgekrabbelt und öffne leise die Tür. Bitte schimpf nicht, Mama!

Du sagst: „Was denn nun?“

Und ich flüstere: „Wir haben vergessen, meine Lippen einzucremen.“

Du atmest laut aus, stehst auf und holst die Creme. Du sagst nichts zu mir. Du cremst sie ein. „So, und nun ab ins Bett. Schlaf schön und Gute Nacht.“ Du machst die Tür zu.

 

Ich mache die Augen zu. Ich bin noch wach. Es ist langweilig, im Bett zu liegen, wenn ich noch wach bin.

Ich krabbel aus dem Bett. Ich möchte noch bei dir sein. Ich öffne die Tür.

Du drehst dich zu mir um. Du guckst mich wütend an. „Wieso kommst du denn schon wieder raus?“ Ich glaube, du möchtest mich gerade nicht bei dir haben.

Ich weiß, ich darf nicht rauskommen, ich hatte es nur vergessen, weil ich so gern zu dir wollte. Abends kuschel ich gern und ich mag es, wenn wir noch erzählen.

„Mh“, sage ich. Bitte schimpf nicht, Mami! Du stehst auf und schiebst mich ins Zimmer.

„Jetzt wird aber geschlafen!“ Du gehst zur Tür, atmest ganz laut ein und sagst: „Schlaf schön und gute Nacht.“ Dann machst du die Tür zu.

 

Ich mache die Augen zu. Ich bin noch wach. Es ist langweilig, im Bett zu liegen, wenn ich noch wach bin. Und es ist warm.

Ich schiebe die Decke mit den Füßen zur Seite und schaue mir in der Luft meine Füße an. Mein kleiner Zeh kann richtig lustig wackeln! Dann lege ich sie wieder runter.

Ich möchte sie zudecken, aber die Decke ist verwurschtelt und meine Füße frieren.

Ich krabbel aus dem Bett und öffne die Tür.

Du drehst dich zu mir um. „Och Mensch, das kann doch nicht wahr sein!“ Du stehst auf und kommst rüber. „Was ist los?“

„Mami, meine Decke ist verwurschtelt.“ Du schiebst mich zurück ins Zimmer und zum Bett.

„Na los, leg dich hin, ich deck dich zu.“ Ich krabbel ganz langsam rein. Ich möchte doch noch gar nicht schlafen.

„Komm, nicht trödeln!“, sagst du und deckst mich zu. Du sagst: „Schlaf schön und gute Nacht.“ Dann gehst du raus.

 

Ich mache die Augen zu. Ich bin noch wach. Es ist langweilig, im Bett zu liegen, wenn ich noch wach bin.

Ich möchte noch bei dir sein. Aber ich darf nicht rauskommen.

Du sagst manchmal, ich soll daran denken, was ich Schönes gemacht habe. Heute habe ich gemalt, ganz toll. Ich hatte Wasserfarben und habe das ganze Blatt eingematscht. Das hat so lustig geklungen. Immer, wenn der nasse Pinsel auf das Blatt kam, hat es gepatscht.

Das habe ich dir vorhin gar nicht erzählt. Mama, das musst du wissen! So ein tolles Geräusch!

Ich krabbel aus dem Bett und öffne die Tür.

Du drehst dich zu mir um. Du guckst mich wütend an. Ich habe vergessen, was ich dir erzählen wollte. Du sagst: „Es reicht langsam! Ab ins Bett! Wenn du nochmal rauskommst, gibt es ein Donnerwetter!“

Ich gehe zurück ins Bett. Du wartest an der Tür, sagst laut und schnell: „Schlaf schön und gute Nacht.“ Dann machst du die Tür zu.

 

Ich mache die Augen zu. Ich bin noch wach. Es ist langweilig, im Bett zu liegen, wenn ich noch wach bin. Aber ich darf nicht rauskommen.

Ich möchte kein Donnerwetter. Ich möchte nicht, dass du schimpfst. Ich hab dich doch lieb. Und wenn du schimpfst, habe ich ein Gefühl im Bauch, das ich nicht mag.

Manchmal habe ich auch Hunger im Bauch. Dann esse ich am liebsten Nudeln. Ganz ohne Soße, nur mit ein bisschen Wurst. Manchmal gibt es lustige geringelte Nudeln. Manchmal gibt es lange, dünne. Wie heißen die? Tatti? Spatti?

Hm. Mama, du weißt immer alles. Ich frag dich.

Ich krabbel aus dem Bett und öffne die Tür.

Du drehst dich zu mir um. Du guckst mich wütend an und bist gleich ganz laut: „Sag mal Fräulein, was soll denn das? Es ist schon lange Schlafenszeit! Es reicht jetzt wirklich!“

Bitte Mami, nicht schimpfen. Ich hab doch vergessen, wie die leckeren Nudeln heißen, und du weißt doch alles, Mami. Du nimmst mich hoch.

Ja, Mami, ich möchte auch kuscheln. Aber du kuschelst nicht, du nimmst mich fest hoch, ganz dolle fest, und setzt mich ins Bett. Du hältst mir deinen Zeigefinger ganz nah vors Gesicht, ich kann ihn kaum erkennen.

„Und jetzt bleibst du hier! Es kann nicht sein, dass ich jeden Abend mit dir schimpfen muss. Bleib jetzt im Bett!“ Du bist so laut.

Ich verstehe dich nicht gut, wenn du so laut bist. Du atmest ganz schnell.

Du gehst raus. Du hast vergessen „Schlaf schön und gute Nacht zu sagen.“ Aber ich trau mich nicht, aufzustehen und es dir zu sagen. Ich bin ganz leise.

 

Ich kann hören, wie du draußen im Wohnzimmer weinst. Warum weinst du, Mama? Hast du dir den Fuß gestoßen, als du dich wieder aufs Sofa gesetzt hast?

Ich möchte bei dir sein, Mama. Du weinst und ich möchte dich so gern drücken. Ich möchte meinen Kopf auf deine Schulter legen und hören, wie du leise atmest. Aber wenn ich nochmal rauskomme, dann schimpfst du.

Ich bin langsam müde. Ich ziehe meine Decke ganz hoch. Sie ist ein bisschen verwurschtelt, und meine Füße werden kalt.

Ich ziehe sie hoch unter die Decke. Du weinst immer noch, Mami, und ich verstehe nicht wieso.

Ich bin müde.

Mami, ich hab dich lieb!

Schlaf schön und gute Nacht.

***

Jetzt sitze ich hier draußen und weine. Aber sie kommt nicht nochmal raus. Was für ein schrecklicher Abend!

Ich habe sie ins Bett gebracht mit unseren Worten: „Schlaf schön und gute Nacht.“ Das sagen wir immer.

Nach zwei Minuten kam sie nochmal raus. Ich habe mir vorgenommen, heute nicht zu schimpfen. „Es ist Schlafenszeit. Komm, ich bring dich zurück ins Bett.“ Ich decke sie nochmal zu und gebe ihr einen Kuss.
„Schlaf schön und gute Nacht“, sage ich und mache die Tür zu.

Ich setze mich aufs Sofa. Der Tag war lang und anstrengend, ich möchte einfach ein bisschen Ruhe.

Und da steht sie auch schon wieder in der Tür.
Ich frage sie: „Was denn nun?“
Sie flüstert: „Wir haben vergessen, meine Lippen einzucremen.“

Ich seufze. Echt jetzt? Ich hole die Creme und verteile sie auf ihren Lippen und bringe sie zurück ins Bett. „So, und nun ab ins Bett. Schlaf schön und Gute Nacht.“

Ich setze mich aufs Sofa. Hoffentlich ist jetzt Ruhe! Ich brauche die Zeit am Abend für mich, um ein bisschen abzuschalten. Ich bin sonst rund um die Uhr für meine Tochter da, aber jetzt möchte ich ein bisschen Zeit für mich allein.

Aber nein. Schon wieder geht die Kinderzimmertür auf. Ich werde ungeduldig. „Wieso kommst du denn schon wieder raus?“

Zu Hören ist nur ein leises „Mh“. Ich stehe auf und schiebe dich sanft zurück ins Bett.

„Jetzt wird aber geschlafen! Schlaf schön und gute Nacht.“ Dann mache ich die Tür zu und setze mich zurück aufs Sofa. Hoffentlich war das jetzt das letzte Mal. Ich bin so müde und erschöpft, ich hasse diesen Kampf am Abend. Kann sie nicht einfach gehorchen?

Und schon wieder. Ich höre sie, bevor die Tür ganz geöffnet ist.

„Och Mensch, das kann doch nicht wahr sein!“ Ich gehe zu ihr hin. „Was ist los?“

„Mami, meine Decke ist verwurschtelt.“ Ich glaub es nicht. Das ist doch eine faule Ausrede! Ich schiebe sie erneut zurück ins Bett.

„Na los, leg dich hin, ich deck dich zu.“ Sie lässt sich Zeit beim Reinkrabbeln. Wie ich es hasse, wenn sie absichtlich trödelt. „Komm, nicht trödeln!“ ich decke sie zu. „Schlaf schön und gute Nacht.“

Im Wohnzimmer atme ich ein paar Mal tief ein und aus. Bitte, bitte, bleib jetzt im Bett!

Es ist zwei Minuten ruhig. Dann fünf. Meine hochgezogenen Schultermuskeln entspannen sich langsam, ich lasse mich auf das Sofa sinken.

Aber da höre ich ihr Tapsen und dann steht sie wieder im Türrahmen.

Ich hab es satt! „Es reicht langsam! Ab ins Bett! Wenn du nochmal rauskommst, gibt es ein Donnerwetter!“

Schnell huscht sie zurück ins Bett und ich verabschiede sie an der Tür: „Schlaf schön und gute Nacht.“

Ach Mensch, wieso haben wir jeden Abend dieses Theater? Sie muss doch irgendwann Mal begreifen, dass es so nicht schön ist. Wieso kommt sie trotzdem raus, immer wieder?

Und da ist sie auch schon wieder. Ich bin erschöpft, innerlich total erledigt. Jetzt muss ich durchgreifen, sonst tanzt sie mir ewig auf der Nase rum.

„Sag mal Fräulein, was soll denn das? Es ist schon lange Schlafenszeit! Es reicht jetzt wirklich!“

Ich trage sie zurück ins Bett und schimpfe: „Und jetzt bleibst du hier! Es kann nicht sein, dass ich jeden Abend mit dir schimpfen muss. Bleib jetzt im Bett!“

Und dann gehe ich. Ich bin so wütend. So verzweifelt. Das soll es sein? Das bedeutet es, ein Kind zu haben? Jeden Abend schimpfen? Wie lange soll das gehen?

Ich weiß, jetzt liegt sie in ihrem Bett und ist unglücklich, weil ich geschimpft habe. Es tut mir so leid! Ich kann es nicht ändern, Tränen rinnen über meine Wangen. Ich schluchze. Das habe ich mir so nicht vorgestellt.

Ich möchte nicht Abend für Abend mit meiner Tochter schimpfen. Es fühlt sich schrecklich an…

Aber jetzt kommt sie nicht mehr raus. Also ist Schimpfen wohl das Einzige, das wirkt. Wie furchtbar…

******

Ich habe so lange gelitten mit meiner Großen (ich habe noch einen „Kleinen“ mit 1,5 Jahren) und mich dabei innerlich selbst so zerrissen.

Von Außen kam immer „du musst hart bleiben, konsequent, sonst tanzt sie dir auf der Nase rum“ und ich habe es versucht, aber es ist Blödsinn.

Seit ich Abends an ihrer Seite bin, noch lange kuschel, viele (vieeeeeeeeeele) Fragen beantworte und die Dinge mit ihr entwirre, die ihr durch den Kopf gehen, kann sie ruhiger schlafen.

Sie schläft jetzt auch seit langem bei uns im Bett ein, nicht mehr in ihrem eigenen. Unsere Abende sind zwar länger, aber entspannter.

Ich habe früher wirklich nicht verstanden, warum sie immer wieder rauskam, warum sie „einfach nicht hören wollte“. Heute verstehe ich es, und deshalb habe ich vor ca. einem halben Jahr diesen Text geschrieben, einfach nur so für mich.

Der fiktive Brief des Babys, das geferbert wird, hat mich einfach an diese Situation erinnert. Denn ich glaube, die meisten Eltern wissen es ebenfalls nicht besser und lassen ihre Babys deshalb abends brüllen.
(Auch bei uns war es so und ich bereue es zutiefst. Mein Kleiner musste das nicht durchmachen…)

Christiane

 

Originalbericht einer Mutter, November 2015
Foto: Regine Gresens

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

12 Kommentare

  1. Hallo Christiane,
    dein Brief hat mich gerade mehr als nur berührt. Meine beiden Söhne (3 und 6) gehen so gut wie nie allein ins Bett. Wir bleiben immer am oder im Bett bis sie eingeschlafen sind. Trotzdem erkenne ich mich in dem gereizten und leicht genervten Verhalten wieder. Wenn es mir zu lange dauert mit dem Einschlafen, ich aber nicht weggehen darf, werde ich schon sehr ungeduldig und schroffer in meinen Äußerungen. Das tut mir dann auch leid. Als ich deinen Brief gelesen habe, war ich erst sehr berührt und es kam auch etwas mein schlechtes Gewissen hoch und Gedanken darüber was in meinen Kindern vor sich geht, wenn ich mich so verhalte. Ich hatte Tränen in den Augen. Und dann brach es ganz aus mir raus, ich musste weinen und schluchzen. Ich spürte, das hat nichts mit mir und meinen Kindern zu tun. Deine Worte haben tief in meinem Inneren was angetriggert. Ich spürte das es die kleine Carina ist, die da weint. Die als kleines Kind ganz sicher genau dies mit ihrer Mutter erlebt und drunter gelitten hat. Es tat so gut, das alles rauszulassen.
    Ich beschäftige mich im Moment viel mit meiner eigenen Kindheit und dem Verlust der Mutterliebe. Daher haben deine Zeilen genau in diesem Moment wohl auch genau das ausgelöst.
    Ich danke dir ?
    Lieben Gruß Carina

  2. Hallo,

    es ist so ein wundervoller Text und so wahr. Unsere Kinder (3,5 Jahre und 2x 1 Jahr) schlafen noch bei uns im Schlafzimmer. Der Große schläft bei uns im Bett ein und wenn er fragt ob wir nicht bleiben können, dann bleiben wir. Wenn er nicht schlafen kann, darf er wieder mit nach unten oder wir erzählen uns Geschichten. Was sind drei Jahre auf unserer Welt? Mit drei sind sie schon so groß und selbständig – aber manchmal – so wie vorhin, wenn er im Bett liegt und so herzhaft lacht, dann sehe ich ihn – meinen kleinen Dreijährigen. Sie werden so schnell groß und so lange sie die Nähe und Sicherheit brauchen, so lange bekommen sie die auch von uns

  3. Hallo Christiane,
    dieser Brief ist der Grund, warum ich mich entschieden habe, meine Tochter niemals schreien zu lassen.
    Auch ich habe geweint als ich ihn das erste Mal gelesen habe.
    Und gleichzeitig bin ich aufgewacht aus dem Elterntrott, in welchem man sich einfach nur wünscht, dass das Kind schläft. Nie habe ich mir bewusst gemacht, wie sich ein Baby oder Kleinkind fühlen muss, wenn es alleine schlafen soll. Dank dir wurde ich wachgerüttelt.
    Und es mahnt uns alle, sich eigentlich zu jeder Zeit, in unsere Kinder und ihre Gefühle hineinzuversetzen und nicht nur unsere Bedürfnisse und Gefühle als höchste Priorität an zusehen.
    Ich danke dir zutiefst für diesen doch traurigen Brief, der klingt als hätte ihn ein Kind aufgeschrieben.
    Ich wünsche euch alles Gute und ich glaube Kinder verzeihen viel ehrlicher als wir Erwachsene, so auch dein Kind, da bin ich sicher.

  4. Hallo Christiane,
    vielen Dank für den tollen Brief. Ich sitze mit Tränen in den Augen vor dem PC. Es ist tatsächlich manchmal sehr schwer Geduld zu bewahren und die Bedürfnisse unserer Kleinen zu erkennen, wenn man selbst schon zu müde ist und die Ruhe zu Kraft auftanken benötigt.
    Bei uns ist es zur Zeit das Thema „Essen“. Wenn sie doch einfach nur Lust auf Nudeln und Brot hat und kein Obst und Gemüse will… na dann hat sie bestimmt einen Grund dazu, warum sie Kohlenhydrate benötigt, doch ich fühlte mich gekränkt, weil das Kind „mein Essen“ schon wieder mal nicht essen will….
    Man muss halt eben sehr viel genauer hinschauen, was mit den Kleinen gerade passiert. Sie sind noch sooooo nah bei sich, dass sie gar nicht falsch liegen können und wissen, was sie brauchen, verwöhnen kann man sie gar nicht dabei. Also habt Eure Zwerge lieb und „hört“ auf sie. 🙂

  5. Danke für diesen so berührenden, so wichtigen Text! Unsere Kleine schläft mit fast zwei Jahren weiterhin in unserem Schlafzimmer oder in unserem Bett. Sie wirkt so glücklich und ausgeglichen, aber ich und wir mussten und müssen uns immer wieder Fragen stellen, warum das so ist, sie habe ja ein eigenes Zimmer. Und ich bin froh, dass wir trotzdem bei unserem Kurs bleiben. Aber ich habe auch eine strenge Seite in mir, die mit diesen Machtregeln vertraut ist und deshalb hilft mir z.B. so ein Text und diese ganze Seite, um meinem wahren Gefühl zu vertrauen. Danke und Respekt :))

  6. Ich habe so weinen müssen, es tut mir so leid für Beide, Mutter und Kind. Ich selbst bin so froh, diese Seite rechtzeitig gefunden zu haben, ich denke jede Mutter kennt den Schmerz aus Unwissenheit hart mit seinem Kind gewesen zu sein.

  7. So traurig und zum nachdenken. Danke dafür!

  8. Ich habe mir diesen Brief gespeichert und werde ihn mir durchlesen, wenn meine Geduld das nächste Mal droht nicht zu reichen. Toll, dass man hier mal so von der anderen Seite erfährt (auch, wenn nur fiktiv). Toll geschrieben, hält zum Liebhaben und Durchhalten an!

  9. Ja so ist das
    – unsere Kinder brauchen uns, wir lieben sie so sehr –
    wir wollen alles richtig machen und schaffen es leider nicht immer.

  10. jetzt sitze ich hier und weine auch ein kleines bisschen 🙁
    ich finde es klasse, dass ihr jetzt die kraft gefunden habt, das zu tun, was ihr für richtig haltet, und nicht das, was andere euch einreden wollen.

    wenn ich mit solchen geschichten oder „guten“ ratschlägen konfrontiert werde, ist das für mich eine berührung mit einer anderen welt. ich bin selbst ein langzeitgestilltes, getragenes, im familienbett gekuscheltes menschlein, und mit meinem kind führe ich das fort.

    ich dachte bis jetzt, dass diejenigen, die das auf die konventionelle art machen, einfach etwas gefühlskalt sind oder falsch informiert, aber durch diesen brief verstehe ich, dass manche eltern davon selbst traurig werden.

  11. Wunderschön geschrieben und sehr bewegend… Wir sind auch oft am Rand der Verzweiflung, weil wir abends müde sind, gerne noch eine Stunde (oder zwei) für uns hätten, weil noch Arbeit liegen geblieben ist, die spätabends gemacht werden muss (aber bitte nicht mitten in der Nacht!), von der unaufgeräumten Küche ganz abgesehen… Aber letztlich sind die besten Abende die, an denen die Geduld der Großen reicht, um bei der Kleinen (2,5) zu bleiben, bis sie eingeschlafen ist, kuscheln, vom Tag erzählen, unzählige Fragen beantworten, nochmals was zu trinken geben… Geht ja eigentlich, wenn man sich entspannt, vor allem, wenn man sich – so wie wir – damit abwechseln kann. Und so bleibt es, bis sie diese Nähe zum Einschlafen nicht mehr braucht. Punkt. Sie wird schon nicht darauf bestehen, dass ich mich dazulege, wenn sie irgendwann ihren ersten Freund zum Übernachten mitbringt… 😉

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Ja, ich möchte auch gleich den Stillkinder-Newsletter abonnieren, um zu erfahren, wenn es hier etwas Neues gibt.