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Manchmal gibt es anfangs Stillprobleme

Jede Menge Stillprobleme

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Am 29.09.2006 kam unsere Tochter Emma nach einer unkomplizierten Schwangerschaft und einer schönen Geburt zur Welt. „Prima“, dachte ich, „das wäre geschafft!“ und freute mich auf die nun folgende Zeit und auf die Stillbeziehung zu meinem Kind.

Bereits im Krankenhaus bekam ich jedoch so wunde Brustwarzen, dass ich es kaum aushalten konnte.
Ich ließ mir Stillhütchen geben. Die Schwestern hatten mir freundlich erklärt, wie man diese benutzt, eine Ursachenforschung wurde nicht betrieben. Mit Hütchen bewaffnet habe ich dann das Krankenhaus verlassen in der Hoffnung, dass zu Hause alles besser wird.

Freunde und Bekannte sagten mir, dass wunde Brustwarzen normal seien und meist nach 2 bis 3 Wochen wieder abgeheilt sind.
Auch meine Nachsorgehebamme „motivierte“ mich mit dem Rat, durchzuhalten und die Zähne zusammenzubeißen. Dies tat ich, trotz rissiger, blutender Warzen. Alle Salben und Kompressen und homöopathischen Mittel haben nicht geholfen.

Es dauerte nicht lange, bis sich dann auch noch der erste Milchstau einstellte, dann kam der Zweite und der Dritte und der Vierte … und immer wieder sagte ich mir: Durchhalten!!

Durchhalten, …

  • weil die Vorstellung, meiner Tochter die Flasche zu geben, mich ungeheuer traurig gestimmt hat,
  • weil jeder der Meinung war, all die Probleme seien völlig normal und
  • weil ich Angst hatte, zu versagen, dass ich nicht in der Lage war, mein Kind zu stillen.

Ich weiß nicht, wie oft ich vor Schmerzen weinend vor meinem Mann gesessen habe, ich glaube, nahezu täglich und auch nachts.

Hatte ich mal wieder einen Milchstau, habe ich vor dem Stillen die Milch schön zum Fließen gebracht und nach dem Stillen Tag und Nacht Quarkwickel gemacht.

Ich war der Verzweiflung nahe. Körperlich wie seelisch fühlte ich mich schlecht. Zuhause bin ich nur noch „oben ohne“ herumgelaufen, das war das Angenehmste.

Als drittes Problem stellten sich dann auch noch weiße Brustwarzen jeweils nach dem Stillen ein. Eine Durchblutungsstörung, die ebenfalls sehr schmerzte. Immer wieder gab ich mir Zeit und hoffte, dass das schon wird.

Nach 5 Wochen bekam ich auch noch eine Brustentzündung (die leider auch mit Antibiotika behandelt werden musste). Wegen der wunden Brustwarzen gab man mir im Krankenhaus sogar den Rat, 4 bis 5 Paracetamol über den Tag verteilt einzunehmen, da dies das Schmerzempfinden permanent senkt. Dies tat ich nicht, sondern ich sagte mir endlich: So kann das nicht weitergehen, ich brauche endlich professionelle Hilfe!

Die Leiterin einer Stillgruppe hatte mir dann den Rat gegeben, mich mit Frau Gresens in Verbindung zu setzen. Dies tat ich und bereits am Telefon sagte sie mir, das Stillen etwas ganz Natürliches ist und wenn man es nur richtig macht, dann tut es auch nicht weh. Das hat mich unheimlich motiviert und mein Ehrgeiz hat mich erneut gepackt, denn ich wollte wissen, ob dies wirklich stimmt.

Beim ersten Besuch haben wir dann das richtige Anlegen (die Brustwarze richtig weit in den Mund rollen) geübt. Offenbar hatte Emma aber auch ein Problem, richtig zu saugen.

Beim zweiten Besuch von Frau Gresens haben wir dann ein Saugtraining durchgeführt (d.h. abgepumpte Milch wurde über eine Sonde am Finger gefüttert zur besseren Kontrolle der Saugtechnik), welches ich dann noch über 24 Stunden weitergeführt habe.

Danach war das erste Anlegen eine echte Wohltat. Das erste Mal hatte ich das Gefühl, dass Stillen etwas Schönes ist. Ein echtes Glücksgefühl, dass ich endlich vorangekommen war.

Das Saugtraining haben wir noch ein paar Mal zum Üben durchgeführt, bis wir es endlich drauf hatten.

Emma ist mittlerweile über 4 Monate alt und ich stille immer noch voll. Sie ist seit ihrer Geburt 11 cm gewachsen und hat 3.600 g zugenommen. Heute bin ich glücklich und auch ein bisschen stolz, dass ich bei all den Schwierigkeiten nicht aufgegeben habe.

Wir führen jetzt eine schöne und harmonische Stillbeziehung und es macht mich unheimlich glücklich, wenn Emma mich mit einem satten und glücklichen Gesicht anstrahlt.

Ich möchte nur jeder Mutter, die ähnliche Probleme hat, den Rat geben, nicht so lange zu warten und die Zähne so zusammenzubeißen, wie ich es tat. Es staut sich eine Menge Frust auf, dies tut weder uns Müttern noch unseren Kindern gut.

Bei auftretenden Problemen sollte man sich gleich Hilfe bei einer ausgebildeten Stillberaterin holen.

Liebe Frau Gresens,
Ihnen möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal herzlich danken. Sie haben den Knoten gelöst und uns gezeigt, dass Stillen wirklich etwas Schönes ist!

Originalbericht von Emmas Mutter
 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

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