„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

In der Seitenlage stillen

Fällt Dir das Anlegen im Liegen noch etwas schwer?
Kein Wunder, es ist auch nicht gerade die einfachste Stillposition, vor allem für Anfänger. 

In diesem Video zeige ich Dir, wie Du Dein Baby in der Seitenlage gut anlegst und was Du dabei Schritt für Schritt beachten solltest.

Eine Mutter hatte mir geschrieben:
„Kannst Du vielleicht Tipps fürs Stillen im Liegen (Bauch an Bauch) geben?
Ich hab irgendwie das Gefühl beim Bauch an Bauch liegen, kann meine Tochter die Brust nicht optimal entleeren und ich habe Angst vor weiteren Milchstaus. Und irgendwie ist ihr Unterarm auch meist im Weg oder zu sehr unter mir gequetscht.“

Das Stillen in der Seitenlage

Das Stillen in der Seitenlage wird Müttern von Neugeborenen gerne gleich zu Beginn – vielleicht schon im Kreißsaal oder auf der Wochenstation – gezeigt und da klappt es oft auch meistens gut, weil da immer eine Hebamme oder Krankenschwester dabei ist und hilft.

Eigentlich ist das Stillen in der Seitenlage aber für Mütter von Neugeborenen oder für Still-Anfängerpaare gar nicht so optimal geeignet. Jedenfalls nicht, wenn sie es alleine machen müssen. Das hat damit zu tun, weil es in der Seitenlage schwieriger ist einen guten Überblick über Brust und Baby zu behalten.

Und es ist auch schwieriger die Brust gut in den Mund hinein zu bekommen, weil die eigenen Arme und Hände nicht da sind, wo man sie bräuchte, um die Brust ein bisschen zu formen oder das Baby und die Brust zueinander zu führen. Deswegen gelingt es oft nicht so gut und ich sage immer, dass Anlegen in der Seitenlage eher eine Position für die Fortgeschrittenen ist.

Wie gehst Du also am besten beim Anlegen auf der Seite vor?

  • Stütze Dich nicht zum Anlegen auf den Ellbogen! Sondern lege Deine Schulter von Anfang an flach auf die Matratze und lege auch Deinen Kopf auf ein Kissen, damit Du in der Schulter ganz entspannt bist und auch Deine Brust flach auf der Matratze liegt und Deine Brustwarze auf gleicher Höhe wie der Mund Deines Babys liegt.
  • Dein Baby liegt eng an Dir parallel zu Deinem Körper, ebenfalls auf der Seite – also Bauch an Bauch, damit es nicht das Köpfchen zur Seite dreht, um die Brust zu erfassen und auch nicht die Hüfte verdreht. Da es sonst durch die Schwerkraft von Dir weg gezogen wird und ihm dabei auch die Brust wieder aus dem Mund gezogen würde.
  • Die Arme des Babys zeigen eher kopfwärts, so als würde es Deine Brust umarmen.
  • Die Nasenspitze oder die Nasenlöcher sollten etwa auf Höhe der Brustwarze liegen. Achte darauf, dass die Brustwarze nicht vor dem Kinn oder direkt vor dem Mund des Babys liegt. Es soll seinen Kopf ein bisschen in den Nacken strecken, damit es den Mund weit öffnen kann und viel Brust in den Mund nehmen kann.
  • Bei einem älteren oder größeren Baby musst Du vielleicht Deine angewinkelten Beine etwas ausstrecken, damit Dein Baby auch seine Beine etwas strecken kann.
  • Wenn Du magst, kannst Du Dir noch ein Kissen zwischen die Knie legen und vielleicht möchtest Du auch noch eine Stütze in den Rücken legen, z.B. ein festes Kissen oder die Sofalehne, damit Du stabil liegst und nicht nach hinten wegkippst.
  • Fängt Dein Baby nun an die Brust zu suchen und seinen Mund zu öffnen, kannst Du ihm mit Deinem oberen Arm Deine Brust ein bisschen parallel zu seinen Lippen mundgerecht formen.
  • Versuche dann ihm möglichst viel Brust von der Nase her in seinen Mund hinein zu rollen, damit die Brustwarze sofort tief in seinem Mund landet.
  • Wenn es dann anfängt an Deiner Brust zu saugen, spüre noch mal ein bisschen in deine Brustwarze hinein. Vielleicht tut sie am Anfang ein bisschen weh, dies sollte aber möglichst nach 20 Sekunden vorbei sein.
  • Falls der Schmerz länger anhält, kannst Du versuchen Dein Baby ein kleines bisschen an den Hüften nach unten zu ziehen, sodass es den Mund noch etwas weiter öffnet oder Du drückst es noch ein bisschen näher an Dich heran, sodass Ihr wirklich eng aneinander liegt.
  • Wenn es nicht besser wird, schiebe Deinen Finger in seinem Mundwinkel zwischen seine Kiefer, löse es von der Brust und beginne das Anlegen noch einmal von Vorn.
  • Fühlt sich das Saugen Deines Babys an Deiner Brust gut für Dich an, dann kannst Du Dein Baby am Rücken selbst noch ein bisschen stützen. Oder Du legst ihm als Stütze zum Beispiel ein zusammengerolltes Handtuch in den Rücken, damit es nicht auf den Rücken umkippt und ihm die Brust aus dem Mund gezogen wird.
  • Deinen zweiten Arm kannst Du nun entspannt auf oder unter das Kissen legen.
  • Wenn Du auch die zweite Brust noch geben möchtest, kannst Du das entweder auch auf dieser Seite liegend machen, indem Du Deinen Körper einfach etwas weiter zu Deinem Baby neigst und Dein Baby vielleicht noch ein kleines bisschen von Dir wegkippst.
  • Oder Du drehst Dich mit dem Baby über die Rückenlage auf die andere Seite. Halte dazu Dein Baby nah an Dir, lege es auf Deinen Bauch, drehe Dich mit ihm auf Deinen Rücken und dann weiter auf die zweite Seite. Und dort legst Du es genauso an wie auf der ersten Seite.

Falls Du allgemein noch unsicher beim Anlegen bist, lege erst einmal vor allem in der Position an, die für Dich am besten klappt. Und warte mit dem Stillen in der Seitenlage noch etwas oder übe es erst einmal bei Tag und mit einem nicht allzu hungrigen Baby. 

Bis es soweit ist, leg doch einfach auch nachts weiter intuitiv an.

Regine Gresens, IBCLC, April 2021
Foto: A.M.S.

 

In dem Video-Online-Kurs “Gut Anlegen” bekommst Du ausführliche Tipps und hilfreiche Infos zum Anlegen in unterschiedlichen Positionen.

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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.

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5 Kommentare

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  1. Liebe Regine,
    meine 6 Monate alte Tochter und ich stillen meistens im Liegen. Ich habe einen starken Milchfluss und eine große Brust und so ist es für uns am entspanntesten. Die kleine ist motorisch sehr fit (sie krabbelt, sitzt und steht auch schon an den Möbeln auf) und hat seit kurzem die Angewohnheit zum Stillen auf ihrem Bauch zu liegen. D. h. sie dreht ihren Kopf seitlich zur Brust. Sie verschluckt sich nicht, trinkt so ruhig und lange und schläft so dann auch ein.
    Aber überall lese ich, dass die Wirbelsäule gerade sein muss… Ich versuche sie immer auf die Seite zu drehen, aber sie dreht sich sofort zurück. Ist das denn okay so, wenn sie es sich selber so aussucht und damit klar kommt?!
    Danke für Deine tolle Seite, ich habe schon viel Hilfe hier gefunden.
    Liebe Grüße, Andrea

    1. Liebe Andrea,
      wenn Ihr beide mit der Position Deiner Tochter beim Stillen klarkommt, also auch Du keine Schmerzen an den Brustwarzen hast, ist es überhaupt kein Problem.
      Ältere Stillkinder können in allen möglichen Positionen problemlos stillen und machen oft nahezu akrobatische Turnübungen dabei.
      Viel Spaß dabei, liebe Grüße,
      Regine Gresens

      1. Vielen Dank für die schnelle Antwort! Das stimmt, den “herabschauenden Hund ” hat sie auch schon gemacht 🙂

  2. Liebe Frau Gresens,

    welchen Tipp haben Sie zum Aufstoßen lassen beim Stillen in Seitlage?
    Außerdem muss ich nach dem Andocken meist mit einem Zeigefinger noch etwas Brust Gewebe zurück halten, da es meinem Sohn sonst auf die Nase fällt. Passt unsere Position dann nicht?

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