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Ich würde wieder beide "im Tandem" stillen

Ich würde wieder beide „im Tandem“ stillen

3 Kommentare

Hallo,
nachdem ich schon länger Ihre Seite verfolge, möchte ich gerne meine „Still-Story“ auch an andere Mamis weitergeben.

Ich habe vor zwei Wochen aufgehört zu stillen – davor liegen 3,5 wunderbare, liebevolle, kuschelige, aber auch manchmal anstrengende Stilljahre mit meinen zwei Kids.

Mein Sohn (heute 3,5 Jahre) war von Anfang an ein kleiner Genießer und tat nichts lieber, als (am liebsten jede halbe Stunde) am Busen zu nuckeln und zu kuscheln.

Dem kam ich gerne entgegen, ich genoss die Nähe sehr und wir hatten weder Start- noch sonst irgendwelche Schwierigkeiten.

Als sein erster Geburtstag kam, wussten wir, dass sich ein Geschwisterchen ankündigte. Ich dachte: „Da schmeckt die Milch anders, er wird sicher von alleine aufhören…“

So sagt man ja schließlich…

Also stillten wir munter weiter, mehr als zuvor, weil Eliyah merkte, dass was „im Busch“ war, wie ich im Nachhinein oft denke.

Entgegen aller Empfehlungen von vielen Bekannten und Freunden, Ärzten (ja, sogar mein Frauenarzt) stillten wir weiter.

Die lustigste Aussage zum Thema Stillen in der Schwangerschaft, kam von meiner Schwiegermutter (Sorry, an dieser Stelle), die meinte: „Deine Milch ist ja sauer, da wird dem Kleinen schlecht!“ 🙂

Mein Arzt sagte, für so langes Stillen sei die Brust einfach nicht gemacht und riet mir dringend abzustillen.

Jedenfalls setzten die Wehen meiner kleinen Tochter ein. Mein Sohn kam noch in den Kreißsaal (damals 20 Monate alt) und ich stillte ihn kurz.

Die Hebammen kicherten und staunten, meinten aber dann, Stillen würde eh die Wehen anregen, also bitte gerne weitermachen.

Meine Tochter Dilara tat sich am Anfang schwerer, die richtige „Technik“ zu finden.

Alle Hebammen sagten nur sowas wie „Du bist ja die Tandem-Stillerin, du kennst dich aus..“

Aber bei ihr war es allerdings ganz anders.

Nach einiger Zeit klappte es ganz hervorragend und beide Kids tranken munter nebeneinanderher.

Für mich war das am Anfang schon irgendwie lustig und aufregend, aber ich fühlte mich wohl dabei, beide meine Lieblinge bei mir zu haben und es tat uns allen sehr gut.

Mein Mann hat mich eigentlich zu jeder Zeit dabei unterstützt.

Auch was das Thema Eifersucht betraf, war das Tandem-Stillen ein wahrer Segen.

So ging es dann weiter, bis mein Sohn, ca. ein halbes Jahr später, sagte: „So, jetzt bin ich ein großer ‚Bua‘, jetzt brauch i kein ‚Busele‘ (wie er es nannte) mehr!“.

Und damit konnte Dilara den Busen für sich alleine beanspruchen, was sie zuerst auch sehr genoss (das kam mir zumindest so vor)….

Eigentlich wollte ich auch meine kleine Maus so lange stillen, wie sie gerne möchte. Aber vor rund zwei Wochen (und schon einige Zeit davor) hatte ich immer mehr das Gefühl, dass ich nach dieser langen Stillzeit nun ein Ende herbeisehne, wenn man das so sagen kann.

Und es ging einfacher, als gedacht…

Meine Tochter (jetzt bald zwei Jahre) verstand genau, dass es jetzt „an der Zeit“ war, und ist jetzt sehr stolz darauf, ganz alleine (ohne „Titti“, wie sie so nett sagte) einschlafen zu können.

Ich hatte beide Kinder bis sie schliefen gestillt und bin dann rausgeschlichen, um mich später wieder dazu zu kuscheln.

Das Familienbett ist uns als Schlaflösung geblieben und mittlerweile schlafen wir alle vier sehr gut (meistens zumindest).

Wenn ich jetzt zurückblicke, bin ich sehr glücklich damit, wie alles gelaufen ist und wie gut, wir das gemeinsam geschafft haben – ohne (zum Glück) auf die Ratschläge Anderer zu hören!

Auch beide „im Tandem“ würde ich wieder stillen, obwohl es natürlich auch eine sehr intensive Zeit war!

Liebe Grüße,
Lisi

Originalbericht einer Mutter, Februar 2016
Foto: elisabeth demir

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

3 Kommentare

  1. Tolle Geschichte! Ich hab meinen Sohn bis kurz vor der Geburt meiner Tochter gestillt. Am Ende konnte ich nicht mehr, meine Brustwarzen haben so weh getan in der SS. Als dann meine Tochter kam, hab ich den Milcheinschuss nicht bemerkt und meine Brustwarzen waren kaum wund vom vielen Anlegen. Es war total angenehm! Würde ich immer wieder so machen. Ehrlich gesagt bin ich jetzt aber froh, nur eine Dauernucklerin am Busen hängen zu haben : ) Also Hut ab vor dir!
    P.s. Mein Sohn hat erst mit 14 Monaten Zähne bekommen. Meine Schwiegermutter wollte mir weis machen, dass sie erst so spät kamen, weil ich so lange gestillt hab. Die Schwiegermütter und Co muss man einfach labern lassen!
    Liebe Grüße

  2. Huhu! Wie ist es denn, wenn man dann das Kleine das erste Mal stillt – ist dann sofort die Vormilch da und der Stillstart leichter, weil der Milcheinschuss ja quasi ausbleibt, da die Milch ja schon vorhanden ist oder wie muss ich mir das vorstellen? Eine wunderbare Geschichte, die mal wieder zeigt, dass man am allerbesten auf seine ureigenen Instinkte hören sollte. Liebe Grüße

  3. Hallo, ich habe mal eine praktische Frage: wie klappte das an Abenden, wenn du mal nicht Zuhause warst oder ihr alle zusammen woanders wart (z.b. auf einer Hochzeit/Geburtstag etc.). Konnten die Kinder in Ausnahmefällen auch von deinem Partner/anderen Bezugspesonen ins Bett gebracht werden? Bei so einem Zeitraum stelle ich mir das manchmal unumgänglich vor, oder?
    Danke sehr für eine Info.

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