„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

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Ich stille vier Kinder – warum denn nicht?

Von S.v.G. |
Ich bin eine sogenannte Langzeitstillmama. Und ich bin eine Großfamilienmama. Aktuell stille ich noch die vier jüngeren meiner insgesamt sechs Kinder.

Ganz oft werde ich gefragt, wie ich das schaffe, so viel, so lange, so viele Kinder zu stillen.

Ich kann das ganz kurz erklären: Das Stillen macht den Alltag um ein ganzes Stück einfacher. Ich war nie Flaschenmama, aber ich stelle es mir deutlich stressiger vor, vier Kinder mit Formula zu versorgen und zu trösten.

Ich werde auch ganz oft nach dem ‚Warum‘ gefragt und da fällt mir eigentlich nur ein, „Warum denn nicht?“.

Als ich noch keine Kinder hatte, dachte ich mir, dass ich wohl so etwa ein Jahr pro Kind stillen werde. Aber als dann mein erstes Kind ein Jahr alt war, fiel mir gar kein Grund ein zum Abstillen, also habe ich weiter gestillt.

Das erste Kind war dann 16 Monate alt, als das zweite geboren wurde. Ab dem Zeitpunkt habe ich dann 2 Kinder gestillt.

Das lief dann einfach so weiter. In der Zeit habe ich tatsächlich oft gedacht, ob die Kinder denn überhaupt irgendwann von allein aufhören werden und ich hatte niemanden, der auch nur annähernd so lang gestillt hat.

Irgendwann habe ich auch gar nicht mehr darüber gesprochen und regelrecht verheimlicht, dass die Stillbeziehungen zu den beiden weitergingen. Es wusste keiner außer mein Mann (nicht der Vater der beiden großen Kinder).

Als Kind 2 dann 3 Jahre alt war, kam Kind Nummer 3 zur Welt und ab da stillte ich 3 Kinder. Die beiden großen weiterhin heimlich. Da waren sie 4 1/2 Jahre und 3 Jahre alt.

Als das dritte Kind etwa ein halbes Jahr alt war, stillte sich dann Kind 2 mit 3 Jahren und 8 Monaten ganz von allein ab.

Das war für mich eine ganz neue Erfahrung und da wurde mir dann auch bewusst, dass es wirklich funktioniert. Die Kinder stillen sich tatsächlich selbst ab und hängen nicht für immer an der Brust. Was für ein Erlebnis.

Kurze Zeit später war dann auch Kind 1 soweit und hat sich wenige Tage vor dem 5. Geburtstag abgestillt. Und nun hatte ich auf einmal nur noch ein Stillkind.

Ich lernte dann durch Facebook andere Mamas kennen, die auch so lange stillten, und damit gewann ich so viel Mut darüber zu reden.

Als Kind 3 dann 17 Monate alt war, kam Kind 4 zur Welt und ich hatte wieder 2 Stillkinder, bis weitere 18 Monate später das 5. Kind geboren wurde und ich wieder 3 Kinder an den Brüsten hatte.

Mit Kind Nummer 6, weitere 16 Monate später, hatte ich dann die Premiere. 4 Stillkinder und 2 Brüste. Das klingt hart.

Ist es aber gar nicht. Die Größeren kennen das ja alles schon und wussten intuitiv jedes Mal, dass das Neugeborene Vorrang hat und haben immer ganz seelenruhig gewartet.

Außerdem haben die Kinder unterschiedlichen Alters natürlich auch unterschiedliche Bedürfnisse. Clusterphasen, Zahnen und Schübe sind hier natürlich genauso hart, wie bei allen anderen. Das braucht man sich gar nicht anders vorstellen. Aber gerade da bin ich unendlich froh über meine Brüste, die schnell beruhigen.

Ich kann mit Kind(ern) an der Milchbar mit den anderen spielen, lesen, kuscheln, Hausaufgaben machen u.v.m.

Mit Tragetuch und Brust, ist Einkaufen auch mit allen 6 Kindern keine große Hürde. Es ist alles möglich, was so in einem Familienalltag anfällt. Und selbst verreisen klappt so relativ stressfrei.

Viele interessieren sich für die Stillzeiten der einzelnen Kinder. Kind 3 ist jetzt 5 Jahre alt und stillt am Tag etwa 3 mal, dazu gehört auch Einschlafstillen. Nachts wird bereits durchgeschlafen.

Kind 4 ist 3 1/2 Jahre alt und stillt eigentlich nur noch zum Einschlafen und hin und wieder am Tag. Ich schätze, dass hier bald ein Abstillen in Sicht kommt.

Kind 5 ist 2 Jahre alt und stillt am Tag 2-3 mal, zum Einschlafen und nachts etwa 3 mal.

Kind 6 ist ein Dreiviertel Jahr alt und stillt natürlich noch recht viel. Aktuell dank Schub und Zahn Nummer 8 in der Nacht etwa jede halbe Stunde. Ich drehe mich nachts einfach von links nach rechts. Auf jeder Seite liegt eins der beiden jüngsten. So klappt das dann auch recht gut.

Zur besseren Übersicht sind hier die einzelnen Stillbeziehungen noch einmal aufgelistet:
1) Mai 2011 – Ende April 2016
2) August 2012 – Mitte April 2016
3) seit September 2015
4) seit Februar 2017
5) seit Juli 2018
6) seit November 2019

Immer wieder sind die Leute verblüfft, dass ich so viel Milch habe. Ich kann nur jeder Stillmama immer wieder mit auf den Weg geben: Eure Milch reicht aus. Die Milch wird so viel gebildet, wie sie benötigt wird, vorausgesetzt man stillt ausschließlich nach Bedarf. Die Nachfrage regelt das Angebot.

Ich gehöre sogar zu den Glückspilzen, die auch in den Schwangerschaften immer genug Milch produziert haben.

Natürlich muss ich wie jede andere Stillende darauf achten, dass ich keinen Mangel bekomme. Das ist mir auch sehr wichtig. Meine Blutwerte sind immer Tip-Top. Ich muss ausschließlich Vitamin B12 supplementieren, weil ich Veganerin bin, alles andere decke ich über meine Ernährung.

Ich habe da schon immer das Glück auf meiner Seite und hatte nie das Gefühl, dass mich das Stillen auszehren würde. Allen Mamas, die aber das Gefühl haben und nicht abstillen möchten: Lasst Eure Werte checken und supplementiert gegebenenfalls gezielt.

S.v.G.

Originalbericht einer Mutter, September 2020
Foto: Clemens v. Vogelsang

 

Liebe S.v.G.,
WOW, vier Kinder unterschiedlichen Alters stillen!!
Analog zu Tandem-Stillen wäre das ja „Quadem-Stillen“, nur dass es dieses Wort (noch) gar nicht gibt, weil es soooo selten vorkommt…
Vielen Dank für diesen beeindruckenden Bericht über Deine Stillzeiten und diese außergewöhnliche Erfahrung.
Ich wünsche Dir und Deinen Kindern noch eine entspannte weitere Stillzeit.
Herzliche Grüße, Regine Gresens


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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

Regine Gresens

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4 Kommentare

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  1. Liebe Regine,
    oh was für einen tollen Bericht einer Leserin du hier veröffentlichen durftest. Gänsehaut. Und großen Respekt an die Mama! Ich bin mir sicher sie ist eine Expertin im Schauen auf die eigenen Bedürfnisse, denn ohne das wäre eine solche Leistung gar nicht möglich.

    1. Liebe Tabea,
      das sehe ich auch so. Wobei dieser Bericht auch wunderbar deutlich macht, dass Stillen die Mutter nicht auszehrt, wenn sie gut auf sich achtet, sich ausgewogen ernährt und das Stillen – sogar von vier Kindern und über mehrere Jahre – nicht als Belastung empfindet.
      Herzliche Grüße, Regine

  2. Hallo. Ganz tolle Einstellung und auch prima, dass das so super klappt. Was mich aber bei dir am meisten interessiert, wie bist du trotz stillen wieder schwanger geworden?

    1. Hallo Anja,
      Stillen ist ja keine sichere Verhütungsmethode, sonst gäbe es keine stillenden Schwangeren oder Tandemstillende.
      Es gibt zwar Mütter, die erst nach dem Abstillen wieder ihre Periode und dann auch erst einen Eisprung bekommen. Aber andere bekommen schon nach wenigen Monaten wieder die Regel und meist davor schon den ersten Eisprung, obwohl sie noch ausschließlich stillen. Bei mir selbst war es nach 4 Monaten schon soweit. Und ab diesem Moment besteht natürlich auch immer die Möglichkeit wieder schwanger zu werden…
      Liebe Grüße, Regine Gresens

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