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Unser Start ins Stillleben

Ich hatte Angst vor dem nächsten Anlegen

3 Kommentare

Mein Sohn erblickte bei 41+0 nach 13 Stunden Wehen auf spontane Weise die Welt. Im Kreißsaal des ‚Stillfreundlichen‘ Krankenhauses legte ich ihn direkt das erste Mal an. Er dockte an und hatte schon einen kräftigen Zug drauf.

Im Laufe des ersten Tages als Mama kam eine Hebamme, brachte mir zwei Probepäckchen Lanolin und half mir dabei ihn anzulegen. Links klappte es von allein, aber rechts hatten wir Probleme.

Da wir beide wohlauf waren, verbrachten wir nur eine Nacht im Krankenhaus und kuschelten uns dann ins heimische Bett.

Der Milcheinschuss kam bereits nach 1,5 Tagen und mein kleiner Mann hatte großen Appetit.

Dann kamen die Schmerzen. Meine Brustwarzen wurden wund, so sehr, dass ich bei jedem Anlegen weinte und das Blut lief. Mein Sohn spuckte dieses sogar nach dem Trinken. Ein furchtbarer Anblick, den ich nie vergessen werde.

Meine Hebamme versorgte mich mit Kompressen und Lanolin, doch es wurde nicht besser.

Ich hatte Angst davor, dass mein Baby Hunger bekommt und an die Brust muss.

Ich habe geweint und mir auf die Lippen gebissen, um nicht laut zu schreien.

Er war noch nie ein ruhiger Trinker, der mit einmal Andocken zufrieden war. Er trinkt zwar schnell, aber dockt immer wieder an und ab, jedes Mal ging ich durch die Hölle.

Ich hatte bereits in der Schwangerschaft von Stillberatung gehört.

Also bat ich eine Stillberaterin uns daheim zu besuchen und zu schauen, wo unser Fehler liegt. Sie fand keinen. Er war super angelegt und alles top.

Bis auf die üblichen Empfehlungen, wie Cremen und Milch trocknen lassen, konnte sie uns nicht helfen. Dabei hatte ich so viel Hoffnung in diesen Besuch gesteckt.

Ein Abend war so schlimm, dass ich meinen Freund losschickte, um Milchpulver zu kaufen. Dabei wollte ich doch unbedingt stillen…

Als letzte Rettung sah ich die Milchpumpe. Ich besorgte mir am nächsten Morgen eine und fütterte die Milch der rechten Brust nun aus der Flasche.

Meine Hebamme hatte als einzigen Kommentar nur übrig: „Super, dann mach das einfach weiter so!“

Aber das war keine Lösung für mich, zu groß die Angst einer Saugverwirrung! Also rief ich in der Stillambulanz des Entbindungskrankenhauses an und bekam sofort gesagt, dass ich am nächsten Tag gern kommen kann.

Ich packte also morgens meinen Sohn ein und fuhr ins Krankenhaus.

Dort nahm mich die liebste Stillberaterin und Hebamme in Empfang, die man sich vorstellen kann! Beim Anblick meiner Brustwarzen wusste sie sofort, dass die Schmerzen irrsinnig sind. Sie holte die Ärztin dazu, um eine Infektion ausschließen zu können.

Die Ärztin lies erneut einen Anlegefehler ausschließen und besprach dann mit der Stillberaterin die weitere Behandlung. Ich fühlte mich endlich verstanden und gut beraten!

Die Beraterin nahm sich viel Zeit für uns, gab mir Stillhütchen, die sofortige Linderung des Schmerzes brachten und desinfizierte meine Brustwarzen.

Ich stillte meinen Sohn nun mit Plaste an den Brüsten, aber schmerzfrei.

Und ich bekam meine erste Laserbehandlung. Diese Behandlung fördert die Regeneration der Haut. Nach 4 Stunden verließen wir die Ambulanz mit viel Lanolin, Desinfektionsmittel, sterilen Kompressen und Hütchen.

Ich sollte die Brustwarzen nun erst desinfizieren, dann mit viel Lanolin pflegen, darüber die Kompresse geben und so die Haut feucht heilen lassen.

Nach drei Tagen ging ich erneut in die Stillambulanz zum Lasern.

Von Tag zu Tag schlossen sich die Wunden nun und nach zwei Wochen war nichts mehr zu sehen.

Ich stillte trotzdem weiterhin mit Hütchen und presste die Lippen beim Anlegen aufeinander, zu groß war die Angst vor den Schmerzen.

Als mein Sohn 3 Monate wurde, fing ich an die Hütchen weg zu lassen. Zum Glück akzeptierte mein „Milchvampir“ das sehr schnell und bald brauchte ich die nervigen ‚Gumminippel‘ nicht mehr überall mit hin nehmen.

Hebamme, Krankenschwester und zwei Stillberaterinnen konnten bei uns nie einen Anlegefehler feststellen, trotzdem wurde ich wund.

Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass meine Brustwarzen sich erst ans Stillen anpassen mussten. Wie oft hatte ich jedoch gedacht, ich mache etwas falsch.

Wir stillen nun fast 8 Monate und das Milchpulver wurde nie genutzt. Es steht auf dem Küchenschrank und erinnert an eine schwere, schmerzhafte Zeit.

Jetzt stillen wir gern, es ist Alltag geworden und ich bin stolz, durchgehalten zu haben. Es lohnt sich so sehr!

Ich bin Frau Belka aus dem Diakonissenkrankenhaus Dresden wahnsinnig dankbar für ihre Hilfe, sie macht einen super Job und ist mit Herz und Seele dabei, das spürt man sofort. Dank ihr werden wir noch sehr lange stillen können, schmerz- und angstfrei.

Originalbericht einer Mutter, April 2015
Foto: M. Hübschmann
 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

3 Kommentare

  1. Fast genauso war es bei mir! Schmerzen beim Stillen ganze 6 Wochen lang. Es war fürchtbar… Zum Glück wurde es dann alles besser.

    • Oh, das kenne ich auch. Ich verlor sogar einen Teil meiner Brustwarze…
      Dank MultiMam Kompressen aus der Apotheke und gaaanz viel Geduld und Kraft, stille ich nun seit 9 Monaten.
      Ich bin sehr froh durchgehalten zu haben, denn das Stillen ist sooo toll!

      Ich kann nur raten, Geduld zu haben und die richtige Hilfe 😉

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