Ich hätte dich so gerne gestillt...

Ich hätte dich so gerne gestillt…

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Liebe Frau Gresens, ich finde Ihre Homepage toll und habe mich entschlossen, Sie und die Frauen, die gerne – wie ich – die Berichte auf stillkinder.de lesen, an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Ich habe zwei Söhne. Der große ist inzwischen fast 4 Jahre alt, der kleine 21 Monate.

Den Kleinen konnte ich von Anfang an relativ problemlos stillen und stille ihn bis heute noch regelmäßig zum Einschlafen.

Beide schlafen meist bei uns im Elternschlafzimmer. Der Kleine wirklich jede Nacht und der Große, wenn er es möchte.

Bei meinem Erstgeborenen hat das Stillen leider so gar nicht geklappt.

Ich bin bis heute sehr traurig darüber, denn ich hätte ihn so gerne auch gestillt und mit ihm die Erfahrung geteilt, die mir nun bei seinem kleinen Bruder so kostbar ist.

Nichtsdestotrotz ist er ein ganz toll entwickelter, gesunder, fröhlicher, selbstbewusster und schlauer Junge geworden.

Bis heute weiß ich nicht hundertprozentig, warum es bei ihm mit dem Stillen nicht geklappt hat, aber ich habe etliche „Indizien“, von denen ich berichten möchte.

Mein Erstgeborener kam im März 2012 auf die Welt. Er war ein absolutes Wunschkind.

Für mich war schon immer klar, dass ich gerne Kinder haben wollte. Mit 30 war es dann endlich soweit: Mit dem richtigen Mann und zu einem beruflich passenden Zeitpunkt konnte nichts mehr schief gehen!

Ich war wirklich gut auf die Geburt und auf das Stillen vorbereitet, hatte etliche Bücher gelesen, mir rechtzeitig eine Hebamme gesucht, einen Stillvorbereitungskurs sicherheitshalber extra belegt, um noch praktische Dinge über den Geburtsvorbereitungskurs hinaus zu erfahren.

Ich wollte stillen und war fast übermotiviert. Ich dachte gar nicht darüber nach, dass es nicht klappen könnte.

Klassischerweise entschied ich mich für die Geburt in einer Klinik. Denn mir war die Sicherheit, dass sofort medizinisches Personal im Notfall vorhanden war, wichtig.

Die Geburt verlief, so sagte man mir später, ziemlich typisch für eine Erstgebärende: Um 21 Uhr die ersten regelmäßigen Wehen. Wirklich schön regelmäßig, man konnte auf der Uhr genau mitrechnen, wann die nächste Wehe kommen würde.

Da die Abstände anfangs noch sehr groß waren, fuhren wir erst um 0:30 Uhr in die Klinik.

Es war nicht viel los. Ich bekam nach vorheriger Beratung einen Einlauf, um die Wehen etwas anzuregen. Die Sache mit dem Einlauf klappte.

Die Wehen öffneten lehrbuchmäßig den Muttermund um ca. 1 cm pro Stunde. Bis mir in der Früh um 6 Uhr die Fruchtblase platzte, war alles gut.

Ab diesem Zeitpunkt war jede Wehe plötzlich extrem schmerzhaft, aber mein Körper war durch die Nacht ohne Ruhe sehr angestrengt.

Die Wehen hatten nicht mehr genug Kraft, um den Muttermund weiter ordentlich öffnen zu können, gleichzeitig erschienen mir die Schmerzen trotz verschiedener Positionen und Atemübungen inzwischen unerträglich. Ich entschied mich für eine PDA.

Genau weiß ich es nicht mehr, weil es jetzt doch schon einige Zeit zurückliegt, aber ich denke, erst wurden die Wehen gehemmt, um mich zur Ruhe kommen zu lassen, anschließend (es war – glaube ich – inzwischen schon 10 Uhr vormittags) gab man mir ein Mittel, um die Wehen verstärkt in Gang zu bringen.

Der eigentliche Geburtsvorgang verlief ziemlich schnell. Die Nabelschnur wurde sehr schnell getrennt (sie war auch zu kurz, um mir meinen Sohn mit Nabelschnur auf den Bauch zu legen, vielleicht lag dies auch an der Geburtsposition, denn ich musste auf dem Rücken liegen).

Mein erster Sohn wurde um 12 Uhr mittags geboren. Ich war total erschöpft, gleichzeitig nahm ich aber kaum wahr, was um mich herum geschah, weil ich so auf ihn konzentriert war.

Unsere ersten Minuten gemeinsam: Ich hielt ihn auf meiner Brust, dann nahm ihn die Hebamme zum Wiegen und Messen.

Er schrie, kam aber Gott sei Dank, danach gleich wieder zu mir.

In einem Nebenraum ließ man uns erst einmal zu dritt allein. Während mein Mann die ersten Nachrichten verschickte, versuchte ich das Wunder und die Nähe meines kleinen Söhnchens zu begreifen.

Wir kuschelten ganz eng (ich lag auf der Seite und er neben mir, neben meiner nackten Brust). Er schaute mich die ganze Zeit an.

Er weinte nicht. Er suchte aber auch nicht die Brust. Wir waren doch eine ganze Weile in diesem Nebenraum des Kreißsaals.

Es kam niemand, der mir zeigte, wie ich ihn anlegen könnte.

Ich versuchte es ein paar Mal selbstständig, aber es klappte nicht. Er drehte immer sein Köpfchen zur Seite, wollte anscheinend nicht.

Irgendwann begnügte ich mich damit, mit ihm zu kuscheln.

Die Zeit nach der Geburt im Krankenhaus habe ich als sehr negativ empfunden.

Bei meinem zweiten Sohn habe ich mir intensiv überlegt, ob ich nicht ambulant entbinden und nach der Geburt einfach nach Hause gehen sollte.

Bei meinem ersten Sohn kam das für mich gar nicht in Frage. Ich dachte, im Krankenhaus sind wir doch am besten versorgt.

Hier gibt es geschultes Personal, das uns den Einstieg ins Stillen erleichtert.

Hier gibt es Kinderärzte, falls doch plötzlich etwas mit dem Kleinen sein sollte.

Also das Rundum-sorglos-Paket.

Na ja. Obwohl ich nur in einem Zwei-Bett-Zimmer untergebracht war, hatten wir nie unsere Ruhe.

Meine Bettnachbarin, die einen Tag vor mir entbunden hatte, hatte offensichtlich einen unerschöpflichen Bekannten- und Freundeskreis.

Ständig klingelte ihr Handy, laufend bekam sie Besuch.

Zudem kam ständig das Klinikpersonal, das etwas von mir wollte…

Ich war innerlich unruhig. Nachdem im Verlauf des Nachmittags nach der Geburt zwar viel Papierkram, Essenswünsche und Sonstiges geklärt worden war, hatte ich aber immer noch keine Stillberaterin gesehen.

Ich versuchte es weiterhin auf eigene Faust. Anlegen. Anlegen. Anlegen. Das sei doch das Wichtigste.

Immer wieder versuchen! Nicht aufgeben! So hatte ich es doch gelesen.

Mein kleiner Mann wollte nicht recht. Ich versuchte es stündlich. Halbstündlich.

Manchmal war er scheinbar einfach genervt und weinte.

Aber er musste doch trinken! Er brauchte doch das Kolostrum!

Er trank kaum. Ich würde nicht sagen, gar nicht, aber sehr wenig. Auch in den folgenden Tagen.

In der Nacht schrie er sehr viel.

Ich wanderte nachts mit ihm durch die Gänge des Krankenhauses, trug ihn, kuschelte mit viel nackter Haut, legte ihn unermüdlich an.

Es kamen irgendwann tatsächlich Stillberaterinnen, die es gut meinten (immer kam eine andere) und jedes Mal bekam ich einen anderen Tipp.

Wir versuchten Stillhütchen, er wollte nicht.

Wir versuchten verschiedene Anlegepositionen, er wollte nicht.

Ich war gestresst. Ich war einfach müde. Ich hatte die Nacht der Geburt nicht geschlafen.

Am Tag auch kaum, weil da war ja immer etwas los in unserem Zimmer. In der Nacht darauf auch wenig, da weinte der Kleine ja so viel.

Ich kam mir allein gelassen vor. Auch mein Mann war in der Nacht nicht da.

Ich klingelte häufig nach den Nachtschwestern und bat immer wieder, den Kleinen doch noch einmal mit mir zusammen anzulegen.

Dabei machte ich aber leider viele negative Erfahrungen, vom Ziehen und Zerren an meiner Brust, um sie irgendwie in den Mund des Kleinen zu befördern, bis hin zu besonders „hilfreichen“ Kommentaren, wie: ‚dass man doch bitte inzwischen wissen solle, wie man einen Säugling anzulegen habe, denn immerhin sei man doch schon die dritte Nacht hier‘.

Da der Kleine so wenig an der Brust zog, riet man mir zum Abpumpen mit der elektrischen Milchpumpe, um den Milcheinschuss zu fördern.

Der kam dann auch, aber wie! Vor lauter Druck nach vorne, sah man meine Brustwarzen gar nicht mehr. Es war furchtbar!

Das Andocken war für den Kleinen offensichtlich jetzt noch schwieriger. Er heulte noch häufiger und die letzte Nacht im Krankenhaus war für mich die Hölle.

Zum Glück wurde es zu Hause besser.

Mein Mann umsorgte mich und den Kleinen liebevoll. Ich hatte Zeit, mich auf das Stillen zu konzentrieren, was aber immer noch nicht so recht klappte. Sicherheitshalber pumpte ich immer wieder mit einer elektrischen Milchpumpe ab.

So hatte man es mir im Krankenhaus nahe gelegt, damit genug Milch kam. Meine Hebamme half mir endlich richtig beim Anlegen.

Trotzdem war es schwierig. Der kleine Mann trank einfach nicht so, wie man es sich gewünscht hätte.

Auch die Hebamme war sich nicht sicher, ob er genug abbekam. Er war ein Leichtgewicht und nahm auch wenig zu. Es war gerade noch genug.

Immer diese Unsicherheit! Wir versuchten ein Brusternährungsset. Das klappte gar nicht. Der Kleine verweigerte es mehrmals und wir heulten beide.

Wir versuchten wieder Stillhütchen – mit ähnlichem Ergebnis.

Irgendwann – es war eine gute Woche nach der Geburt – war ich fertig. Ich wollte doch stillen, es sollte doch schön sein für uns beide, aber es war so furchtbar. So anders als alles, was ich mir vorgestellt hatte.

Wir hatten doch alles versucht! Hatten wir zu viel versucht, den Kleinen nur gestresst? Ich jonglierte ihn ja nur noch von einer möglichen oder unmöglichen Stillposition in die nächste, in der Hoffnung er würde endlich einmal länger andocken und richtig gut trinken!

Zu diesem Zeitpunkt war ich wirklich so müde und ratlos, dass ich mich schließlich doch entschied, das Fläschchen zu geben.

Nicht mit Säuglingsnahrung, sondern mit meiner eigenen abgepumpten Milch. Es war ja genug da. Ich hatte ja von Anfang an zusätzlich abgepumpt.

Eigentlich hatte ich immer zu viel Milch. Ich konnte viel einfrieren, vieles davon schüttete ich irgendwann weg oder verwendete es wenigstens noch als Badezusatz für den Kleinen.

Ich pumpte ein knappes halbes Jahr ab für meinen Schatz. Die Flasche akzeptierte er problemlos.

Es war anfangs ein richtiges Aufatmen, ich glaube, auch für ihn, weil er nicht ständig damit bedrängt wurde, an der Brust trinken zu sollen.

Ich hätte auch noch länger für ihn abgepumpt, aber nach einem halben Jahr hatte ich auch noch einen Bandscheibenvorfall und enorme Rückenschmerzen.

Wir stiegen also schließlich doch auf Pre-Nahrung um. Alles in allem ist ziemlich viel schief gelaufen, was das Stillen angeht.

Und trotzdem ist mein Großer heute ein so tolles Kind… ich hätte ihn nur so gerne auch gestillt…

Bei meinem jüngeren Sohn, er ist im Juni 2014 geboren, lief alles ganz anders ab.

Die Geburt ging so schnell. Blasensprung, ab in die Klinik, Untersuchung: okay, der Muttermund ist ja erst zwei Zentimeter geöffnet, kein Problem, wir haben noch Zeit.

Dann Einlauf, Toilette und ups, schon Geburtswehen. Schnell in den Kreißsaal. Es war gar keine Zeit für ein Schmerzmittel oder irgendwas.

Zwischen den ersten halbwegs regelmäßigen Wehen und der Geburt lagen drei Stunden. Die Geburt war furchtbar schmerzhaft und heftig. Ich dachte, der kleine Mann zerreißt mich.

Ich wollte dann doch wieder stationär in die Klinik, aber diesmal unbedingt in ein Einbettzimmer, um den Stress zu mindern.

Mein zweiter Sohn war fast ein ganzes Kilo schwerer (3950 g) als mein erster Sohn bei seiner Geburt (3100 g), obwohl beide ziemlich genau zum Geburtstermin zur Welt kamen.

Der kleine Mann hatte auch sofort Appetit auf die Brust. Schon im Nebenraum des Kreißsaals, wo wir nach der Geburt verschnauften, suchte er sofort selbstständig nach der Brustwarze, fand sie und saugte.

Dann war er erst einmal satt, zufrieden und schlief etliche Stunden, sodass auch ich mich ausruhen und schlafen konnte.

Wir hatten einen ganz anderen Start zusammen. Wieder bekam ich wenig Unterstützung von den Stillberaterinnen und Schwestern (es war die gleiche Klinik), aber ich war viel weniger gestresst.

Rückblickend sehe ich einige Aspekte, die mir erklären, warum es mit dem Stillen bei meinem ersten Sohn nicht geklappt hat.

Er ist bis heute immer an der Grenze zum Untergewicht, immer an der letzten Perzentile, aber er entwickelt sich trotzdem gesund, obwohl es kaum Kinder seines Alters gibt, die weniger wiegen als er.

Also hat er wahrscheinlich in den ersten Tagen sogar Milch aus meiner Brust getrunken, aber es war eben wenig, weil er schon immer wenig getrunken und gegessen hat. Er ist eben so.

Aber er war mein erstes Kind. Ich war überhaupt nicht darauf gefasst, dass er nicht gierig an meiner Brust saugen könnte, sondern nur zart und zaghaft.

Außerdem habe ich dank seines Bruders, den ich wirklich relativ unkompliziert stillen konnte, gelernt, dass man anscheinend an meiner rechten Brust sehr viel leichter andocken kann, als an der linken.

Tatsächlich ist die Region der Brustwarzen unterschiedlich und ich habe das Gefühl, dass links der Milchfluss schneller ist als rechts. (Ich merke es daran, dass der Kleine, den ich aktuell noch stille, links viel schneller schlucken muss, wenn er trinkt. Als er noch jünger war, war er auch extrem zappelig beim Stillen an der linken Brust.)

Generell habe ich einen recht schnellen, heftigen Milchfluss. Mein zweiter Sohn kam damit zurecht.

Bei meinem Großen könnte ich mir denken, dass er verschiedene Probleme hatte: Vielleicht ist ihm einfach zu viel Milch in den Mund geschossen und er wollte daher erst einmal nicht, weil es unangenehm war?

Dann versuchte ich wirklich ständig, ihn anzulegen, auch wenn er offensichtlich nicht wollte, vielleicht war ihm das einfach zu viel?

Im Krankenhaus war es ihm definitiv zu stressig, für ihn wäre eine ruhigere Atmosphäre in den ersten Tagen vermutlich wichtig gewesen.

Meinen zweiten Sohn hat dies weniger beeinträchtigt. Vielleicht spielen auch die Umstände der Geburt selbst eine Rolle, ich weiß es nicht.

Mein erster Sohn hat in den ersten drei Monaten sehr viel geschrien. Das legte sich ganz plötzlich im vierten Lebensmonat.

Bei meinem zweiten Sohn war das nicht so. Er war von Anfang an ausgeglichener und hat kaum geweint.

Sie sind auch heute charakterlich sehr unterschiedlich. Zart und sehr reflektiert der Große, resolut und ausdauernd der Kleine.

Heute denke ich manchmal, mit der Stillerfahrung, die ich jetzt habe, könnte ich vielleicht auch meinen großen Sohn stillen, käme er noch einmal auf die Welt. Ich hätte mehr Geduld, mehr Gelassenheit und mehr Vertrauen in mich selbst.

Aber vielleicht wäre es auch nicht so. Vielleicht würde ich ihm wieder die Flasche anbieten, weil ich merken würde, es täte ihm besser.

Es war wirklich so ein Aufatmen, als wir nach der ersten Woche nach seiner Geburt merkten, er trinkt gerne aus dem Fläschchen!

Gerne habe ich für ihn abgepumpt. Es war anstrengend, ich musste auch nachts aufstehen und anschließend das Pumpenzubehör reinigen, aber es war es mir wert, weil er wenigstens die ersten Monate so meine Milch bekam.

Immer wieder war ich sehr traurig, dass er nicht direkt aus meiner Brust trinken wollte.

Auch als er das Fläschchen bekam, habe ich immer wieder mal versucht, ihn an die Brust zu nehmen. Aber vielleicht war er schon zu saugverwirrt, er wollte jedenfalls lieber sein Fläschchen und blieb dabei.

Ich habe viel geschrieben an dieser Stelle und ich danke allen, die sich die Mühe machen, es zu lesen.

Was ich zeigen will, ist: Es ist, wie es ist.

Meine Liebe zu meinen Söhnen ist so groß, ich würde ihnen alles geben, was ich glaube, das gut für sie ist.
Trotzdem ist es an ihnen es anzunehmen und manchmal findet man nicht so zueinander, wie man das eigentlich möchte.

Ich wollte beide stillen und ich will für beide immer das Beste. Trotzdem hat es bei einem geklappt und beim anderen nicht.

Ich versuche, nicht mehr damit zu hadern.

Ich stille meinen zweiten Sohn, solange es für uns beide passt und freue mich, dass mein großer Sohn – trotz Nichtstillens – so prächtig gedeiht.

Ich würde mir etwas mehr Toleranz auf beiden Seiten wünschen: Toleranz der Nichtstillenden für die stillenden Mütter und auch Akzeptanz der Stillenden für diejenigen, bei denen es nicht klappt.

Denn wenn man sieht, dass eine Mutter nicht stillt, heißt das nicht immer, dass sie es nicht vielleicht doch von Herzen und mit Ausdauer versucht hat…

Originalbericht einer Mutter, Februar 2016,
Foto: J.H.

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

9 Kommentare

  1. Danke für den tollen Artikel. Bei mir ist es ganz genau so gelaufen. Viel zu viel los im Krankenhaus, ständig Besuch von den anderen Damen auf den Zimmern (3er Zimmer!) unmöglich! …man hat mich in dem Krankenhaus überhaupt nicht richtig aufgenommen und alle waren gestresst. Das Personal war ok, aber es war viel zu viel zu tun. Die Stillberaterin fand ich dort furchtbar….Schade, dass die Sorgen nicht ernst genommen wurden…

  2. Ein schöner Bericht und das genaue Gegenteil zu uns! Ich habe 2 Mädels, die Große ist bald 27 Monate und stillt immer noch leidenschaftlich gerne, von Anfang an hatten wir nie Probleme!! (Sie kam mit einem geplanten Kaiserschnitt und Vollnarkose wg. BEL zur Welt)
    Die Kleine kam zu Hause mit einer entspannten unkomplizierten Hausgeburt zur Welt. Und sie wollte von Anfang an nicht so recht gut trinken, war aber ansonsten sehr ausgeglichen und agil! Ihre Gewichtszunahe war eher schlechter (Geburtsgewicht erst nach 10 Tagen wieder, die Große nahm im Vergleich nur 40 gr ab und hatte die am 3.Tag schon wieder zugenommen). Die Kleine wollte einfach nicht so gerne gestillt werden. Mit ca 9 Wochen stillte sie das letzt mal, da ich angefangen hatte abzupumpen und dann mit Flasche zu füttern…Ich pumpe bis heute, meine Kleine wird bald 10 Monate alt…und es ist noch kein Pumpende bzw Stillende bei meiner Großen in Sicht!
    Mir hat meine Stillerfahrung vielleicht ein paar Wochen geschenkt, aber letztendlich sind wir doch beim Pumpen gelandet…

  3. Oh man….immer wieder steigen mir die Tränen in die Augen. Es ist immer wieder herzzerreißend all das Leben hier zu lesen. Dankeschön

  4. … und ich frage mich, ob Säuglinge, die unter dem Einfluss von Geburtsmedikamenten stehen, nicht derart in ihren Sinnen beeinträchtigt sind, sodass es zwangsläufig zu Stillproblemen kommen muss. Mein zweites Kind hatte nämlich, wie Ihr zweites auch, eine problemlose Spontangeburt und das Saugen klappte gleich wunderbar.

    • Ja, so ist es oft. Nicht immer – aber sehr häufig.
      Es liegt vor allem an der Geburt

    • Nein, es muss nicht zwangsläufig zu Stillproblemen kommen. Ich habe meinen Sohn per Kaiserschnitt (mit PDA) zur Welt gebracht und dank toller Unterstützung im Stillfreundlichen Krankenhaus hat trotz Aufenthalt auf der Kinderstation ab dem Tag nach der Geburt alles perfekt mit dem Stillen geklappt und das tut’s nach 21 Monaten immer noch. Am Tag der Geburt hat’s bei uns leider nicht geklappt, was aber denke ich eher an der Krankenschwester lag, als an der PDA. Hätte ich da schon die Stillberaterin vom 2. Tag gehabt, wäre der Kleine – denke ich im Nachhinnein – gar nicht wegen zu geringem Blutzucker auf der Kinderstation gelandet. Man ist nur als Erstgebärende sehr auf Hilfe und Erfahrung angewiesen. Da muss man auch ein bisschen „Glück“ haben, an die richtigen Personen zu geraten!

  5. Ich bin selbst Hebamme und habe Ihren Bericht mit großem Interesse und Anteilnahme gelesen, da ich leider und auch ganz selten Frauen betreue, denen es so geht, wie Ihnen bei Ihrem ersten Sohn! Ich finde es auch ganz ganz wichtig, einerseits auf die Intuition zu vertrauen, aber sich auch bewusst zu machen, dass immer ganz ganz viele Faktoren eine Rolle spielen. Und gerade beim Stillen lässt sich nichts erzwingen und manchmal ist ein anderer Weg auch der richtige, selbst wenn es am Anfang nicht so erscheint. Wichtig ist nur, dass man Hilfe und seelischen Beistand von seinem Umfeld und vor allem auch von seiner Hebamme hat, egal welcher Weg letztendlich beschritten wird, und dass es beiden, Mutter und Kind, dabei so gut wie irgend möglich geht, weil nur so kann sich eine entspannte und liebevolle Mutter-Kind-Beziehung entwickeln, die nicht von ewigen Schuldgefühlen geprägt ist.
    Herzliche Grüße und danke nochmal für Ihren Text Anna Helleis

  6. Vielen Dank für diesen ehrlichen Bericht. Rückblickend geht es mir auch so, dass ich mit der Stillerfahrung vom zweiten Kind beim ersten Kind einiges anders und entspannter gemacht hätte, glücklicherweise konnte ich auch mein Erstes stillen und stille das Zweite mit 23 Monaten immer noch viel.
    Alles Gute weiterhin für euch?
    Lg Sternie

  7. Vielen Dank für die geteilte Erfahrung!
    Mir geht es mit meiner Tochter (jetzt 3 1/2 Monate) ähnlich…ich habe fast sechs Wochen dafür gekämpft, dass ich sie weiter stillen kann, aber sie wollte nicht mehr. Nach etlichen Versuchen sie anders anzulegen, abpumpen etc. wollte ich zufüttern, sie hat jedoch das Fläschchen auch nicht genommen… ich und auch sie waren sehr verzweifelt. Es sind sehr viele Tränen geflossen, auf beiden Seiten. Ich habe zum Teil nur geweint, wenn ich schon ans Stillen gedacht habe. Nach 12 Wochen vollstillen, davon fast sechs Wochen Kampf, war die Verzweiflung so groß, da habe ich es noch einmal mit Pre-Milch versucht und plötzlich hat es geklappt. Ich war so erleichtert und bin es noch, aber ich denke häufig, wie gerne ich sie noch stillen würde.
    Was ich vor allem merke ist, dass ich trotz des Wissens und des Gefühls, dass Pre-Milch für meine Tochter und mich die bessere Lösung ist, die Sorge vor Vorwürfen anderer Mütter. Ich habe ständig das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, warum ich nicht stille. Überall wird gesagt und geschrieben, dass Muttermilch das Beste für mein Kind ist und was es für Allergien und Krankheiten mit sich bringen kann, wenn eine Mutter nicht wenigstens 6 Monate voll stillt. Mein schlechtes Gewissen und das Gefühl, dass ich nicht ausreichend gekämpft habe, begleiten mich seitdem.
    Ich wünsche mir auch mehr Akzeptanz und Verständnis für Mütter, die nicht stillen, denn es gibt häufig einen Grund dafür!

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