Weinendes Baby

Gibt es die Brustschimpfphase wirklich?

19 Kommentare

Frage:
Hallo, ich hätte mal eine Frage: Gibt es die Brustschimpfphase wirklich?
Unsere Tochter, 15 Wochen, schreit seit gut einer Woche oft an der Brust so sehr, dass sie sich richtig ins Kreischen reinsteigert.

Außerdem zeigt sie nicht mehr so deutlich, dass sie Hunger hat, seitdem sie ihr Däumchen entdeckt hat.

Ich geh meistens nach der Uhrzeit und lege sie an. Aber auch hier schreit sie teilweise wie am Spieß, bis sie dann ein, zwei Schlucke genommen hat. Dann trinkt sie ruhig.

Beim Wechsel an die andere Brust dann teilweise dasselbe Spiel. Ist das Verhalten normal?

Vielen Dank schon mal.

Antwort:
Das ist eine interessante Frage, auf die ich gerne etwas ausführlicher antworten möchte.

Um es gleich schon klar zu sagen:
Aus meiner Sicht ist die so genannte „Brustschimpfphase“ eine gewagte psychologische These, für die es bislang keinerlei wissenschaftliche Belege gibt, wie ich weiter unten noch erläutern werde.

Leider wird diese Erklärung für das Schimpfen oder Schreien an der Brust aber von vielen Personen, z.B. in Mütterforen im Internet, aber bedauerlicherweise auch von Fachleuten, immer wieder kritiklos übernommen und wie beim „Stille-Post-Spiel“ weitergegeben, um Mütter mit die Brust anschreienden Babys im Alter von 3 – 4 Monaten zu beruhigen und das Verhalten des Kindes als normale Entwicklungsphase zu bagatellisieren.

Ich bin der Meinung, dass Schreien an der Brust in aller Regel einen realen Grund hat, z.B. zu wenig Milchfluss oder auch zu viel Milch, Stillstreik, Ohrenschmerzen, Zahnungsbeschwerden, eine Bindungsstörung oder etwas anderes.

Jedenfalls gibt es einen Grund dafür, der herausgefunden und natürlich auch gelöst werden sollte.

Gibt es die Brustschimpfphase wirklich?

Aus welchem Grund Ihr Kind schreit, kann ich Ihnen leider nicht sagen, ohne noch viel mehr von Ihnen beiden zu wissen und vor allem Sie und Ihr Kind beim Stillen beobachten zu können.

Wenn Sie also unsicher sind, ob das Stillen gut läuft oder ob Ihrem Baby etwas fehlt, empfehle ich Ihnen, sich vor Ort für eine persönliche Beratung an Ihre Hebamme, Ihren Kinderarzt oder an eine Stillberaterin zu wenden.

Nur so lässt sich, aus meiner Sicht, der tatsächliche Grund herausfinden und wahrscheinlich auch rechtzeitig lösen, bevor sich daraus negative Folgen, wie etwa eine unzureichende Gewichtszunahme oder ein anderes Problem, entwickeln können.

Zur Theorie der Brustschimpfphase

Verfasst wurde dieses Konzept von der österreichisch-englischen Psychoanalytikerin Melanie Klein (1882-1960), die sich als eine der Ersten im Rahmen einer Spieltherapie mit dem Seelenleben von Kleinkindern beschäftigte und in ihrem Werk die Erlebniswelt und die unbewussten Phantasien von Säuglingen beschrieb. Sie gilt neben Anna Freud als Pionierin der Kinderpsychoanalyse.

Klein war jedoch weder Ärztin oder Psychologin, noch hatte sie irgendeinen anderen wissenschaftlichen Abschluss. Stattdessen hatte sie sich lediglich selbst ab 1914 einer klassischen Psychoanalyse bei Sándor Ferenczi, einem Schüler Freuds, in Budapest unterzogen.

Ferenczi wurde dann ihr erster Mentor und ermutigte sie (und auch mehrere andere Psychoanalytikerinnen, wie etwa Eugénie Sokolnicka, Ada Schott und Anna Freud) sich der Kinderanalyse zu widmen, indem er sie auf ihre „große“ Begabung Kinder zu verstehen aufmerksam machte.

Dazu muss man vielleicht sagen, dass die Psychologie noch eine ziemlich junge Wissenschaft ist, da sie erst Anfang des 19. Jahrhunderts begründet wurde. Im Jahr 1896 verwendete Sigmund Freud überhaupt zum allerersten Mal den Begriff „Psychoanalyse„.

Melanie Klein begann ihre Arbeiten also zu einer Zeit, in der die Psychologen noch recht frei „herumgeforscht“ und „wilde“ psychologische Theorien ohne empirische Grundlagen aufgestellt haben.

Kleins Theorien basierten daher im wesentlichen auf den Erfahrungen, die sie mit ihren eigenen drei Kindern gemacht hatte.

1919 präsentierte sie vor der Ungarischen Gesellschaft für Psychoanalyse die erste Kinderanalyse. Das von ihr analysierte Kind war ihr jüngster Sohn Erich (geb. 1914), dessen Spielverhalten sie seit seinem zweiten Geburtstag beobachtet und psychoanalytisch gedeutet hatte.

Ihre Methoden und Theorien, ja sogar ihre Legitimation als Psychoanalytikerin, wurden allerdings schon zu ihren Lebzeiten von anderen Psychoanalytikern, wie z.B. Edward Glover, ihrer eigenen ältesten Tochter Melitta Schmideberg-Klein, Anna Freud, u.a. heftig kritisiert und angezweifelt.

Sie bildete u.a. die Theorie, dass sich ein Baby bereits ab der Geburt auf „Objekte“ bezieht. Das erste Objekt sei die mütterliche Brust, die es in eine geliebte, „gute“, weil befriedigende Brust und eine gehasste, „böse“, weil versagende Brust spaltet.

In ihrem Buch „Das Seelenleben des Kleinkindes und andere Beiträge zur Psychoanalyse“ (1932) schreibt Klein Babys Gefühle und Absichten zu, die aus Sicht des Entwicklungspsychologen Jean Piaget erst im Alter von 8 – 12 Monaten bzw. noch später auftreten.

So spricht sie davon, dass Babys unbewusste, aggressive Phantasien hätten, in denen sie die Brust zerstören wollten und sich gleichzeitig von ihr angegriffen fühlten (S. 148):

„In seinen Zerstörungsphantasien beißt, zerreißt, verschlingt und vernichtet es die Brust, aber es fühlt, dass die Brust es in derselben Weise angreift. Wenn urethral- und analsadistische Triebe stärker werden, greift das Kind in seiner Vorstellung die Brust mit giftigem Urin und explosivem Stuhl an und erwartet deshalb, dass sie sich auch ihm gegenüber giftig und explosiv verhält.“

Weiter schreibt sie den Babys sogar Neid, Gier, sadistische Triebe und den Wunsch in den Körper der Mutter einzudringen, um ihn zu kontrollieren, zu (S. 153):

„An anderer Stelle habe ich beschrieben, wie die oral-sadistischen Triebe, die mütterliche Brust zu verschlingen und auszuhöhlen, in der Phantasie den Körper der Mutter zu verschlingen, verarbeitet werden. Angriffe, die aus allen anderen Quellen des Sadismus stammen, werden bald mit diesen oralen Angriffen verbunden und zwei Hauptlinien der sadistischen Phantasie entwickeln sich. Eine Form – hauptsächlich oral-sadistischer Natur, verbunden mit Gier – besteht darin, den mütterlichen Körper alles Guten und Wünschenswerten zu berauben. Die andere Form phantasierter Angriffe – hauptsächlich analer Natur – besteht darin, den Körper mit bösen Substanzen und abgespaltenen Teilen des Selbst zu füllen. Diese Substanzen werden hauptsächlich durch Exkremente dargestellt, die sich in Mittel verwandeln, das angegriffene Objekt zu zerstören und zu kontrollieren. Oder das ganze Selbst, das als das böse Selbst empfunden wird, tritt in den Körper der Mutter ein und übernimmt dessen Kontrolle.“

Den Stillvorgang aus der Perspektive des Kindes beschreibt sie mit diesen Worten (S. 197):

„Das vampirhafte Saugen und die Aushöhlung der Brust entwickeln sich in der Phantasie des Kindes zu einem Drängen in die Brust und später in den mütterlichen Körper.“

Diese „psychoanalytischen“ Ausführungen klingen doch eher ziemlich abstrus und äußerst spekulativ.

Sie basieren auf Analysen von Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren, die Klein dann mit Aussagen von Schizophrenen und neurotischen Erwachsenen „interpolierte“, also auffrischte oder änderte – ein nicht nur nach den heutigen wissenschaftlichen Standards höchst fragwürdiges Vorgehen!

Mir erscheinen sie daher auch eher wie Übertragungen oder Projektionen der eigenen Gefühle einer Mutter auf ihr Baby, in einer als belastend und schmerzhaft erlebten Stillbeziehung.

Wenn es tatsächlich eine normale Entwicklungsphase der Babys wäre, müsste das Anschreien der Brust ja bei allen Kinder in diesem Alter auftreten, was aber nicht der Fall ist.
Und welche Bedeutung hätte dann ein Nicht-Anschreien der Brust für die Objektbeziehungen des Kindes?

Offen bleibt für mich auch die Frage, wie diese Phase bei nicht-gestillten Kindern verlaufen soll?
Sollte diese Theorie stimmen, wäre ja eigentlich zu erwarten, dass sie mit 3 – 4 Monaten beginnen, die „böse“ Flasche anzuschreien (und diese unbewusst mit ihren Exkrementen füllen und zerstören wollen…).
Davon habe ich allerdings bisher noch nie etwas gehört.

Aus diesen Thesen eine Erklärung für das Schreien von Babys an der Brust abzuleiten, fällt noch schwerer, wenn man weitere Details aus Kleins Biografie betrachtet.

So ist beispielsweise bekannt, dass Melanie Klein immer wieder an chronischen Depressionen litt und häufig am Rande eines Nervenzusammenbruchs stand. Nach den Geburten ihrer ersten beiden Kinder (1904, 1907) war sie oft wochenlang von diesen getrennt, während sie sich in Sanatorien auskurieren musste.

In diesen Zeiten wurden die Kinder dann auch hauptsächlich von Kleins Mutter betreut, die diese Aufgabe aufopfernd auf sich nahm, was bei ihrer depressiven Tochter sowohl starke Schuld-, als auch Hassgefühle der dominanten, alles an sich reißenden Mutter gegenüber auslöste. (Göppel, S. 117)

Alix Strachey, eine Freundin Kleins, die ihr Buch „Psychoanalyse des Kindes“ (1932) ins Englische übersetzte, sagte über sie:
Sie ist ein bisschen übergeschnappt, das ist alles. Es gibt aber keinen Zweifel daran, dass ihr Geist übersprudelt von sehr, sehr interessanten Dingen“.

Nun denn, … dem muss man wohl nichts mehr hinzufügen.

Ich denke, es ist höchste Zeit, das Schreien eines Babys an der Brust endlich ernst zu nehmen und als Symptom dafür zu sehen, dass etwas an der aktuellen Situation für das Kind nicht so ist, wie es sein sollte.

Was dies dann im Einzelfall genau ist, gilt es eben jeweils heraus zu finden, statt es lapidar als „normales Brustschimpfen“ ab zu tun.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, März 2015
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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

19 Kommentare

  1. Hallo Regine,
    Danke für Ihre tolle Seite!
    Ich bin in der Verzweiflung hier gelandet. Unsere Tochter hat sich in den ersten Wochen nachts immer gequält, gestöhnt, gezappelt, geweint. Ich wusste mir nicht anders zu helfen und habe sie angelegt, denn stillen hat sie sonst ja auch beruhigt. Das hat nur leider nicht funktioniert. Sie hat kurz gesaugt und dann ihren Kopf nach hinten geschmissen (mit meiner Brustwarze im Mund), das war auf die Dauer extrem schmerzhaft!
    Meine Hebamme meinte dann, ich soll sie, was das stillen angeht, heraus zögern und nur noch alle 2-3 Stunden stillen, damit sich meine Brustwarzen wieder erholen. Das hat mich total fertig gemacht und ich habe nur noch geweint…
    Das Seltsame war, dass es immer nachts so war, tagsüber hat sie selig geschlafen und normal gestillt.
    Auch Ihr Videokurs hat mir in dem Fall leider nicht geholfen, denn angelegt habe ich richtig.
    Worauf ich hinaus möchte ist, unsere Tochter möchte (vor allem nachts) nicht in die Windel machen. Sie möchte abgehalten werden. Windelfrei ist hier das Stichwort.
    Ich weiß, Sie haben mal ein Video geteilt, wo es auch darum geht.
    Ich würde mich freuen, wenn Sie einmal ausführlich darüber schreiben. Denn es ist so logisch (wer kann schon essen und trinken, wenn er dringend mal aufs Klo muss?!) und einfach und ich wäre froh gewesen, diesen Rat von meiner Hebamme etc. zu bekommen.
    Die ominösen 3-Monatskoliken haben sicherlich auch etwas damit zu tun.
    Vielen Dank und machen Sie weiter so!

  2. Pingback: 30 Dinge, die jeder übers Stillen wissen sollte – Ulyaversum

  3. Vor dieser Seite hatte ich zwei andere zum Thema Brustschimpfen offen und dachte nur „Schwachsinn“. Genau wie viele Thesen von Freud. Vielen Dank für die klar stellenden Worte. Mit Nr. 1 hatte ich das Schreien an der Brust mit 3 Monaten. KiA meinte „dann stillen Sie halt ab“. Ich war stattdessen bei der Stillberatung. Hat 1x beim Stillen zugesehen und das Problem sofort erkannt. Luftschlucken durch zu hastiges Trinken. Alle paar Minuten Bäuerchen machen lassen, war die einfache Lösung. Nr. 2 trinkt nun schon 9 Monate, bislang entspannt. Nach dem Artikel denke ich, es müssen die Zähne sein, als die ersten 4 unten kamen, hat er auch schon mal ein paar Tage die Brust angeschrien.

  4. Ja, auch ich habe so ein Kind, seit sie 6 Wochen ist (jetzt ist sie 18 Wochen) weint bzw schreit sie fast jedesmal beim Stillen. Und bis jetzt habe ich nicht wirklich herausgefunden, was das Problem ist. Ich bekomme immer nur zu hören, bald wird es besser, wenn sie Beikost bekommt. Ich selber bin ganz oft an der Grenze meiner Kräfte und weiß nicht weiter. Ich beneide die Mamas, die immer und überall ihr Kind stillen können, welches dann glücklich und zufrieden im Arm liegt und es genießt.

  5. Dieser Artikel hat bestätigt, was ich mir schon immer gedacht habe, wenn mir gesagt wurde, dass mein Sohn bald in besagte Phase kommt bzw. drin ist. Wenn man sich die Mühe macht und den Grund sucht, gibt es eigentlich immer einen. Zu den schon genannten würde ich noch einen hinzufügen, der vielen nicht bewusst ist, und mit dem uns unser Sohn zu Windelfrei gedrängt hat: er hasst es beim Stillen gleichzeitig in die Windel zu machen. Wenn ich ihn nochmal abhalte, trinkt er danach ohne Geschrei weiter.

  6. Hallo,

    Sehr interessanter Artikel.

    Ich lese das Buch „oje, ich wachse“ und da wird sehr oft um einen Entwicklungsschub beschrieben, dass Babys die Brust verweigern und auch den Brei (falls es schon Beikost gibt). Dies ist ja meist um die 12. Woche, 15.-19. Woche und bei meiner Tochter war es jetzt erst in der 26. Woche.

    Sie hat sich plötzlich nicht mehr im Sitzen stillen lassen, ich müsste mich immer hinlegen, was unterwegs natürlich sehr toll ist. Irgendeine andere Ursache habe ich nicht gesehen, da alles weitere normal wie immer war. Plötzlich nach einer Woche, ist wieder alles wie vorher.

    Daher glaube ich die These von den Entwicklungsschüben schon! Vor allem, da es bei den meisten Babys um die gleichen Wochen vorkommt.

  7. Ich halte die Theorie der Brustschimpfphase auch für äußerst fragwürdig.
    Mein Kind und ich hatten ab der 12. Woche auch die gleichen Stillprobleme, das kam von heute auf morgen. Plötzlich hat er gemeckert, den Milchspendereflex nicht richtig ausgelöst und sich dann richtig reingesteigert. Das trat dann immer mal wieder sporadisch auf und wurde eigentlich erst ab dem 6. Monat besser, als wir mit der Beikost begonnen haben. Ich bin mir sehr sicher, dass es bei meinem Kind Zahnungsbeschwerden waren, vor allem das Einschießen der Zähne in den Kiefer hat ihm große Schmerzen bereitet und somit war Stillen auch nicht angenehm für ihn (und mich). Es schien, als konnte er nicht richtig saugen und löste somit den Milchspendereflex sehr spät aus, was ihn dann immer richtig wütend machte. Ich musste mir also etwas einfallen lassen, wie ich ihm das Stillen erleichtern konnte, denn die Flasche war für mich keine Option. Also habe ich ihn ganz oft im Schlaf gestillt, im Dunkeln oder sogar beim Herumlaufen. Irgendwie hat es immer geklappt. Und ich habe mir immer gesagt: Du hast genug Milch. Ich habe versucht, mich nicht verrückt zu machen wegen des verzögerten MSR, denn wenn man sich auch noch darauf konzentriert, fließt die Milch noch langsamer.
    Ich bin der Meinung, dass das Schimpfen an der Brust immer einen Grund hat, sei es ein zu starker Milchspendereflex, Blähungen, ein festsitzendes Bäuerchen oder eben die Zähne.

    • Liebe Anja,
      genauso sehe ich es auch. Die schnelle Diagnose, „das ist bestimmt die Brustschimpfphase“, führt nur dazu, dass nicht richtig hingeschaut wird, was der tatsächliche Grund ist.
      Ich wünsche Euch eine entspannte weitere Stillzeit.

  8. Danke!!! Obwohl ich noch nie etwas von der Brust-Schimpfphase gehoert habe, weiss ich nun, dass es Humbug ist, wenn mir das jemand einreden moechte. Ein sehr interessanter, ausfuehrlicher Bericht und endlich auch mal etwas mit Angabe der entsprechenden Quellen!

  9. Ich hatte mit meiner Tochter im 1. und 2. Monat auch immense Probleme beim Stillen, die ich zu lösen versuchte. Habe aber leider die Erfahrung gemacht, dass der KiA mich gar nicht ernst genommen hat, er meinte nur, dass das Koliken seien und ich mich mit dem Geschrei einfach abfinden solle :-0 . Dass dieses Geschrei aber beim Stillen auftrat, hat ihn irgendwie gar nicht interessiert. Ich hab den Kinderarzt übrigens danach gewechselt…

    Deshalb lieber gleich an mehrere Stellen wenden, Osteopathie, Hebammen, Stillberater, Internet …

    Bei uns war es dann eine Mischung aus starken Milchfluss und einer Blockade im Nacken.

    Vielen Dank auch an diese Website, die mir geholfen hat bei diesem Problem. 😉

    • Liebe Melanie,
      oft sind es tatsächlich mehrere Ursachen, die dazu führen, dass Babys schreien. Und das macht es dann auch so schwierig wirkliche Hilfe zu finden.
      Echte Darmkoliken sind es jedenfalls nur sehr selten.
      Ich wünsche Ihnen noch eine schöne, entspannte Stillzeit, herzliche Grüße,
      Regine Gresens

  10. Ich kann mich Simone anschließen. Das Stillen in den ersten drei Monaten ging wunderbar im Sitzen mit Hilfe des Stillkissens.
    Als mein Sohn 3 Monate alt wurde, hatte die Stillidylle ein Ende. Ich habe verschiedene Positionen ausprobiert und schnell festgestellt, dass es an dem Stillkissen liegt. Im Liegen ging das Stillen dann ohne Probleme.
    Und noch eine Beobachtung: die ersten 2-2.5 Monate bildete die Brust die Milch auf Vorrat, d.h. einen Milchspendereflex kannte ich nicht. Ich legte meinen Sohn an und er begann sofort ruhig und entspannt zu schlucken. Nach ca. 3 Monaten hat sich das geändert – er hat angefangen sich an der Milch zu verschlucken, die in einem Schwall rauskam – der besagte Milchspendereflex.

  11. Vielen Dank für diese Infos. Mir kam die Brustschreiphase auch immer recht komisch vor… hatte aber trotzdem nie weiter danach recherchiert.
    Jetzt hat mein Bauchgefühl damit seine Bestätigung.

    Tabea

  12. Hallo. Mein Sohn (jetzt 6 Monate) hat auch um den 3 Monat herum angefangen, die Brust anzuschreien, trotz Hungerzeichen. Daher habe ich auch nicht locker gelassen und verschiedene Positionen probiert. Nach zwei Tagen war mir klar, er möchte nur im Liegen stillen und in Ruhe ohne Ablenkung. Das ist heute immer noch so, weshalb ich nur Zuhause stille (es ist etwas schwierig, da noch 2 Kinder da sind). Was ich denke: 1. habe ich einen starken Milchspendereflex (was meinen ersten Sohn aber nicht gestört hat), 2. hat der Kleine einen hohen Gaumen, so dass ich vermute, er kann die schießende Milch nicht kontrollieren, 3. hatten wir am Anfang schon Probleme, weshalb sein Zugenbändchen geschnitten wurde, da ich nur wund war und er oft nur durchs Kauen den Milchspendereflex auslösen könnte. Als Denkanstoß. LG Simone

  13. Liebe Regine, das war ja mal wieder sehr interessant! Danke.

    Nebenbei: als ob Babys Exkremente als was Schlechtes ansehen würden, mit denen es gelingt, andere zu demütigen – Phantasie eines verklemmten Erwachsenen 😉

    Ich empfehle deine Seite immer in den Rückbildungskursen.

    herzlich
    Frauke

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