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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Geduld zahlt sich aus

Geduld zahlt sich aus

9 Kommentare

Hallo 🙂
Ich möchte von unserem sehr emotionalen Start und den Reden der Ärzte erzählen, dass man ein Baby mit Down Syndrom „angeblich“ nicht stillen kann.

Es sollte der schönste Tag im Februar werden, unsere lang ersehnte Tochter kündigte sich an.

Es war eine schwierige Schwangerschaft, mit Krankenhausaufenthalt, Lungenentzündung, Rippenfellentzündung und ständigen Gedanken, es ist etwas nicht in Ordnung.

Die Geburt verlief schnell und ohne Komplikationen. Unsere Maus war da und strahlte uns mit ihren großen dunklen Augen an.

Bei der U1 dann der Schock: „Frau S., ich glaube Ihr Kind hat das Down-Syndrom!“

Leere, Stille, keine Gefühle, mein Mann brach zusammen.

Die Ärzte und Hebammen machten uns Angst. Sie erzählten, was unser Kind niemals können wird, niemals lernen wird.

Wir weinten, so sehr hatten wir noch nie geweint.

Ich trauerte um mein Kind, sie tat mir so unendlich leid, ich wollte doch nur das Beste für sie!

Dann auf dem Zimmer: „Ich mach Ihnen mal die Flasche fertig, ein Kind mit Down-Syndrom kann man nicht stillen! Diese Kinder haben eine Muskelschwäche und die Zunge ist zu lang zum Stillen!“

Aber NEIN!!! Ich wollte doch unbedingt stillen.

Wieder weinte ich, meine Tochter im Arm, wenn sie schon so viel nicht haben kann, warum dann auch noch das?

Warum kann ich ihr nicht wenigstens die Nähe, Innigkeit, Liebe und Vertrauen geben, die das Stillen ausmacht?

Warum muss sie auf das Beste, was die Natur gibt, verzichten?

Sie bekam die Flasche.

Am Abend gegen 22 Uhr kam eine Stillschwester in mein Zimmer und fragte mich, warum ich weine.

Ich erzählte ihr alles. Und dass ich wegen dem Down-Syndrom nicht stillen kann.

Sie nahm meine Tochter und mich mit ins Stillzimmer, gab uns unendlich viel Zeit, sie hatte viel Geduld und siehe da, meine kleine Maus trank an meiner Brust!

Ich weinte wieder, diesmal aber vor Freude!

Nachdem es mit dem Stillen an dem Abend geklappt hatte, sind wir direkt am nächsten Tag heim.

Meine supernette Hebamme war natürlich gleich zur Stelle und hat uns weiter betreut und viele Tipps gegeben. Bin froh sie zu haben!

Das Stillen an sich, entpuppte sich durch ihren schwachen Muskeltonus anfänglich als Geduldsprobe, da sie ständig einschlief.

So habe ich die ersten 6 Wochen fast stündlich gestillt.

Das Gute daran war, sie hatte schon 10 Tage nach Geburt ihr Geburtsgewicht wieder erreicht. Auch so nimmt sie prima zu und wächst sehr gut.

Auch hab ich während des Stillens ihren Kopf und meine Brust ihr quasi die ganze Zeit in den Mund gehalten, da sie zu schwach war den Kopf selbst in der Position zu halten. Aber es ging… mit vielen Kissen und viel Ruhe, die wir auch brauchten…

Ich war soooo verliebt in sie! Sie gab mir unendlich viel Wärme..

Ihre Ruhe und Gelassenheit entspannte mich sehr, deshalb “ lief“ es wahrscheinlich auch so gut.

Stillprobleme hatten wir eigentlich kaum, ich bekam aus dem KH zwar eine Milchpumpe mit Heim, die ich aber nach 2 Tagen schon nicht mehr nutzte… Ich wollte es nicht..

Sonst hatten wir nur die „üblichen“ Probleme, ein paar Tage wunde Brustwarzen. Meine Hebamme gab mir Globuli und ein Öl, was Wunder wirkte… obwohl ich skeptisch dem gegenüber war! Ich betone! War! 🙂

Ich muss sagen, Geduld zahlt sich aus.

Sie hat einen wunderbaren Mundschluss, auch Schlucken und die erste Beikost jetzt klappt wunderbar. Was wir, denke ich, dem Stillen zu verdanken haben!

Ich liebe es zu stillen, es gibt mir so viel und bedeutet mir sehr viel!

Wir sind ein tolles Team geworden, was sich blind versteht!

Sofia ist das Beste, was uns passieren konnte. Wir lieben sie und ihr kleines extra Chromosom. Sie ist für uns perfekt!

Nun ist sie fast 7 Monate alt und wir stillen noch immer! Und es wird so schnell auch kein Ende geben!

Auch wenn ein Kind trinkschwach ist, Geduld und Zeit zahlt sich aus.

Alles Liebe
Nadine & Sofia
 
Originalbericht einer Mutter, August 2016
Fotos: Nadine

 
Mehr Infos: Linktipps – Stillen eines Babys mit Down-Syndrom

Hast Du selbst eine schwierige Situation mit Deinem Baby erfolgreich bewältigt?
Und möchtest Du Deine Erfahrungen gerne hier mit Anderen teilen?
Dann schreib mir doch Deinen eigenen Bericht!

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube und Google+.

9 Kommentare

  1. Liebe Nadine, du bist für deine Tochter wohl die beste Mama. die sie haben kann. Du hast instinktiv das gemacht, was du vom Herzen wolltest: deine Sofia stillen! Auch mir kullerten die Tränen, als ich deine bewegende Geschichte gelesen habe. (Ich habe gerade meine Tochter an der Brust und da ist man gleich noch emotionaler!) Schlimm was in manchen Krankenhäusern vor sich geht. Uns ging es genauso. Wir waren froh, dass wir zu Hause waren. Keiner der mehr reinreden konnte. Ich finde es toll, dass du es einfach mit viel Geduld trotzdem versucht hast und geschafft hast. Stillen ist und bleibt das Beste für unsere Babys und Kleinkinder!!! Für dich, deinen Mann und der süßen Sofia weiterhin alles Liebe.
    Grüße Mandy mit Magdalena (4 Monate)

  2. Liebe Nadine, ich bin sehr gerührt und deine Worte sind voller Liebe & Wärme. Wunderschön! Geduld ist der Schlüssel, das haben wir auch erfahren.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du dich bzgl. eines Blogbeitrags bei mir melden würdest (mail@sweetyesterday.de).
    Lieben Gruß und von Herzen nur das Beste!
    Denise

  3. Liebe Nadine
    ich musste so weinen bei deiner Erzählung. Es hat mich einfach so gerührt, wie liebevoll du über eure süße Tochter und das schöne Stillen schreibst. Es ist so grausam, was dir die Ärtze erzählt haben. Es ist den kleinen Menschen gegenüber einfach nicht fair! Welch ein Geschenk für eure Tochter, Dich als Mama zu haben. Unsere Kleine ist anfangs auch oft eingeschlafen beim Stillen, das passiert also auch ohne Down-Syndrom. Macht weiter so und wenn immer wieder Leute kommen und euch etwas erzählen, ihr als Eltern und du als Mama wirst immer spüren, was dein Kind braucht. Und was sie nicht alles können sollen??? Was sie alles können!!! Ich wünsche euch alles Gute

  4. Liebe Nadine, was für eine aufregende, berührende und letztendlich wunderschöne Geschichte. Vielen Dank, dass Du sie aufgeschrieben hast, ich hoffe, das macht anderen Müttern Mut…
    Alles Gute für Dich und die unglaublich süße Sofia mit ihren tollen, neugierigen Augen!
    J.

  5. Der Beginn eures Stilllebens hat mich so zurückdenken lassen an meine Zeit auf der Entbindungsstation, dass ich Tränen in den Augen hatte. Der unbedingte Wunsch zu stillen wird zerstört mit Aussagen, dass das Kind das nicht kann oder man selbst nicht zum Stillen geeignet ist aufgrund einer bestimmten Brustwarzenform. Wäre ich nicht genauso, wie du an eine solche Hebamme geraten und hätte ich nicht so eine zuversichtliche Hebamme in der Nachbetreuung gehabt, dann könnte ich nun nicht voller Stolz sagen, dass mein Sohn und ich eben doch ein Superstillteam sind, welches eben einfach an der gemeinsamen Stillbeziehung arbeiten musste. Aber es hat sich mehr als gelohnt. Ich wünsche euch alles Gute! Du bist eine starke Persönlichkeit!

  6. Toll zu hören! Mein Sohn mit dem DS kam mit einer Darmfehlbildung und Komplikationen auf die Welt. Kurzum, er war vom 4. Tag an 10 Wochen auf der Intensivstation. Er zeigte aber nach einer Weile großes Interesse an der Brust, war ein ganz anderes Kind. Er wurde mit 2,5 Monaten voll gestillt entlassen. Die Muttermilch wirkte wie Medizin auf seinen Darm. Ich habe ihn gestillt bis er 2,5 Jahre war. Er ist heute 11 Jahre, hatte immer einen guten Mundschluss und ist kaum je krank! Will sagen; es lohnt sich, das Kind lang zu stillen. Auch seine Schwester wurde 2 J lang gestillt und ist kaum je krank.

  7. Ihr könnt stolz auf euch sein!
    Sie ist wunderschön und du bist die beste Mutter, die sie bekommen konnte.
    Ich hatte auch Tränen in den Augen.
    Kämpft weiter so für Sofia, dann wird sie ein wundervolles Leben haben.

  8. Leider ist es in den Kliniken oft so, dass die Schwestern und Hebammen nicht genügend Zeit haben oder sich nicht nehmen können, weil natürlich auch am Personal gespart wird. Umso toller finde ich es, dass dich diese eine Schwester da so unterstützt und ermutigt hat. Mach weiter so. Die Stillzeit ist eine so wundervolle und innige Zeit. Ich habe auch über 1,5 Jahre gestillt und fand es toll. Deine Kleine ist echt eine süße Maus. Ich wünsche euch für die Zukunft alles Gute.

  9. Liebe Nadine, danke für eure Geschichte, ich hatte Tränen in den Augen beim Lesen. Deine Maus ist zuckersüß!!
    Ich wünsche euch von Herzen nur das Allerbeste!

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