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Baby an der Brust

Er lag an meiner Brust und bekam einfach nichts

3 Kommentare

Unser Schatz ist am 14.08.14 bei 38+1 nach Einleitung auf die Welt gekommen. Er maß 53 cm und wog 3990 g, der Kopfumfang betrug 37 cm. Alles in allem, ganz ordentliche Maße für die Woche 🙂

Dass ich unseren kleinen Engel stillen werde, stand so fest wie das Amen in der Kirche. Nichts war mir wichtiger als das.

Das erste Anlegen kurz nach der Geburt verlief wenig erfolgreich. Er hat ein bisschen genuckelt, aber nicht richtig getrunken.

Nicht schlimm… Sicher war er noch geschafft von der Geburt. Und in den ersten 24 Stunden nach der Geburt ist das ja auch nicht so schlimm, wenn die kleinen Mäuse nicht trinken.

Zu jedem Anlegen habe ich mir Hilfe der Schwestern/Hebammen oder Hebammenschülerinnen geholt. Schließlich wollte ich den Startschwierigkeiten aus dem Weg gehen und es gleich richtig machen. Es ist ja mein erstes Kind.

Die Nächte im Krankenhaus waren grauenvoll. Mein kleines Baby hat geweint, geweint und geweint.

Geklappt hat das Stillen nicht so richtig. Allerdings wusste ich natürlich auch nicht, wie es sich anfühlt, wenn ein Kind trinkt. Woher auch?

Zum „Anfüttern“ wollte eine Schwester HA-Nahrung holen.

Das habe ich dankend abgelehnt, denn mein Baby sollte nichts außer Muttermilch bekommen. Der Darm, das Immunsystem und überhaupt widerstrebte es mir meinem Kind etwas „unnatürliches“ bzw. anderes als Muttermilch zu geben.

Nach 2 Nächten dürften wir dann nach Hause. Endlich.

Die erste Nacht zu Hause war genauso grauenvoll, wie die im Krankenhaus, und ich hatte nun schon 3 Tage nie mehr als 20 Minuten am Stück geschlafen.

Am nächsten Tag besuchte uns unsere Hebamme und beobachtete uns beim Stillen. Es dauerte nicht lange und sie sah mich an und sagte folgendes: „Dein Kind verhungert dir. Er trinkt nicht richtig.“

Schock! Da hörte ich zum ersten Mal das Wort „Stillprobe“, das hat im Krankenhaus nie ein Mensch auch nur erwähnt!

Wie bitte? Warum wurde ich denn aus dem Krankenhaus entlassen, wenn wir Stillschwierigkeiten haben????
Mir ging es schlecht und ich weinte und weinte. Er tat mir so leid. Er lag an meiner Brust und bekam einfach nichts….

Der kleine Prinz hat an diesem Tag noch 3520 g gewogen und hatte wahrscheinlich fürchterlichen Hunger. Meine Hebamme eilte noch mal nach Hause und brachte uns Stillhütchen/Brusthütchen und mein kleiner Schatz trank zum ersten Mal richtig.

Seitdem stillen wir alle 2 Stunden. Ich glaube, er hat immer noch Angst nichts zu bekommen.

Mit 12 Wochen hat es dann auch ohne Stillhütchen geklappt und das Gefühl des Stillens ist gleich um ein Vielfaches besser geworden. Jetzt ist nichts mehr „zwischen uns“. Wir stillen immer noch 2-stündlich. Zeitweise haben wir auch stündlich oder öfter gestillt.

Nun ist der Zwerg 4,5 Monate und wir stillen noch immer voll. Bisher gab es keine einzige Flasche, Tee oder Brei. Gerade gestern habe ich ihn gewogen und er bringt 8,3 kg auf die Waage und sieht sehr gut genährt aus.

Ich liiieebe es und bin schon ganz wehmütig, wenn ich daran denke, dass es irgendwann vorbei sein wird. Wir stillen immer noch 2-stündlich Tag und Nacht.

Zu Beginn war es seeeehr anstrengend, aber mittlerweile ist das fest in den Tag eingeplant. Und wenn man sich nicht geniert und immer und überall stillt, ist das kein Problem.

Um es für mich einfacher zu machen, praktizieren wir das Familienbett. So bemerke ich den Kleinen, bevor er selbst richtig merkt, dass er Hunger hat 🙂 Keiner von uns wird richtig wach und die Nächte verlaufen quasi geräuschlos.

Und auch der Papa findet es toll, wenn sein kleiner Prinz ihn morgens anstrahlt und wir alle noch gemeinsam kuscheln, ohne dass vorher jemand das weinende Kind aus seinem Gitterbett holen muss.

Liebe Grüße und macht weiter so.

Originalbericht einer Mutter, Dezember 2014
Foto: janetmck via photopin cc
 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

3 Kommentare

  1. Oh das kenn ich nur zu gut. Ich war auch verdutzt, dass mir die Nachsorgehebamme zuhause einfach ne halbe Stunde zuschaute beim Stillen und nicht nur „grobes Andocken von Mutter und Kind – und weg“ praktizierte, wie einige Stillberaterinnen(!) im KH…
    Saugschwäche wurde festgestellt im Übrigen auch nach einer Einleitung (aber nach 41. Woche).
    Besteht da eine Korrelation zw. Einleitung (bzw. auch Betäubung) und Stillstartschwierigkeiten??

  2. So ähnlich ging es mir auch! Auch mein Sohn kam per Einleitung drei Wochen vor ET zur Welt. Er konnte am Anfang auch nicht trinken, weil zu schwach. Allerdings hatte ich das Glück in einem KH zu entbinden, das sich als Babyfreundlich zertifiziert hat. So gut wie jede Schwester hat dort wirklich Ahnung vom Stillen und Laktationsberaterinnen und Hebammmen sind ständig verfügbar. Ich durfte sogar eine Nacht länger bleiben, um ganz sicher zu gehen, dass das Stillen klappt. Ab dem dritten Tag ging es, als wäre ein Knoten geplatzt. Zwar nur mit Stillhütchen, aber das war mir so Wurst! 🙂
    Jetzt ist mein Schatz 3 1/2 Monate und ein richtig propperes Kerlchen, Dank Mumi!

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