Eine Checkliste für das Anlegen

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC
Baby ist interessiert, auch wenn es noch sehr schläfrig ist: es bewegt sich leicht, führt seine Händchen zum Mund, bewegt den Mund.

Kleidung aus dem Weg – Deine und die des Babys!

Mach es Dir bequem, während Du den Kopf des Babys auf der natürlichen Höhe Deiner Brustwarze hältst.

Hocker für die Füße? Rückenlehne? Armstützen? Falls Du ein Kissen auf dem Schoß benutzt, sollte es Deinen Arm stützen, nicht das Baby.

Stütze Dein Baby

  • Das Gewicht Deines Babys sollte überwiegend auf Deinem Oberkörper und Deinem Arm liegen, nicht auf Deinem Schoß.
  • Baby liegt horizontal, Kopf, Brust, Nabel und Knie sind zu Dir gerichtet.
  • Sein Kinn ist nicht eingezogen; die Nase des Babys ist in der Nähe der Brustwarze, nicht das Kinn in der Nähe der Brustwarze.
  • Deine Hand stützt die Basis des Hinterkopfes. Deine Finger berühren nicht die Wangen oder drücken auf den Hinterkopf.
  • Der Unterkörper des Babys „klebt“ an Dir, Körper an Körper.

Stabilisiere Deine Brust

  • Hand und Finger flach am Brustkorb, Zeigefinger in der Beuge unter Deiner Brust.
  • Drehe Deine Hand, so dass die Brust in dem „U“ zwischen Daumen und Zeigefinger liegt – Daumen und Finger zeigen Richtung Zimmerdecke.
  • Leg Deine Finger nur auf die Brust, wenn dies zur Stabilisierung nötig ist.
  • Drück die Brust etwas zusammen, so dass Du ein „Sandwich“-Oval formst, das quer gut in den Mund des Babys passt.
  • Daumen und Finger sind weit vom Warzenhof entfernt.

Der Beginn des Anlegens

  • Richte die Brustwarze vom Mund des Babys weg, so dass sein Mund der inneren (rechten) Seite der Brust gegenüberliegt, nicht der Brustwarze.
  • Berühre mit seiner Unterlippe die Brust weit entfernt von der Brustwarze, weiter entfernt als sie am Schluss liegen wird.
  • Wenn das Baby seinen Mund nicht von selbst öffnet, betupfe ihn leicht mit der Innenseite der Brust.  

Das eigentliche Anlegen

  • Benutze Deine Brust, um den Mund des Babys weiter zu öffnen, roll die Brust auf seine Zunge, statt gegen die Zunge zu drücken.
  • Beweg die Brust oder das Baby so, dass seine Oberlippe „um die Ecke“ Deiner Brustwarze geht.
  • Zieh die Schultern des Babys sehr dicht an Dich. (Drück nicht gegen den Kopf. Zieh die Schultern heran, der Kopf wird folgen.)

Alles in Ordnung?

  • Falls nicht, drücke die Brust entlang der Unterlippe, um die Sandwichform im Bereich des Unterkiefers zu verstärken.
  • ODER nimm das Baby von der Brust (indem Du einen Finger im Mundwinkel zwischen die Zahnleisten des Babys schiebst) und fang noch mal von vorne an.
  • Die Wangen des Babys sollten die Brust berühren, so dass sein Mund nicht sichtbar ist.
  • Der Mundwinkel des Babys, falls Du ihn sehen kannst, ist sehr weit geöffnet, etwa 140°, nicht nur 90°.
  • Die Unterlippe des Babys, falls Du sie sehen kannst, ist zum Kinn ausgestülpt.
  • Die Unterlippe, falls Du sie sehen kannst, ist weiter von der Brustwarze entfernt als die Oberlippe.
  • Wenn Du ganz vorsichtig an der Ecke der Unterlippe ziehst, ist unter der Brust die muldende Zunge des Babys sichtbar.
  • Der Kopf des Babys ist leicht zurückgeneigt, etwa in die Position, die der Kopf beim Schnuppern einnimmt.
  • Das Kinn ist fest auf die Brust gesetzt, die Nase berührt normalerweise die Brust nur leicht oder überhaupt nicht.

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Die Brustwarze mit dem Daumen vom Baby wegrichten

 
Effektives Stillen?

  • Anfangs kurze, kauende Kieferbewegungen, um den Milchfluß auszulösen,
  • Danach: langsame, tiefe, regelmäßige Kieferbewegungen, etwa 1 pro Sekunde.
  • Pause der Kieferbewegung oder „hick“-Geräusch, wenn das Baby schluckt, gewöhnlich nach 1-3 Kieferbewegungen.
  • Gelegentlich Innehalten oder Rückkehr zu kurzen Bewegungen, gefolgt von weiteren tiefen, regelmäßigen Kieferbewegungen.
  • Biete die Brust nach dem Bedarf – des Babys oder auch der Mutter – an. Dies wird wahrscheinlich 10 – 12mal in 24 Stunden sein, alle 2-3 Stunden während des Tages, weniger häufig in der Nacht.
     
    Häufige, effektive Brustentleerung ist der Schlüssel für eine gute Milchbildung.

Original: „A latch-on checklist“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Dezember 2000
Foto: Regine Gresens

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC und Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG). Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen.

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