asymmetrisches Anlegen

Ein paar Tipps zum guten Anlegen

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC
Babys stillen nicht wie kleine runde Saugnäpfe. Sie benutzen ihren Unterkiefer und ihre Zunge, um Milch aus der Brust zu streichen.

Als Forscher Lippenstift auf Lippen, Nase und Kinn von stillenden Babys auftrugen, fanden sie auf der Brust der Mutter in der Regel einen kräftigen Kinnabdruck und einen zarten Nasenabdruck.

Der Abdruck von der Unterlippe war viel weiter von der Brustwarzenbasis entfernt als der Abdruck der Oberlippe.

Da die Milch sich in Deiner Brust befindet und nicht in Deiner Brustwarze, ist es wichtig, dass der Unterkiefer – der arbeitende Kiefer – weit entfernt von Brustwarze liegt, aber dabei fest an die Brust gedrückt ist.

Wenn der Unterkiefer Deines Babys sich vor dem Anlegen dicht bei der Brustwarze befindet, kann es sein, dass es beim Stillen eher auf der Brustwarze herumkaut, als die Milch aus der Brust zu melken.

Also statt „die Brustwarze im Mund des Babys zu zentrieren“, solltest Du versuchen „mit der Unterlippe des Babys so weit weg von der Brustwarze wie möglich zu kommen„.

Wir sind so sehr an den Anblick gewöhnt, wie Babys bei der Flaschenfütterung in der Armbeuge der Mutter gehalten werden, dass wir daraufhin die Brust und das Kind zum Anlegen zur Seite schieben.

Das Baby klemmt sein Kinn auf seine Brust um zu stillen, seine Nase drückt dabei in die mütterliche Brust und sein Unterkiefer schwingt von der Brust weg anstatt zu ihr hin, so erwischt es gerade noch die Brustwarze. Au!!

Stattdessen: Beginne mit seiner Nase in der Nähe der Brustwarze, so dass es sein Kinn leicht anhebt um anzudocken.

Wenn Du und Dein Baby das Stillen erlernt, stütze das Baby zum Anlegen an der linken Brust mit Deinem rechten Arm und umgekehrt (rechte Brust, linker Arm).

Leg Deine rechte Hand hinter die Schultern des Babys und den unteren Teil seines Hinterkopfes, und halte seinen Körper eng an Deinen Oberkörper, so wie Du eine Tüte mit Lebensmitteln heben und tragen würdest.

Das Baby liegt auf der rechten Seite, so dass sein ganzer Körper zu Dir gedreht ist und Du drückst mit dem rechten Ellbogen seinen Po eng an Dich.

Stütze Deine linke Brust mit Deiner linken Hand, indem Du vier Finger flach an Deinen Brustkorb legst. Nun dreh Deine Hand, so dass Deine Brust in dem „U“ zwischen Deinem Zeigefinger und Deinem Daumen liegt.

Bei einer kleinen Brust ist das alles, was Du an Unterstützung für die Brust benötigst.

Bei einer großen Brust bringst Du einen oder mehrere Finger nach vorne zu Deiner Brust, aber lege Deine Finger nicht auf die Areola (dem etwas dunkleren Hautbereich rund um Deine Brustwarze). Denk daran: Nase zur Brustwarze und Kinn nicht eingezogen.

Die „U“-Form Deiner Hand formt die Brust zu einem auf der Seite stehenden „Sandwich“ für das auf der Seite liegende Baby.
 

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Kurz vor dem Anlegen

Wenn es anfängt nach der Brustwarze zu suchen, zu lecken und den Mund weit öffnet, roll Deine Brust auf seine Zunge, so dass Deine Brustwarze zuletzt in seinen Mund gelangt.

Genau in dem Moment, wenn seine Oberlippe die Brustwarze bedeckt, zieh seinen Körper an Dich heran, anstelle die Brust in seinen Mund zu schieben. Auf diese Weise bist Du nicht vornüber gebeugt, wenn Du stillst.

Dein Baby sollte beim Stillen so dicht an Deiner Brust liegen, dass seine Wangen Deine Brust berühren und seinen Mund verdecken. Seine Nase wird wahrscheinlich die Brust nicht oder nur sehr leicht berühren. Falls es etwas zu dicht liegt, wird es seine Position selbst korrigieren.

Du kannst aber auch versuchen, seine Beine oder seinen Po etwas dichter an Deinen Oberkörper zu ziehen oder seinen Körper ein bisschen zur gegenüberliegenden Brust zu ziehen, so dass sein Kinn leicht angehoben wird.

Wenn es erst einmal gut trinkt, mit weiten, langsamen Kieferbewegungen (ca. eine Öffnung pro Sekunde), die das aktive Schlucken anzeigen, kannst Du Deine Arme wechseln und es im Wiegengriff halten, den Du bald von Anfang bis Ende der Stillmahlzeit benutzen wirst.

Falls Du Deine Brust noch unterstützen musst, kannst Du die gegenüberliegende Hand nehmen.

Lehn Dich zurück und mach es Dir bequem.

Wenn Deine Brustwarzen in den ersten Tagen stärker als „superempfindlich“ werden, such Dir Hilfe!

Stillen soll für Euch beide angenehm sein. Warum solltest Du Dich mit weniger zufrieden geben?

Original: „Thoughts on Positioning“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2001
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Dezember 2001
Foto: Regine Gresens

Eine ausführliche Anleitung zum guten Anlegen und viele weitere Tipps für unterschiedliche Stillpositionen erhältst Du in dem Video-Kurs „Gut Anlegen“.
 
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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Pinterest und Youtube.

2 Kommentare

  1. Hallo, ich habe den Artikel aufmerksam gelesen und auch den Online Kurs angesehen. Leider haben meine Tochter und ich dennoch große Probleme beim Stillen. Ich lege sie an wie im Video mit weit geöffneten Mund und nach dem ersten Saugen zieht sie ruckartig den Kiefer wieder heran und hackt den Unterkiefer beim Saugen heftig in die Brustwarze, egale wie oft ich neu anlege. Die Schmerzen sind heftig und ich verliere so langsam den Glauben daran, dass es eine Möglichkeit gibt das Problem zu lösen. Haben Sie einen Ratschlag für uns? Vielen Dank und viele Grüße

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