asymmetrisches Anlegen

Ein paar Tipps zum richtigen Anlegen

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2001
Babys stillen nicht wie kleine runde Saugnäpfe. Sie benutzen ihren Unterkiefer und ihre Zunge, um Milch aus der Brust zu streichen.

Als Forscher Lippenstift auf Lippen, Nase und Kinn von stillenden Babys auftrugen, fanden sie auf der Brust der Mutter in der Regel einen kräftigen Kinnabdruck und einen zarten Nasenabdruck.

Der Abdruck von der Unterlippe war viel weiter von der Brustwarzenbasis entfernt als der Abdruck der Oberlippe.

Da die Milch sich in Ihrer Brust befindet und nicht in Ihrer Brustwarze, ist es wichtig, dass der Unterkiefer – der arbeitende Kiefer – weit entfernt von Brustwarze liegt, aber dabei fest an die Brust gedrückt ist.

Wenn der Unterkiefer Ihres Babys sich vor dem Anlegen dicht bei der Brustwarze befindet, kann es sein, dass es beim Stillen eher auf der Brustwarze herumkaut, als die Milch aus der Brust zu melken.

Also statt „die Brustwarze im Mund des Babys zu zentrieren“, sollten Sie versuchen „mit der Unterlippe des Babys so weit weg von der Brustwarze wie möglich zu kommen„.

Wir sind so sehr an den Anblick gewöhnt, wie Babys bei der Flaschenfütterung in der Armbeuge der Mutter gehalten wird, dass wir daraufhin die Brust und das Kind zum Anlegen zur Seite schieben.

Das Baby klemmt sein Kinn auf seine Brust um zu stillen, seine Nase drückt dabei in die mütterliche Brust und sein Unterkiefer schwingt von der Brust weg anstatt zu ihr hin, so erwischt es gerade noch die Brustwarze. Au!!

Stattdessen: Beginnen Sie mit seiner Nase in der Nähe der Brustwarze, so dass es sein Kinn leicht anhebt um anzudocken.

Wenn Sie und Ihr Baby das Stillen erlernen, stützen Sie das Baby zum Anlegen an der linken Brust mit Ihrem rechten Arm und umgekehrt (rechte Brust, linker Arm).

Legen Sie Ihre rechte Hand hinter die Schultern des Babys und den unteren Teil seines Hinterkopfes, und halten Sie seinen Körper eng an Ihren Oberkörper, so wie Sie eine Tüte mit Lebensmitteln heben und tragen würden.

Das Baby liegt auf der rechten Seite, so dass sein ganzer Körper zu Ihnen gedreht ist und Sie drücken mit dem rechten Ellbogen seinen Po eng an sich.

Stützen Sie Ihre linke Brust mit Ihrer linken Hand, indem Sie vier Finger flach an Ihren Brustkorb legen. Nun drehen Sie Ihre Hand, so dass Ihre Brust in dem „U“ zwischen Ihrem Zeigefinger und Ihrem Daumen liegt.

Bei einer kleinen Brust ist das alles, was Sie an Unterstützung benötigen.

Bei einer großen Brust bringen Sie einen oder mehrere Finger nach vorne zu Ihrer Brust, aber legen Sie Ihre Finger nicht auf die Areola (dem etwas dunkleren Hautbereich rund um Ihre Brustwarze). Denken Sie daran: Nase zur Brustwarze und Kinn nicht eingezogen.

Die „U“-Form Ihrer Hand formt die Brust zu einem auf der Seite stehenden „Sandwich“ für das auf der Seite liegende Baby.

Wenn es anfängt nach der Brustwarze zu suchen, zu lecken und den Mund weit öffnet, rollen Sie Ihre Brust auf seine Zunge, so dass Ihre Brustwarze zuletzt in seinen Mund gelangt.

Genau in dem Moment, wenn seine Oberlippe die Brustwarze bedeckt, ziehen Sie seinen Körper an sich heran, anstelle die Brust in seinen Mund zu schieben. Auf diese Weise sind Sie nicht vornüber gebeugt, wenn Sie stillen.

Ihr Baby sollte beim Stillen so dicht an Ihrer Brust liegen, dass seine Wangen Ihre Brust berühren und seinen Mund verdecken. Seine Nase wird wahrscheinlich die Brust nicht oder nur sehr leicht berühren. Falls es etwas zu dicht liegt, wird es seine Position selbst korrigieren.

Sie können aber auch versuchen, seine Beine oder seinen Po etwas dichter an Ihren Oberkörper zu ziehen oder seinen Körper ein bisschen zur gegenüberliegenden Brust zu ziehen, so dass sein Kinn leicht angehoben wird.

Wenn es erst einmal gut trinkt, mit weiten, langsamen Kieferbewegungen (ca. eine Öffnung pro Sekunde), die das aktive Schlucken anzeigen, können Sie Ihre Arme wechseln und es im Wiegengriff halten, den Sie bald von Anfang bis Ende der Stillmahlzeit benutzen werden.

Falls Sie Ihre Brust noch unterstützen müssen, können Sie die gegenüberliegende Hand nehmen.

Lehnen Sie sich zurück und machen Sie es sich bequem.

Wenn Ihre Brustwarzen in den ersten Tagen stärker als „superempfindlich“ werden, suchen Sie sich Hilfe!

Stillen soll für Sie beide angenehm sein. Warum sollten Sie sich mit weniger zufrieden geben?

Original: „Thoughts on Positioning“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2001
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Dezember 2001
Foto: Regine Gresens

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

2 Kommentare

  1. Hallo, ich habe den Artikel aufmerksam gelesen und auch den Online Kurs angesehen. Leider haben meine Tochter und ich dennoch große Probleme beim Stillen. Ich lege sie an wie im Video mit weit geöffneten Mund und nach dem ersten Saugen zieht sie ruckartig den Kiefer wieder heran und hackt den Unterkiefer beim Saugen heftig in die Brustwarze, egale wie oft ich neu anlege. Die Schmerzen sind heftig und ich verliere so langsam den Glauben daran, dass es eine Möglichkeit gibt das Problem zu lösen. Haben Sie einen Ratschlag für uns? Vielen Dank und viele Grüße

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