„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

Dranbleiben lohnt sich

Von Nancy |
Ihr lieben stillenden Mamis oder bald Mamis,

Ich möchte euch gerne meine Stillgeschichten meiner beiden Kinder erzählen, zum Motivieren und Durchhalten. Denn: es lohnt sich.

Zunächst von meinem Sohn:

Mein zauberhafter Sohn Lukas kam am 09.07.17 zur Welt, leider per Kaiserschnitt – seine Füße lagen im Becken. Er hat sich über einen Blasensprung und leichte Wehen selbst diesen Tag ausgesucht, das war mir wichtig.

Wir nahmen ein Familienzimmer, sodass mein Mann uns jederzeit helfen konnte. Das Anlegen stellte ich mir irgendwie einfacher vor. Ich hatte das Gefühl, ich stelle mich zu blöd an. Irgendwie konnte Lukas nicht richtig andocken.

Man drehte uns ein Stillhütchen an und Lukas konnte scheinbar besser trinken, war zumindest damals mein Eindruck. Mittlerweile weiß ich es besser…

Nun Ja, zur U2 hatte er mehr als 10% abgenommen: Sofort Flasche und Abpumpen. Ich sagte noch, dass ich merke, dass jetzt die Milch bald kommt. Es half nix…

So waren wir drin im Teufelskreis.

Zur Entlassung bekam ich das Rezept für die Pumpe mit. Es hieß, wenn er genügend zugenommen hat, dann schafft er es alleine.

Ich pumpte nun jedes mal nach dem Anlegen und Zufüttern der abgepumpten Milch ab. Das ganze Procedere konnte schon mal 2 Stunden dauern und da wir alle 3 Stunden anlegen sollten, blieb kaum Zeit. Es zehrte, dann immer noch alles abkochen.

Und es nahm kein Ende, eher im Gegenteil. Lukas nahm dann wenig zu, ich musste zusätzlich Pre-Nahrung geben. So wurde unser Ablauf noch länger: Anlegen, Mumi zufüttern, Pre zufüttern, abpumpen..

Um die Milchmenge zu steigern habe ich zusätzlich Bockshornklee und Stilltee (mit Verbenenkraut) zu mir genommen sowie mich generell ausgewogen ernährt. Beim Pumpen habe ich verschiedene Varianten des Powerpumpens gemacht. Das hat die Milchmenge etwas gesteigert.

Wie oft habe ich ans Aufhören gedacht… Doch eine Stimme in mir sagte: Halte durch, es lohnt sich!

Da nun schon 2 Monate um waren, empfahl meine Hebamme eine Stillberatung bei uns aus der Gegend. Die Beratung war mäßig, um nicht zu sagen, es brachte gar nichts. Fazit von ihr war: ich habe nicht genügend Milch, ich müsse weiter pumpen. Das war für mich nicht allen Ernstes die Lösung.

Es verging ein weiterer Monat (mein Sohn war nun schon 3 Monate alt) und ich entschied eine zweite Stillberatung zu nehmen.

Und das war mein Segen! Sie hatte noch so unendlich viele Tipps, die das Anlegen verbesserten. Wir probierten es ohne Stillhütchen, es tat weh! Sie sah, dass meine Brustwarzen weiß bzw blau wurden. Vasospasmus, wir behandelten entsprechend.

Sie meinte auch, es könnte das Zungenband sein. Es sei bei meinem Sohn nicht ganz eindeutig. Ein Osteopath hatte dieses bereits ausgeschlossen. Denn mein Sohn bekam ja die Zunge vor, nicht aber genügend hoch an den Gaumen, wie sich noch raus stellte…

Also verblieben wir so, das Anlegen zu optimieren, Stillhütchen weg zu lassen und auch das Pumpen optimierten wir in der Hoffnung, die Pre-Nahrung kann weg. Ich war endlich wieder voller Hoffnung.

Nur irgendwie wurde die Pumpmenge nicht mehr. Habe ich vielleicht doch zu wenig Milch? Langsam gingen meine Kräfte des Durchhaltens zur Neige… wieder ein Monat um.

Da es so blieb, wie es war, entschieden wir uns von einem spezialisierten Zahnarzt das Zungenband anschauen zu lassen.
Und siehe da: es war zu kurz! Wir ließen es mit 4 Monaten durchtrennen. Wieder war ich voller Hoffnung: jetzt wird alles gut.

Nur musste mein Sohn nun mit seiner „neuen“ Zunge erst lernen umzugehen. Zu lange hatte er ein eigenes nicht so effektives Saugmuster entwickelt. Ich hielt weiter durch. Wir machten die Übungen für die Zunge etc.

Mit 5 Monaten reichte endlich meine Milch, allerdings immer noch mit Abpumpen.

Dann bekamen wir einen Stillstreik. Er wollte nicht mehr an die Brust. Zu lange war er an die Flasche danach gewöhnt.

Nun dachte ich mir: Der Aufwand war jetzt nicht umsonst, ich möchte stillen. Keine Ahnung, wie ich die Zeit gemeistert habe.

Den Stillstreik haben wir überwunden, indem ich liebevoll am Stillen dran geblieben bin. Ich habe meinen Sohn immer wieder angelegt, verschiedene Positionen ausprobiert. Auch auf dem Pezziball oder im Tragetuch stillen, das hat gut funktioniert. Aber auch eine Brustmassage vorher, um den Milchspendereflex auszulösen.

Die liebe Stillberatung sagte, es sei nun dringend an der Zeit für das Brusternährungsset, um von der Flasche wegzukommen und meine Milchmenge zu erhöhen. Anfangs dachte ich, damit werde ich nie zurecht kommen. Doch ich spielte mich ein.

Und endlich: Nach einem weiteren Monat konnte ich meinem Sohn mit 6 Monaten voll stillen und brauchte auch das Set nicht mehr.

Dieser Moment als er selig an der Brust einschlief und ich ihm quasi gereicht habe, hat mich zu Tränen gerührt.

Ebenso der Moment, als ich die Pumpe wieder abgegeben habe, war ein Meilenstein für mich. Hatte sie mich doch so lange begleitet.

Ich hatte dann noch eine sooo tolle Stillbeziehung mit meinem Sohn, für die ich unendlich dankbar bin.

Wie oft durfte ich mir anhören: „Deine Milch reicht eben einfach nicht. Hör doch auf mit dem Aufwand. Er wird auch mit Flasche groß. Warum tust du dir den unnötigen Stress an?„.

Ich habe irgendwann bewusst diese Menschen gemieden. Ich brauchte aufbauende Worte und keine, die mich runterziehen.

Ja, ich habe das erste halbe Jahr gelitten an Schlafmangel und an zu wenig Zeit für mich. Nicht mal zum Einkaufen bin ich anfangs gekommen aufgrund des Zeitaufwands, bis ich meine Abläufe optimierte und z.B. während des Pumpens aß (ein Tipp: in einen alten BH kleine Löcher reinschneiden und zum Abpumpen drüber ziehen. So sind die Hände frei.*) 🙂

ABER Muttermilch ist und bleibt das Beste fürs Kind UND auch ich als Mutter habe das Stillen gebraucht. Als kleiner Rückzug, der nur mir und meinem Kind galt. Und für mich als Frau zu wissen: ich kann mein Kind nähren.

In diesem Sinne, glaubt an euch und eure Fähigkeit stillen zu können.

Wenn etwas nicht so gut läuft, nehmt so zeitig wie möglich eine qualifizierte Stillberatung. Das wirkt wahre Wunder 🙂

Mein Sohn hat sich dann mit 16 Monaten selbst von heute auf morgen – für mich ganz unerwartet – abgestillt. Ich war anfangs traurig drum, aber dann froh. Denn ich wollte immer, dass er entscheidet, wann es vorbei ist und nicht ich. Und genau so kam es.

Die zweite Stillgeschichte von meiner Tochter könnt ihr hier nachlesen.

Zum Schluss möchte ich Ihnen – Frau Gresens – danken. Ihre Seite hat mich sehr aufgebaut.

Zu wissen, dass es anderen Mamis ähnlich geht, dass es machbar ist und alle anderen wertvollen Tipps, haben mir sehr geholfen. Ich habe viel während des Abpumpens gelesen. Es motiviert unglaublich durchzuhalten.

So haben Sie einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich meine beiden Kinder stillen durfte. DANKE.

Herzlichst
Nancy Römer

Originalbericht einer Mutter, Mai 2020
Foto: Nancy Römer 

 

Liebe Nancy,
vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen jetzt auch hier teilst, um andere Mütter zu motivieren.
Ich möchte auch noch mal unterstützen, sich bei Problemen mit dem Stillen möglichst frühzeitig kompetente Hilfe zu suchen. Sie lassen sich meist sehr viel einfacher und schneller lösen, wenn noch nicht so viel Zeit vergangen ist und sich eventuell schon Folgeprobleme entwickelt haben.
~ R. Gresens

 

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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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1 Kommentar

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  1. Wow, Danke für Deine Stillgeschichte. Wieviel übermenschliche Kraft Du aufgewendet hast, um zuletzt mit einer tollen Stillbeziehung belohnt zu werden, können wohl nur Mütter wirklich nachvollziehen, die ähnliches erlebt haben. Das macht wirklich Mut!

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