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Ich muss auf Dienstreise – Abstillen oder Stillpause machen?

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Frage:
Liebe Frau Gresens, ich habe einen 17 Monate alten Sohn, der nachts weiterhin gestillt wird.
Ich möchte nicht unbedingt abstillen, müsste aber aus beruflichen Gründen für eine Woche abwesend sein.
Wäre das dann der Grund, mit dem Abstillen zu beginnen oder kann man diesen Zeitraum überbrücken?
Vielen Dank im Voraus, Karina

 

Antwort:
Liebe Karina,
das Abstillen ist ja ein mehr oder weniger langer Prozess, der mit dem ersten Zufüttern von Beikost oder Flaschennahrung beginnt und mit dem letzten Stillen und dem vollständigen Versiegen der Milchbildung in den Brüsten endet.

Häufig wird jedoch davon ausgegangen, dass die Stillbeziehung bei einer vorübergehenden Trennung von Mutter und Kind nicht fortgesetzt werden kann.

Dabei gibt es viele Mütter, die sich während einer (langen) Stillzeit für einige Tage von ihrem Stillkind trennen müssen, sei es aus beruflichen oder aus privaten Gründen.

Manche Mütter nutzen dann eine solche unumgängliche Trennungsphase auch, um ihr Kind endgültig abzustillen.

Andere, die gerne weiterstillen möchten, überbrücken diesen Zeitraum aber auch ohne größere Probleme.

Wenn Sie auf Ihrer Reise Ihre Brüste etwas so oft, wie Sie üblicherweise stillen würden oder mindestens bei Bedarf, von Hand oder mit einer Pumpe entleeren, ist es jedenfalls möglich, Ihre Milchproduktion während der Trennungszeit aufrecht zu erhalten und Spannungsgefühle in den Brüsten zu vermeiden.

Selbst, wenn Ihre Milchmenge sich während dieser Zeit reduzieren würde, wäre es durch häufiges Anlegen und/oder Pumpen möglich, sie anschließend wieder zu erhöhen.

Sogar nach dem vollständigen Abstillen lässt sich die Milchbildung wieder anregen.

Wie die Nächte für Ihren Sohn werden, wenn er es noch gewöhnt ist, nachts gestillt zu werden, ist schwer zu sagen.

Es kann für ihn vor allem dann schwierig sein, wenn er es abends und in der Nacht gewöhnt ist, nur an der Brust ein- oder wiedereinzuschlafen.

Möglicherweise ist es aber auch unproblematisch für ihn, wenn er die Brust nicht mehr zum Ein- oder Weiterschlafen benötigt.

Wenn er die Brust nicht mehr bis zum Einschlafen braucht, könnten Sie auch vor Ihrer Reise versuchen, das nächtliche Stillen zu reduzieren, falls es noch sehr häufig ist, so dass er sich schon etwas daran gewöhnt, nachts seltener gestillt zu werden.

Des Weiteren kann es sein, dass er nach einer Woche ohne zu stillen gar nicht mehr an die Brust möchte, wenn Sie wieder zurück sind.

Es kann aber auch sein, dass er sofort oder nach einiger Zeit wieder an die Brust möchte, wenn Sie wieder da sind. Diese Erfahrung habe ich sowohl selbst gemacht, als auch von vielen Müttern mit einem gestillten Kleinkind berichtet bekommen.

Wenn Sie noch nicht abstillen möchten, sollten Sie daher versuchen, Ihrem Sohn eventuell noch vor der Trennung das Einschlafen an der Brust abzugewöhnen und während der Trennungszeit Ihre Brüste bei Bedarf oder entsprechend der Zahl der üblichen Stillzeiten entleeren.

Und dann warten Sie einfach mal entspannt ab, was geschieht, wenn Sie wieder zurück sind.

Letztlich können Sie es erst einmal so machen, wie Sie es für richtig halten und es sich für Sie gut anfühlt.

Nichtsdestotrotz hat Ihr Sohn natürlich auch noch ein Wörtchen dabei mit zu reden, ob und in welcher Weise Ihre Stillbeziehung nach Ihrer Rückkehr fortgesetzt wird.

 
Autorin: Regine Gresens, IBCLC, November 2016
Foto: quinn.anya Traveling Sam via photopin (license)

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin.
Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht.
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