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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Das Stillen verteidigen

Das Stillen verteidigt

3 Kommentare

Direkt nachdem ich erfahren hatte, dass ich schwanger bin, war für mich auch klar, dass ich stillen möchte.

Nachdem ich diesen Wunsch geäußert hatte, bekam ich die ersten „gut gemeinten“ Ratschläge, vor allem von der älteren Generation:
Na, wenn das mit dem Stillen bei Dir denn überhaupt klappt? Bei so vielen Frauen funktioniert das doch gar nicht.
Oder:
Naja, kannst es ja probieren. Das wird Dir bestimmt bald zu stressig. Dann kannst Du ja auf die Flasche umstellen. Da weißt Du wenigstens, dass Dein Kind genug bekommt.

Teilweise wurde mir auch Angst gemacht:
Also ich würde niemals stillen! Deine Brüste werden sich entzünden, das Stillen tut so weh am Anfang. Außerdem wird Dir ständig die Milch auslaufen und hinterher werden Deine Brüste total hängen!“
(Dieser letzte Kommentar kam übrigens von einer Frau, die selber noch keine Kinder hat und, nach eigenen Angaben, mit Kindern nicht viel anfangen kann.)

Da ich selber noch sehr jung bin, habe ich mich am Anfang leider stark durch solche Aussagen verunsichern lassen.

Doch als ich mich weiter informiert hatte, war für mich immer mehr klar:
Ich will stillen! Und wenn möglich, mindestens die ersten 6 Monate voll!

Als ich in meinem Bekannten – und Verwandtenkreis meine Absicht kundgetan hatte, bekam ich nicht nur die schon erwähnten Ratschläge, diesmal wurde über „so viel Unvernunft“ regelrecht der Kopf geschüttelt:
Die Geschmacksnerven müssen doch stimuliert werden.“
Der Kiefer muss doch trainiert werden mit dem Löffel!“
Das Kind bekommt doch dann nicht genug Flüssigkeit.“
Oder:
Die Milch hat doch gar nicht mehr genug Nährstoffe nach den ersten Wochen.“

Doch ich ließ mich nicht beirren. Und das war das Beste, was ich tun konnte. Ich ließ das Thema ruhen und nach der Entbindung fing ich ohne jegliche Probleme an zu stillen.

Die Probleme kamen erst ca. 1 Woche später, nachdem ich krampfhaft probierte die „vorgegebenen“ Stillpositionen einzuhalten und vor allem einen Rhythmus von mindestens 3 Stunden. Die Folge war ein Milchstau, große Schmerzen und hohes Fieber.

Ich muss zugeben, ich kann jede Frau verstehen, die unter solchen Umständen die Lust und die Kraft für das Stillen verliert und auf die vermeintlich entspannter wirkende Flaschennahrung umstellt. Auch ich bekam Zweifel und dachte schon, alle Anderen würden Recht behalten.

Doch zum Glück landete ich diesmal in einem stillfreundlichen Krankenhaus und hatte eine sehr kompetente Hebamme an meiner Seite. Diese sagte mir: „Stillen Sie einfach so, wie es am besten für Sie ist. Und wenn das für Sie und Ihre Tochter bedeutet, dass Sie sich im Vierfüßlerstand über Ihre Tochter stellen.“

Gut, das habe ich nun nicht probiert. Aber, dank dieser Aussage, habe ich viele Positionen mit meiner Tochter ausprobiert und mich nicht mehr an Vorgaben gehalten. Auch das extra angeschaffte Stillkissen landete nach 2 Wochen im Laufstall, um dort als gemütliches Nest für den Mittagsschlaf zu dienen.

Inzwischen haben sich alle Probleme wortwörtlich aufgelöst und meine Tochter und ich haben eine sehr entspannte Stillbeziehung.

Auch wenn ich mir leider immer noch Fragen gefallen lassen muss, wie z.B.:
Wann willst Du denn endlich anfangen zuzufüttern?“
oder jegliches Nuckeln meiner Tochter an ihrer Hand als Hungersignal gewertet wird und die Aussage kommt:
Na, Deine Milch reicht wohl bald doch nicht mehr?!?“.

Inzwischen kann ich darüber lächeln und teilweise tun mir grade die Frauen, die solche Aussagen treffen, leid. Keine davon hat je selbst gestillt. Und mit diesem Hintergrundwissen kann ich beruhigt weiterstillen, solang, wie es für meine Tochter und mich schön ist und wir daran Spaß haben.

Wie gut meine Tochter wächst und gedeiht und wie glücklich sie beim Stillen ist, zeigt mir, dass es sich gelohnt hat, das Stillen für uns zu verteidigen.

Originalbericht einer Mutter
Foto: FerPer via photopin cc

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

3 Kommentare

  1. Der BESTE Kommentar, den ich mal dazu bekommen habe, kam von einer Krankenschwester aus meiner Familie. Sie hatte grad mitbekommen, dass Krümel mit 5 Monaten noch voll gestillt wurde, Krümel hatte da knapp 8 Kilo.

    „Waaaaaas? Du stillst den? Und voll? Bist du denn verrückt? Wie kannst du nur? Siehst du nicht wie groß der schon ist? Der wird doch vom Stillen gar nicht mehr satt! Das reicht doch gar nicht! Der brauch doch mehr!“

    Ernsthaft.

  2. Schöner Artikel! Toll geschrieben! Sollte jede Mutter gelesen haben.
    Ich habe Anfangs große Stillprobleme gehabt und wollte schon aufgeben. Zum Glück habe ich nicht aufgegeben, denn Stillen und besonders die Muttermilch ist das beste für ein Baby…

  3. Ich bin beim Lesen übers Langzeitstillen bei Ihnen gewesen. Daumen hoch….vielen Dank…

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