Das Baby ernähren

Das Baby ernähren, wenn das Stillen noch nicht klappt

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC
Ein mögliches Vorgehen bei der Ernährung Deines Neugeborenen, wenn es mit dem Trinken an der Brust (noch) nicht klappt:

Zu Beginn – Hautkontakt

Bleibe nach der Geburt im kontinuierlichen Haut-zu-Haut-Kontakt. Das ist oft das Einzige, was notwendig ist, um das Stillen zu unterstützen.

Auch Babys, die bis dahin noch nie an der Brust waren, bewegen sich selbständig zur Brust, wenn sie auf dem Bauch ihrer Mutter liegen (vor allem, wenn die Mutter während der Geburt keine Schmerzmittel erhalten hat).

Viele dieser selbst-gesteuerten Babys beginnen dann von ganz alleine oder mit wenig Hilfe an der Brust zu trinken.

Wenn Du bei der Geburt Schmerzmittel erhalten hast – Streiche gegen Ende der 1. Stunde Kolostrum aus

Bleibe weiter im konstanten Haut-zu-Haut-Kontakt.

Erfahrungsgemäß ist für diese erste Mahlzeit viel mehr Kolostrum („Vormilch“) vorhanden als für die nachfolgenden Mahlzeiten. Normalerweise würde sich das Neugeborene diese große Portion selbst aus der Brust holen.

Wenn Du aber Schmerzmittel bekommen hast, ist es wahrscheinlich, dass Dein Baby dafür einige Zeit lang Hilfe benötigt.

Ihm jetzt eine größere Menge Kolostrum zu geben, kann das Risiko verringern, dass ihm später künstliche Säuglingsnahrung zugefüttert werden muss.

In dieser frühen Zeit kann das Entleeren der Brüste mit einer Pumpe für Dich funktionieren, aber das Kolostrum mit der Hand auszustreichen ist viel weniger aufwändig.

Nach etwa 6 Stunden – Beginne mit Handentleerung

Bleibe weiter im Haut-zu-Haut-Kontakt.

Streiche mit der Hand Kolostrum in einen Plastiklöffel aus und fütter Dein Baby alle 2-3 Stunden mit dem Löffel und außerdem jedes Mal, wenn einer von Euch beiden in der Nacht wach wird.

Neugeborene nehmen an ihrem ersten Lebenstag sehr kleine Nahrungsmengen auf und Du kannst ihm auf diese Weise recht schnell eine gute Portion füttern, während es weiter mit Dir kuscheln kann.

Deine Brüste zu entleeren ist in dieser Zeit genauso wichtig, wie dem Baby Deine Milch zu füttern.

Nach 24 Stunden, oder früher – Weiter von Hand ausstreichen und eventuell pumpen

Setze den Haut-zu-Haut-Kontakt fort.

Betrachte Tag 2 als den „Kalibrierungs-Tag“, d.h. der Tag, an dem die Brustdrüsen anfangen sich auf ihre künftige Produktionsmenge einzustellen.

Entleere Deine Brüste weiter von Hand und erwäge mit dem Abpumpen mit einer elektrischen Klinikpumpe anzufangen, 8-10x in 24 Stunden.

Erwarte am Anfang keine großen Mengen beim Abpumpen – vielleicht sind es nur ein paar Tropfen, die in der Brustglocke hängen bleiben. Du kannst sie mit dem sauberen Finger aufnehmen und direkt auf die Lippen Deines Babys geben.

Streiche weiter Dein Kolostrum mit der Hand in den Plastiklöffel aus, solange dies für Dich effektiver ist.

Die dicke, klebrige Konsistenz des Kolostrums und sein relativ geringes Volumen machen es am Anfang schwierig, mit einer Pumpe etwas heraus zu holen.

Höre mit dem Ausstreichen von Hand auf, sobald das Pumpen effektiver wird. Die zusätzliche Entleerung und die Massage durch das Pumpen sorgt für noch mehr Milch in den kommenden Tagen.

Füttere Dein Baby mit einer Pipette, Spritze oder einem Becher.
 

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Ein Neugeborenes wird mit einem Becher gefüttert.

Wenn die Milchmenge zunimmt und der Entlassungstermin naht – Stillhütchen/Flasche, Pumpen, Handentleerung

Setze den Haut-zu-Haut-Kontakt weiter fort.

Pumpe 8x oder öfter in 24 Stunden und streiche anschließend die noch in den Brüsten verbliebene Milch von Hand aus.

Zieh den vorübergehenden Einsatz von Stillhütchen in Betracht, um das Andocken zu unterstützen.

Wenn das Andocken mit Stillhütchen nicht erfolgreich ist oder dabei kein ausreichender Milchtransfer stattfindet, überlege die abgepumpte Milch vorübergehend mit einer Flasche zu füttern, um die Fütterung zu beschleunigen.

Sobald die Milchmenge ansteigt, kann eine Flasche der stressärmste Weg für die Mahlzeiten sein, die (noch) nicht an der Brust stattfinden.

Wenn Deine Milchmenge noch nicht mehr geworden ist, könnte von Hand auszustreichen für Dich weiterhin effektiver sein, als eine Pumpe einzusetzen.

Wenn Deine Milchmenge erst einmal größer und Deine Milch dünnflüssiger ist, geht Pumpen oft schneller als die Entleerung mit der Hand, sollte es aber nicht vollständig ersetzen.

Nach der Entlassung – Stillhütchen/Flasche, Pumpen, Handentleerung, Unterstützung, Geduld, Zuversicht

Bleibe so viel wie möglich im Haut-zu-Haut-Kontakt.

Entleere Deine Brüste 8x oder öfter in 24 Stunden.

Reduziere die Häufigkeit allmählich, wenn Dein Baby anfängt an Deiner Brust zu trinken.

Versuche nach und nach eine, später zwei Mahlzeiten im Voraus im Kühlschrank aufzubewahren, um ein „Sicherheitspolster“ zu haben.

Bis Du diesen Vorrat angelegt hast, kann es einige Zeit dauern. 1-2 Tage lang 10x am Tag zu pumpen wird dabei behilflich sein.

Such Dir Hilfe durch eine Stillexpertin.

Wenn Dein Baby nicht an der Brust trinkt, fahre für die ersten 2 Wochen fort, mindestens 8x am Tag zu pumpen und anschließend noch die restliche Milch von Hand auszustreichen, um den „Regler“ hoch einzustellen. (10x am Tag wäre großartig, ist aber schwierig. 6x am Tag ist absolutes Minimum.)

Es ist einfacher, eine zu große Milchmenge zu reduzieren, als eine zu geringe Milchmenge zu erhöhen.

Babys brauchen manchmal Wochen um effektiv zu stillen, aber so gut wie alle können es schaffen, wenn die Mutter ihre Milchmenge aufrecht erhält.

Wenn es möglich ist, einem Tiger beizubringen durch einen brennenden Reifen zu springen, können wir einem Baby allemal helfen, das zu tun, wofür es sowieso bestimmt ist!
 
Original: Nonlatchprotocol von Diane Wiessinger, IBCLC,
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2014
Foto: Jason Hutchens via photopin cc

 
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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC und Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG). Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen.

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