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Brief eines Babys an seine Eltern

Brief eines Babys an seine Eltern

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Autorin: Dr. Donna Ewy
Liebe Eltern,
ich komme zu Euch als ein kleines, unreifes Wesen mit der mir ganz eigenen Persönlichkeit. Ich bin nur kurze Zeit bei Euch – genießt mich.

  1. Nehmt Euch Zeit herauszufinden, wer ich bin, wie ich mich unterscheide von Euch und was ich Euch geben kann.
  2. Bitte gebt mir Nahrung, wenn ich hungrig bin. In Deinem Bauch, Mama, habe ich keinen Hunger gekannt und Zeit und Uhren sind mir noch fremd.
  3. Bitte haltet mich nah an Eurem Körper, liebkost mich, streichelt mich, küsst mich, erzählt mir. In Deinem Bauch, Mama, fühlte ich mich auch immer getragen und ganz nah bei Dir. Ich war da nie allein.
  4. Ich hoffe, Ihr seid nicht zu enttäuscht, wenn ich nicht das perfekte Baby Eurer Träume und Hoffnungen bin. Seid auch nachsichtig und großzügig mit Euch selbst, wenn Ihr nicht die perfekten Eltern seid, die Ihr so gern wärt.
  5. Erwartet nicht zu viel von mir neugeborenem Baby und erwartet auch nicht zu viel von Euch als Eltern. Gebt uns beiden 6 Wochen – sozusagen als Geburtstagsgeschenk. 6 Wochen für mich, dass ich reifen kann, mich stabilisiere und meinen Rhythmus finde und 6 Wochen für Euch, wieder allmählich zu Euch zu kommen und mich in Euer Leben zu integrieren.
  6. Bitte vergebt mir, wenn ich viel weine. Habt Geduld mit mir. Mit der Zeit werde ich immer weniger weinen und Euch mit meiner Gesellschaft erfreuen.
  7. Achtet gut auch mich – schaut mir aufmerksam zu, denn ich kann Euch auch so ohne Worte sagen, was ich brauche, wie Ihr mich trösten könnt und was mich zufrieden macht. Ich bin wirklich kein Tyrann, der zu Euch gekommen ist, um Euch Euer Leben zu vermiesen. Aber der einzige Weg, wie ich Euch momentan zu verstehen geben kann, dass mir etwas fehlt, ist Weinen.
  8. Bitte denkt daran, dass ich ganz schön zäh und widerstandsfähig bin. Ich kann schon viele Fehler aushalten, die Ihr anfangs aufgrund Eurer Unerfahrenheit natürlicherweise machen werdet. Solange Ihr mich lieb habt, kann eigentlich nichts schiefgehen.
  9. Bitte achtet auch auf Euch. Seht zu, dass Ihr Euch ausgewogen ernährt und genügend Ruhe und Bewegung bekommt, damit Ihr Euch in den Zeiten, in denen wir zusammen sind, gesund und kräftig fühlt. Versucht zwischen „unwichtig“ und „wichtig“ zu unterscheiden, seht Dinge etwas gelassener – dann könnt Ihr mich viel besser genießen.
  10. Und bitte hegt und pflegt auch Eure Beziehung zueinander, weil diese mein Nährboden ist und mir zeigt, wie man Menschen liebhaben kann.

Wenn ich auch momentan Euer Leben ein bisschen durcheinandergebracht habe, so denkt daran, dass dies nur vorübergehend ist.

Ich danke Euch beiden.

Euer Kind

Autorin: Dr. Donna Ewy
Foto: wvs via photopin cc

Kennen Sie noch einen schönen Text zum Stillen oder dem Leben mit Kindern?
Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Sie ihn mir zusenden.
Vielen Dank!

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

2 Kommentare

  1. Das ist so rührend und gehört meiner Meinung nach als Wandbild in jede Kinderarzt- und Gynäkologenpraxis.

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