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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Schmerzmittel zum Stillen?

Brauchen Sie Schmerzmittel zum Stillen?

10 Kommentare

In letzter Zeit kommen immer öfter Mütter in meine Beratung, die bereits kurz nach der Geburt damit begonnen haben, starke Schmerzmittel einzunehmen, damit sie die Schmerzen beim Stillen ertragen können.

Meist haben sie extrem wunde Brustwarzen und, obwohl sie bereits die Höchstdosis an Schmerztabletten nehmen, tut ihnen das Saugen des Babys immer noch so weh, dass sie dabei die Luft anhalten, schreien oder weinen möchten und das Stillen in keinster Weise genießen können.

Oft möchte das Baby auch noch dazu sehr häufig gestillt werden und nimmt trotzdem nicht optimal an Gewicht zu, was den Stress für die Mutter natürlich noch mehr verstärkt.

Geht es Ihnen gerade ähnlich?

Dann möchte ich Ihnen versichern, diese Situation ist nicht normal!!

Stillen darf nicht schmerzhaft sein! Und schon gar nicht, sollte es nötig sein, Schmerzmittel einzunehmen, um das Saugen des Babys ertragen zu können.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum Ihnen dann aber von einer Fachperson schon in der Geburtsklinik das Einnehmen von Schmerzmitteln, z.B. bis zu 1600 mg Ibuprofen am Tag, gegen die Schmerzen empfohlen wurde?

Nun, meiner Meinung nach liegt es daran, dass heutzutage in der Krankenpflege das sogenannte „moderne Schmerzmanagement“ praktiziert wird und dieses Schmerzmanagement in bester Absicht auch auf die Betreuung im Wochenbett, genauer gesagt auf den Stillbeginn, übertragen wurde.

Ziel des modernen Schmerzmanagements ist, der Entstehung von Schmerz vorzubeugen und bestehenden Schmerz zu lindern oder auszuschalten, damit der Patient möglichst viel Lebensqualität behält oder wieder erhalten kann.

Bei Schmerzen nach Operationen oder Unfällen lässt sich durch die frühzeitige und ausreichende Schmerzmittelgabe tatsächlich das Allgemeinbefinden der Patienten verbessern. Dadurch können sie früher mobilisiert werden und dann auch früher wieder nach Hause entlassen werden.

Die Linderung von chronischen Schmerzen oder Schmerzen durch Erkrankungen, wie z.B. Krebs, ist natürlich ebenfalls sinnvoll und wichtig, um zumindest die Lebensqualität der Patienten noch zu verbessern.

Auch im Wochenbett ist die postoperative, stillverträgliche Schmerzlinderung, z.B. nach einem Kaiserschnitt, einem großen Dammschnitt oder einer Abszeßeröffnung, sinnvoll und richtig.

In all diesen Fällen hat das moderne Schmerzmanagement auf jeden Fall seine Berechtigung.
Aus meiner Sicht, ist die Situation jedoch bei Schmerzen beim Stillen eine andere.

Denn Stillen ist ein natürlicher und physiologischer Vorgang, der nicht mit Schmerzen einhergehen, sondern angenehme und liebevolle Gefühle auslösen sollte.
Stechender Schmerz beim Stillen ist daher immer ein Warnsignal des Körpers!
Es dient dem Schutz vor einer akuten Verletzung der Brustwarze durch eine ungünstige Belastung und ist der Wegweiser zu einer angenehmen und erfolgreichen Stillbeziehung.

Unglücklicherweise werden schmerzende Brustwarzen heutzutage aber von vielen Seiten als normal und unumgänglich angesehen, weil sie so verbreitet sind.

Werden die Schmerzen beim Stillen jedoch „ertragen“ oder sogar noch mit Schmerzmitteln bekämpft, kommt es IMMER zu einer massiven Verletzung der Brustwarze, die unter dieser „Behandlung“ auch nur äußerst langsam wieder abheilt, wenn überhaupt. Und viele betroffene Mütter stillen sogar irgendwann voller Verzweiflung vorzeitig ab, obwohl sie eigentlich länger stillen wollten.

Meist wird so nämlich nur das Symptom, also die Schmerzen, „behandelt“, nicht aber die Ursache gesucht und gelöst. Obwohl es sich in den allermeisten Fällen nur um Fehler beim Anlegen handelt, die sehr schnell korrigiert werden können.


Bitte glauben Sie mir, Sie müssen beim Stillen weder die Schmerzen ertragen, noch Schmerzmittel nehmen.

Suchen Sie stattdessen schnellstmöglich eine professionelle Stillberatung auf!
Lassen Sie Ihre Stillposition und Ihre Anlegetechnik sowie den Mund und das Saugen Ihres Babys überprüfen und verändern Sie es entsprechend.
Und wenn Ihnen dort gesagt wird, es sei alles richtig, obwohl Sie dabei Schmerzen haben, dann holen Sie sich noch eine zweite, dritte oder sogar vierte Fachmeinung ein.

Es stimmt: Stillen soll und darf nicht schmerzhaft sein. Aber gegen Schmerzen beim Stillen Schmerzmittel einzusetzen ist der falsche Weg. Die Ursachen müssen gelöst werden und zwar schnell!

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, Juni 2014
Foto: susanne nybergh via photopin cc

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube und Google+.

10 Kommentare

  1. Im Endeffekt ist es wichtig seinen Weg zu finden. Hatte über mehrere Wochen dieses Problem, trotz stillfreundlichem Krankenhaus 4 Ibuprofen am Tag. 8 Wochen lang vor allem Nachts sehr unter den Schmerzen gelitten. Im Liegen ging gar nichts. Stillberaterin meinte auch anders anlegen, andere sagten Hütchen, gebracht hat es nichts. Letzten Endes war der Wille zu stillen größer und der Ratschlag einer Flaschenmami dann die Punkte die mir geholfen haben. Sie gab mir Brustwarzenformer. Plastikeinsätze mit Brustwarzenloch, die bisschen Luft auch im BH heran bringen und bei der Wundheilung helfen (Homöopathische Salben haben auch nur minimal geholfen). War komisch, aber hat mir sehr viel geholfen. Nach einiger Zeit waren sie dann verheilt und schmerzten irgendwann immer weniger. Und das Ergebnis leicht erhöhte Leberwerte von den Ibuprofen, Stilldauer über 2 Jahre und als Erinnerung gibt’s einen Muttermilchring noch dazu.

  2. Hat mir leider alles nichts gebracht, 8 Wochen genau das Beschriebene, gesiegt hat letzten Endes die Sturheit, Mercurialissalbe und Brustwarzenformer und 8 Wochen Durchhaltevermögen. Ja, die Former sehen nicht schön aus, aber helfen beim Abtrocknen.

  3. Hallo,
    mein Sohn ist jetzt 11 Wochen alt und ich kann immer noch nicht schmerzfrei stillen. Ich bin vor 4 Wochen von Stillhütchen auf ohne gewechselt, da ich eine schwere Brustentzündung bekommen hatte und die Stillhütchen die Schmerzen noch verstärkt haben und immer an der gleichen Stelle rieben. Seitdem ist es mal besser und mal schlechter, aber abgeheilt sind die Brustwarzen nicht. Ich versuche seit Wochen die asymmetrische Anlegetechnik, ohne Erfolg. Intuitiv stillen klappt nicht, wahrscheinlich aufgrund der Größe der Brust. Ich war bei zwei Stillberaterinnen und hatte eine sehr engagierte Hebamme in der Nachsorge. Das Baby hat immer genug Brust im Mund und ich leg ihn IMMER so an, dass es beim Stillen so wenig wie möglich weh tut. Aber die Brustwarzen heilen einfach nicht richtig ab. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Aber er nimmt extrem gut zu, hat aber trotzdem immer Hunger…

  4. Hallo
    Mein baby ist heute 10 wo alt
    Ich stille voll
    War am anfang sehr wund und sogar durchs falsche abpumpen habe ich mir zwei sehr große geschwürchen zugezogen die sind jetzt aber wieder zu
    Ich habe seeeeeehr starke schmerzen stechen und ziehen bis in meinen rücken beim und nach dem stillen und immer wieder saugbläschen so dass ich täglich 2x ibuprofen nehmen muss und nur im liegen stillen kann
    Ich lebe mit der hoffnung dass das irgend wann mal weg geht
    Mein baby hat seinen mund immer schön auf so dass genug im mund drin ist
    Aber was ich beobachte ist dass meinen bw nach dem stillen total deformiert ist
    Was soll ich tun? ich möchte gerne ohne schmerzmittel weiter stillen

  5. Hallo,
    also ich hatte sehr gute Stillbegleitung bei allen Kindern, bin auch Mitglied der La Leche Liga, habe alle Kinder langzeitgestillt. Aber ich hatte IMMER riesige Schmerzen in den ersten 10 Tagen. Schmerzen zum Heulen und Schreien, obwohl ich immer darauf geachtet habe, dass das Baby die ganze Warze voll in den Mund nimmt usw. Aber die wunden Warzen waren direkt nach 2 Tagen da und wenn sie einmal da sind, dann gehen sie auch nicht so leicht wieder weg. Ich muss zugeben, in Erinnerung an die Schmerzen und die Tränen hätte ich gern ein paar Tage lang Schmerzmittel genommen. Hat mir aber keiner angeboten und ich kam auch nicht auf die Idee.
    Ich glaube nicht, dass die Schmerzen bei mir vermeidbar gewesen wären. Ich habe einfach total empfindliche Brustwarzen/Brüste/Haut.
    Ich muss zugeben: Wenn ich noch ein Kind bekommen sollte, würde ich für den Anfang tatsächlich in Erwägung ziehen, ab und zu Paracetamol zu nehmen. Dabei bin ich von der Kügelchen- und Naturheilkunde-Sorte.
    Sorry, dass ich vielleicht die Message verderbe.

    • Hallo,
      es ist toll, dass Sie durchgehalten und das Stillen letztlich doch noch lange genossen haben. Meine Message bleibt trotzdem die Gleiche. Mir zeigt dieser Kommentar eher, dass Schmerzen beim Stillen leider auch unter Fachleuten oft als unvermeidbar angesehen werden, vor allem, wenn sie es eben auch selbst so erlebt haben. Wir geben natürlich immer das weiter, was unseren eigenen Erfahrungen entspricht.
      Und leider sind viele Mütter heute eben nicht derartig hochmotiviert und schmeißen das Handtuch, wenn es zu sehr und zu lange schmerzt beim Stillen, statt frühzeitig nach den wirklichen Ursachen zu suchen und diese zu lösen.
      Viele Grüße,
      Regine Gresens

  6. Ich möchte dies kurz kommentieren. Insbesondere an die Autorin.
    Ich habe unser erstes kind fast 2 Jahre gestillt. Der Beginn jedoch war sehr schmerzhaft. Nein, Schmerzmittel habe ich nicht genommen (wäre mir nie in den Sinn gekommen) aber ich habe geheult beim stillen und hatte Angst vor dem nächsten Hunger!
    Die Brustwarzen waren wenige Stunden nach Geburt schon wund! Ich war bei zig stillberatern. Fazit: Kind richtig angelegt, kind saugt extrem stark, trotzdem tiefe offene ragarden, nichts hilft. Super! Ich wollte stillen (und ich haben rechten dickkopf)! Im iInternet fand ich Wiener Brustdonuts. Meine Rettung! Mein Fazit: unglückliche Kombination von sehr engagiert trinkenden baby (immer hungrig, rasante Zunahme), flachwarzen und schlechter Wochenbett Betreuung! (Ständig und lange anlegen wurde mir empohlen)

    Ich kenne wenige denen stillen nie weh tat! Und der schlimmste Satz für mich war:,wenn stillen weh tut machen sie was falsch“ damit wird man so allein gelassen. Mit Selbstzweifeln und seinen stillproblemen! Das ist echt demotivierend! Ich bin ganz sicher nicht für Schmerzmittel! Aber ich bin dafür das anfängliche schmerzen ernst genommen werden und Wochenbett Betreuer sich Zeit nehmen sich mit der Frau vor sich zu befassen und nicht allgemein gültige regeln vorzubeten. Ich hatte 4 Wochen heftige schmerzen hätte mir jemand in den ersten tagen diese brustdonuts empfohlen hätte ich das wohl nicht so lange durchhalten müssen. Wie auch immer, Es hat sich gelohnt. Und bei Nr. 2 war stillen vom ersten Tag an kein Problem!

    • Liebe Maike, ja, heute haben viele Mütter Schmerzen beim Stillen. Und gerade dagegen möchte ich auf diesem Blog etwas unternehmen, denn es liegt leider doch in der Mehrzahl der Fälle daran, dass suboptimal angelegt wurde. Aber daran ist normalerweise nicht die Mutter selbst schuld, weil sie etwas falsch macht. Sondern es wird einfach sehr, sehr oft schlecht angeleitet. Jedenfalls lässt sich mit dem intuitiven Stillen und/oder der asymmetrischen Anlegetechnik, die ich hier im Blog schon desöfteren erwähnt und erklärt habe, meistens sehr schnell eine positive Veränderung erreichen. Falls das nicht geschieht, sind vielleicht doch noch andere Ursachen mitverantwortlich:
      5 Ursachen für schmerzende Brustwarzen beim Stillen

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