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Botschaft eines emsigen Einjährigen

1 Kommentar

Bitte rechne damit, dass ich geschäftig bin. Das ist meine Entwicklungsaufgabe.

Bitte denke daran, dass ich Sachen nicht gut machen muss, ich muss sie einfach nur machen. Ich mag es, wenn Du mir sagst, was ich gerade tue, nicht wie gut oder wie schlecht ich es mache.

Wenn Du mir weiterhin sagst, dass ich etwas gut mache, schlau bin oder süß oder brav oder draufgängerisch, gerate ich durcheinander und denke, ich muss mich auf diese Weise verhalten, um Dir zu gefallen. Wenn Du mir zurückmeldest, was ich gerade tue, indem Du zum Beispiel sagst: „Finn klettert auf das Sofa.“, fühle ich mich geliebt dafür, wer ich bin und wie alt ich bin.

Bitte sage zweimal „Ja“ für jedes „Nein“ oder nenne mir zwei Sachen, die ich machen darf, für jede Sache, die ich nicht tun soll.

Bitte halte viele kleine Dinge mit unterschiedlicher Beschaffenheit für mich bereit, zum Rasseln und Fallenlassen und Schlagen und Werfen und Stapeln und Hineinstecken, und einen Behälter, in den ich sie hineinfallen lassen und wieder ausschütten kann. Das wird mir helfen, später, wenn ich größer bin, Klarheit über Beziehungen, Größen, Formen und Positionen zu haben.

Ich brauche keine im Handel erhältlichen Spielsachen. Was ich jedoch brauche, sind Dinge, die so groß sind, dass ich sie nicht verschlucken kann.

Setze mir ein paar Grenzen für meine Sicherheit und Deinen Komfort. Sei konsequent.

Bitte denke daran, die Küche und das Badezimmer kindersicher zu machen. Ich probiere alles, was ich finden kann, und Chemikalien und Putzmittel sind Gift in kleinen Körpern.

Bitte vergiss nicht, mich nicht zum Lernen zu zwingen. Lies mir keine Geschichte vor, wenn ich nicht zuhören will. Wenn das Buch stabil ist, möchte ich oft lieber mit dem Buch spielen und die Seiten öffnen und schließen, wie Türen, als Dir beim Vorlesen zuhören.

Bitte finde einen Weg, um manchmal einen Bereich abzusperren, damit die älteren Kinder spielen können, ohne dass ich durch ihre Spielsachen krabbele, und damit ich trotzdem noch Raum zum Erforschen habe.

Bitte treibe mich nicht an. Ich werde laufen oder meinen Becher wegwerfen, wenn ich dafür bereit bin. Du weißt, wir Kinder haben unsere individuellen Zeitpläne.

Bitte erinnere Dich daran, falls ich bei einer Sache ins Stocken komme, ist es hilfreicher für mich, wenn Du mir hilfst, es selbst zu tun, als wenn Du es für mich tust.

Bitte denke daran, dass Belohnungen für eine Leistung, wie etwa Tricks oder Toilettentraining, meine Entwicklung in diesem Stadium stören.

Falls Du mich zu meiner Sicherheit in einen Laufstall setzen musst, denke bitte daran, mich dort nicht länger als zehn Minuten zu lassen. Ich kann die Welt nicht so erkunden, wie ich es brauche, wenn ich eingeschränkt bin.

Bitte rechne damit, dass ich mich immer mal kurz an Dich wende. Ich sag ein paar Worte, wie zum Beispiel „Arm“ oder „Milch“ oder es kann auch sein, dass ich an Deinen Kleidern ziehe oder jammer oder rufe. Ich bleibe vielleicht nicht lange, aber ich muss wissen, dass Du in der Nähe bist und bereit bist, mir einen freundlichen Klaps oder ein paar Worte oder ein Lächeln zu schenken.

Bitte denke daran, dass ich noch zu jung bin, um zu verstehen, was Teilen ist. Ich verstehe noch nicht einmal, was Besitzen ist, wie könnte ich dann Teilen verstehen?

Bitte vergiss nicht, dass Erforschen, selber Essen wollen (mit 8 oder 9 Monaten), Unordnung und Neugierde gesunde Verhaltensweisen für Kinder in meinem Alter sind.

Und bitte liebe mich und halte mich, wenn ich gehalten werden möchte.
Ich liebe Dich.

Autor: unbekannt
Original: A Message From A Busy One Year Old
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Oktober 2017
Beitragsbild: quinn.anya Petting Vitty via photopin (license)

Kennst Du noch einen schönen Text zum Stillen oder zum Leben mit Kindern?
Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Du ihn mir zusendest.
Vielen Dank!

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin.
Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht.
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Ein Kommentar

  1. Wunderschöne Worte… da kullern mir als „neu Mama“ gleich die Tränen übers Gesicht.

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