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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Bevor Sie stillen

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2000
Wenn Sie schwanger sind, besuchen Sie wahrscheinlich einen Kurs zur Vorbereitung auf die Geburt, obwohl Gebären ein normales, natürliches Ereignis ist. Warum eigentlich?

Weil Gebären gelernt wird, aber auch instinktiv abläuft.
Weil Sie noch nicht oft beobachtet haben, wie andere Frauen gebären.
Weil es eine neue Erfahrung für Sie ist.

Stillen ist ebenfalls normal und natürlich und es wird gelernt, läuft aber auch instinktiv.
Sie haben noch nicht oft beobachtet, wie andere Frauen ihr Baby stillen.
Es ist eine neue Erfahrung für Sie.
Und Sie leben in einer Kultur, die das Stillen nicht gerade unterstützt.

Also, was können Sie machen, um sich auf das Stillen vorzubereiten?

Gehen Sie zu einem Stillgruppentreffen. Dort werden Sie viele Mütter sehen, die ihr Baby stillen.

Sie können alles fragen, was Sie wissen möchten. Sie bekommen dort Büchertipps, erhalten Informationsbroschüren, können Telefonberatung in Anspruch nehmen und Freundschaften knüpfen.

Fragen Sie Ihre Hebamme oder eine Stillberaterin, wo sich die nächste Gruppe an Ihrem Wohnort trifft.

Eine Stillgruppe zu besuchen, ist vielleicht die wichtigste Sache, die Sie tun können, um sich auf das Stillen Ihres Babys vorzubereiten. Es kann Sie zu all dem führen, was Sie benötigen könnten.
(Anmerkung der Übersetzerin: In Deutschland gibt es Stillgruppen bei der La Leche Liga (LLL), der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) oder dem Berufsverband der Still- und Laktationsberaterinnen (BDL).)

Lesen Sie ein Buch über Stillen. Einige Gute sind: „Dr. Jack Newman’s Guide to Breastfeeding“ (Newman und Pitman); „The Womanly Art of Breastfeeding“ (La Leche Liga International); „Breastfeeding: Getting Breastfeeding Right for You (Renfrew, Arms und Fisher); The Nursing Mother’s Companion (Huggins).
(Anmerkung der Übersetzerin: Eine Auswahl guter deutschsprachiger Bücher zum Stillen erhalten Sie über die LLL, AFS oder in den Büchertipps auf dieser Website.)

Nehmen Sie sich vor, auf Ihr Baby zu hören. Sie gebären einen anderen, sehr kompetenten Menschen, keine Puppe oder ein Besitztum.

Ihr Baby wird wissen, was es braucht und es wird Ihnen dies mitteilen, wenn Sie zuhören.

Es braucht sehr viel Halten. Nehmen Sie es in Ihre Arme oder in ein Tragetuch, um ihm den stundenlangen Körperkontakt zu geben, der ein glückliches, sicheres Baby aus ihm macht.

Es braucht sehr häufiges Stillen.

Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihre ersten gemeinsamen Tage damit ausgefüllt sind, seine Bedürfnisse zu erfüllen.

Also frieren Sie fertig zubereitete Aufläufe ein, die Sie mit einer Hand essen können, oder lassen Sie sich anfangs von jemandem bekochen.

Und rechnen Sie damit, dass die Hausarbeit für einige Wochen liegen bleibt.

Ihr Baby braucht Ihre Nähe die meiste Zeit des Tages.

Besprechen Sie mit Ihrem Partner, wie Sie es ermöglichen können, das Baby auch in der Nacht in Ihrer Nähe zu behalten.

Es wird wahrscheinlich am besten in Ihrem Bett schlafen, so wie es die meisten Babys auf der Welt schon immer getan haben.

Nehmen Sie sich vor, auf sich selbst zu hören. Sie haben exzellente Instinkte, genau wie Ihr Baby.

Wenn etwas, was Sie als Mutter tun – oder nicht tun – dazu führt, dass Sie sich unwohl fühlen, versuchen Sie das zu tun, was sich richtig „anfühlt“, selbst wenn es nicht das ist, was Ihre Mutter oder Ihre Freundin macht.

Frauen sind so daran gewöhnt, das zu tun, was Andere denken, dass wir es tun sollten, dass wir manchmal vergessen haben, auf uns selbst zu hören.

Wenn Sie sich dabei besser fühlen, Ihr Baby zu halten, anstatt es abzulegen, dann liegt das daran, dass Ewigkeiten von menschlichen Überlebensinstinkten uns genau darauf geprägt haben.

Vertrauen Sie sich selbst.

Planen Sie, sich Hilfe zu holen, wenn Sie welche benötigen.

Wir sind soziale Tiere, die sich natürlicherweise auf einander verlassen, besonders in Fragen wie Gebären und Stillen.

Glauben Sie nicht, dass Sie auftretende Probleme ganz allein lösen müssen und schämen Sie sich nicht, dass Sie Sorgen haben.

Stillen ist zu wichtig, um es aus Mangel an Hilfe oder guter Information dahinschwinden zu lassen.

Sie werden hinterher froh sein, dass Sie angerufen haben!

Original: Before You Breastfeed von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, September 2004
Foto: archangeldeb via photopin cc

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

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