„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

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Soll ich mein Baby zum Stillen aufwecken?

Wann sollte ein Baby zum Trinken geweckt werden? Wann ist Aufwecken nicht erforderlich?
Und wie gehst Du vor, um es für eine Mahlzeit zu wecken? 

Frage:
Habe eine Tochter, zweieinhalb Monate alt.
Nachts schläft sie die erste Hälfte (4 bis 5 Stunden). Also zwischen zwei bis drei Uhr nachts tue ich sie stillen.
Soll ich immer abwarten, bis das Kind von alleine nachts wach ist? Oder muss ich, zum Beispiel nach vier Stunden, wecken zum Stillen?
Tatjana

Antwort:
Fragen, wie diese von Tatjana, erreichen mich öfter. Ich kann hier natürlich nie etwas zu einem einzelnen Kind sagen, das ich nicht kenne und das ich nie gesehen habe. Daher sind meine Antworten immer allgemein zu sehen.

Muss ein Baby zum Trinken geweckt werden?

Ein gesundes, reif geborenes Baby, das normal zunimmt, muss nicht zum Stillen geweckt werden.
Überdies klappt das Wecken sowieso in der Regel nicht, wenn das Baby gerade in einer Tiefschlafphase ist. Wer von uns lässt sich schon gerne mitten in der Nacht wecken, um etwas zu essen? Wenn wir da überhaupt wach werden, haben wir sicherlich keinen riesengroßen Appetit und möchten eigentlich nur so schnell wie möglich wieder weiterschlafen.

Also, wenn die Milchbildung gut in Gang gekommen ist und das Baby gut zunimmt – was normalerweise so nach ein paar Wochen der Fall ist, dann reicht es wirklich, wenn Du auf die Zeichen Deines Babys achtest und es nach Bedarf stillst.

Wann kann es denn sinnvoll sein, ein Baby zu wecken?

Es gibt ein paar Situationen, in denen es notwendig sein kann ein Baby zum Trinken zu wecken.

1) In den ersten Tagen
Wenn es noch darum geht, dass die Milchbildung überhaupt erst einmal richtig in Gang kommen, also auch angeregt werden muss. Zudem sind anfangs nur kleine Mengen Kolostrum in den Brüsten vorhanden, die sich das Baby holen kann.

In dieser Zeit ist es wichtig, dass das Neugeborene sehr häufig angelegt wird, d.h. 10 bis 12 Mal in 24 Stunden, oder sogar noch öfter, ist durchaus normal.

Und es kann auch sein, dass ein neugeborenes Baby in den ersten Tagen bis sogar in den ersten ein, zwei Wochen noch etwas schläfrig ist. Das kann eine Folge von Medikamenten sein, die Du als Mama unter der Geburt bekommen hast.

2) Nach einer Frühgeburt
Ein kleines Frühgeborenes – auch ein spätes Frühgeborenes – muss sehr wahrscheinlich in den ersten Wochen bis Monaten auch zum Stillen geweckt werden, weil bei Frühgeborenen oft das Schlafbedürfnis noch größer ist als der Hunger. Und sie ihre Mahlzeiten möglicherweise einfach verschlafen würden und dann nicht auf eine ausreichende Tagestrinkmenge kommen können.

3) Bei geringer Zunahme
Die dritte Situation, in der es sinnvoll oder nötig sein kann, Dein Baby zu wecken, ist, wenn Dein Baby vielleicht schon etwas älter ist, aber nicht so gut zunimmt und es darum geht, dass es mehr Milch von Dir bekommt, damit vielleicht nicht so viel zugefüttert werden muss.

Zudem ist es dann wichtig, dass Deine Brüste nach Möglichkeit auch von dem Baby regelmäßig gut geleert werden, damit die Milchbildung noch stärker angeregt wird. Dann ist es auch sinnvoll Dein Baby jedes Mal an beide Brüste anzulegen.

Wie kann ich mein Baby wecken?

Wenn Du Dein Baby wecken möchtest, dann achte darauf, wann es eine Leichtschlaf-Phase hat. Das erkennst Du daran, dass es von sich aus schon kleine Bewegungen macht, kleine Laute von sich gibt und eben nicht einfach völlig entspannt wie im Koma liegt.

Um es zu wecken, kannst Du es beispielsweise erst einmal ausziehen – ruhig bis auf den Body und die Windel, so dass es auch über die Haut stimuliert wird und Ihr auch direkten Hautkontakt miteinander haben könnt.

Wenn Du Sorge hast, dass Dein Baby zu sehr auskühlt, kannst Du einfach von hinten über seinen Rücken entweder eine Wolljacke oder eine Decke legen, um es zu wärmen. Durch Euren Körperkontakt wärmt Du es ausreichend von vorne, aber von hinten kann es durchaus noch mal zusätzlich etwas gewärmt werden.

Wenn es noch stärker stimuliert werden muss, kannst Du es aufrecht vor Dich halten und es mit freundlicher Stimme ansprechen und versuchen, Blickkontakt mit ihm aufzubauen.

Reicht auch das nicht, kannst Du noch den sogenannten Puppenaugen-Trick machen. Dabei lehnst Du mehrmals hintereinander – wie bei einer Babypuppe mit Schlafaugen – langsam seinen Oberkörper aus der aufrechten Haltung nach hinten zurück und richtest ihn dann wieder auf. Halte dabei aber sein Köpfchen fest und achte darauf, dass sein Nacken beim Zurücklehnen nicht durch das Gewicht seines Kopfes überstreckt wird.

Durch diesen Puppenaugen-Trick erfährt Dein Baby eine starke Stimulation seines Gleichgewichtssinns, wird dadurch wach und öffnet die Augen.

Ich habe aber auch schon Babys erlebt, die ja wirklich von den Eltern praktisch bis auf die Windel nackig ausgezogen wurden und dann auf den Fußboden gelegt worden sind, weil sie nur so dann auch mal wach wurden. Im Körperkontakt bei Mama oder Papa auf dem Arm, auch wenn das Baby schon ausgezogen war, hat es einfach noch keinen Grund gehabt, die Augen aufzumachen und sich vielleicht zu beschweren, weil es eben jetzt dann den Körperkontakt vermisst hat.

Wie lief es bei Euch? Musste Dein Baby zum Trinken geweckt werden?
Schreibe doch gerne Deine Erfahrungen unten in die Kommentare! 

Regine Gresens, IBCLC, Mai 2022
Foto: Canva 

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Dann schreib sie gerne mit dem Hashtag #FragStillkinder in die Kommentare!   

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Schlafendes Baby

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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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2 Kommentare

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  1. Hallo Regine, ich habe leider das genau umgekehrte Problem. Mein Sohn kam auf die Welt mit einem dreiwöchigen Aufenthalt auf der Intensivstation inkl. Beruhigungsmittel. Die ließen sich schwer absetzen, es hat angeblich eine Woche länger gedauert als üblich. Zuhause angekommen war mein Kind ca. alle 20 Minuten wach und hat die Brust gesucht. Den ersten Monat habe ich Tag und Nacht quasi dauergestillt (ich war ja so froh nach diesem Start überhaupt noch stillen zu können). Er nahm gut zu und ist super gewachsen. Heute, wo er über ein Jahr alt ist, stille ich ihn immer noch. Er wacht nach wie vor mehrmals pro Nacht auf und lässt sich nicht beruhigen, ausschließlich mit der Brust. Ich habe teilweise schon die Nächte komplett wach gelegen deswegen. Auch wacht er wirklich ständig auf, er hat eine große innere Unruhe. Ich kann ihn nicht mehr mit zu mir ins Bett nehmen, weil er dann wieder dauerstillt und er hat eine Rumpfhypotonie, die er mit den Extremitäten ausgleichen will, bedeutet er stemmt unglaublich kräftig mit den Beinen. Meine Schulter ist kaputt gegangen davon. Dadurch weckt er sich auch ständig selber. Wir haben schon die ganze Batterie an üblichen Maßnahmen laufen (Frühförderung, Krankengymnastik, privat zu zahlende Maßnahmen wie z. B. Osteopathie, Manualtherapie nach Gutmann etc., SPZ, er hat sogar einen PG 3 erhalten),aber nichts scheint ihm zu helfen. Auch achten wir auf einen nicht zu langweiligen und nicht zu stressigen Alltag. Es heißt Fütterstörung. Beim Essen ist er durch alles abgelenkt, verweigert die Nahrung und will wieder fast nur Brust. Ich kann langsam nicht mehr. Was kann ich tun, ich verliere mehr und mehr meine Kräfte. Angehörige, die helfen könnten gibt es leider auch nicht in der Nähe, ich stehe Tag und Nacht fast alleine damit da. Auch ist er fast immer so müde und deshalb quengelig und klammert. Aber schlafen geht kaum. Er schläft zwar super ein, ist aber ganz fix wieder wach.

    1. Hallo Tina,
      das ist natürlich ein ganz anderes Problem, für das es auch keine 0-8-15-Lösung geben kann.
      Ich empfehle Dir daher unbedingt eine individuelle, ganzheitliche Schlafberatung, z.B. bei einer Beraterin für Emotionelle Erste Hilfe oder bei einer Beraterin für 1001Kindernacht.
      Sie kann Dir helfen, die Ursachen für das Verhalten Deines Babys herauszufinden und mit Dir gemeinsam das für Euch am besten geeignete Vorgehen zur effektiven, aber liebevollen Lösung der Ursachen Schritt für Schritt zu entwickeln.
      Ich wünsche Euch alles Gute und viel Erfolg dabei!
      Herzliche Grüße,
      Regine Gresens

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