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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Aus dem Leben mit einem gestillten Kleinkind

Aus dem Leben mit einem gestillten Kleinkind

11 Kommentare

Liebe Regine,
als meine Kleine noch kein halbes Jahr alt war, haben wir mal Kontakt gehabt, und Du hast zwei Berichte von mir eingestellt. Viele Aspekte Deiner Seite haben mir so unendlich geholfen, den Weg zum zufriedenen Stillen ohne Zweifel und zum hemmungslosen Einlassen auf mein Kind zu finden! Vielen Dank dafür!

Anbei ein paar Anekdoten vom nun 33 Monate alten Stillkind. Wir haben immer noch Abstände von 1,5 – 4 Stunden, selten mehr, können aber auch schon mal bis zu 10 Stunden werden, wenn das Leben gerade sehr spannend ist. Sie liebt diese innigen Minuten sehr, und ich tue es auch.

Sie kann selbst einschlafen, sie kann auch ohne mich einschlafen, sie schläft nachts bis zwischen halb fünf und halb acht durch, sie akzeptiert problemlos, wenn ich sie gerade mal nicht stillen kann, sie fragt, ob sie die andere Brust streicheln darf, bevor sie es versucht, und sie akzeptiert ein NEIN auch ohne Murren.

Wir haben höchst selten mal mit Trotzanfällen zu tun und ein überaus kooperatives, freundliches, fröhliches, sehr sprachgewandtes und kommunikatives Kind, das ohne Scheu auf Andere, vor allem Kinder, zugeht, allerdings ganz klar die eigenen körperlichen Grenzen gegen Andere einfordert (Hochnehmen, Anfassen durch Fremde etc.)

Es ist einfach eine wunderbar harmonische Stillbeziehung. Wir stillen auch überall in der Öffentlichkeit, sogar im Kindergarten, wo meine Tochter seit einigen Monaten im Spielkreis ist (ohne Mama). Sensation für die anderen Kinder. Das ist manchmal wie im Kino. Die Kindergärtnerinnen akzeptieren es ohne Kommentare.

Interessanterweise habe ich die meisten Kommentare und Blicke mitbekommen, als sie zwischen ca. 10 Monaten und 2 Jahren alt war. Danach ebbte das ab. Vielleicht ist auch mein Fell dicker geworden und ich nehme das einfach nicht mehr so wahr. Oder wir strahlen beide eine solche Selbstverständlichkeit im Tun aus, dass niemand sich wagt oder überhaupt auf die Idee kommt, das komisch zu finden. Oft fange ich eher anerkennende oder sehnsüchtige Blicke auf.

Vielen Dank für Deine wunderbare Arbeit und viele herzliche Grüße
Silke

Anekdote 1:
Mein Kind beginnt an einer Brust zu stillen. Nach kurzer Zeit sagt sie: „Die Brust schläft.“ und wechselt zur anderen.
Als sie dort fertig ist, wechselt sie zurück. Kurze Zeit später der Kommentar: „Jetzt ist sie wieder wach!“, und lächelt dabei verschmitzt.
Meine Hebamme benutzt dieses Zitat immer, um Frauen aus Kindersicht fühlbar zu machen, wie es ist, wenn das Kind auf den Milchspendereflex wartet.

Anekdote 2:
„Papa hat eine kleine Brust. Da kann ich nicht ,schnubbeln‘, oder?“

Anekdote 3:
„Die Brust ist alle, ich hab alles rat-ze-putz leergeschlürft.“

Anekdote 4:
Kennen wohl alle Mütter, die lange stillen:
Mein Kind hört ein anderes Kind weinen. „Da weint ein Kind. Die Mama muss es trösten. Das muss mal ,schnubbeln‘.“

Anekdote 5:
In den Morgenstunden stillt mein Kind. Ich bitte sie nach einiger Zeit, sich jetzt mal wieder hinzukuscheln und weiterzuschlafen.
Das tut sie dann in 95 % der Fälle.
Die anderen 5 % ist sie plötzlich ganz verzweifelt und ruft weinend: „Ich hab noch nicht genug ,geschnubbelt‘!“
Sie darf noch mal kurz stillen, dreht sich dann weg und schläft zufrieden.

Anekdote 6:
„Schmeckt wie Haferdrink.“ Ich frage, was sie meint. „Die Mamamilch.“

Anekdote 7:
Abends vor dem Einschlafen stillt mein Kind ausführlich und wechselt dabei oft die Seiten.
Ich bitte dann, dass sie langsam ins Beistellbettchen krabbelt, damit wir schlafen können.
Kommentar: „Bald!“

Anekdote 8:
Mein Kind nimmt die Brust in beide Hände, kuschelt das Gesicht ran und küsst die Brust mit den Worten: „Hmmm – mahh! Mahh“ immer wieder.

Anekdote 9:
Nach einiger Zeit, in der wir immer wieder Differenzen hatten, weil sie andauernd mit der anderen Brust spielt, wenn wir stillen. Dabei pult sie unangenehm, also habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass ich das so nicht mag und ggf. die Brust zugedeckt.
Nun heißt es immer: „Darf ich streicheln?“ mit höchst freundlichem Blick und auf die andere Brust zeigend.
Bei einem Ja jubelt sie: „Hurra! Ich darf streicheln!“.
Bei einem Nein akzeptiert sie es klaglos.

Anekdote 10:
Wir waren in der Stadt. Meine Tochter, gute 33 Monate jetzt, sieht ein Kind im Buggy mit Schnuller, Kind ist ca. 3,5 Jahre alt.
Sie will, wie es so ihre Art ist, sofort in Kommunikation gehen, geht also an den Buggy und spricht das Kind an: „Hallo, wer bist du denn?“ und versucht, auf jede mögliche Weise, das Kind zum Reagieren zu bewegen, freundlich und lustig.
Das andere Kind sitzt mit Schnuller im Mund komplett teilnahmslos da.
Schließlich wird es ihr zu bunt. Sie zieht dem Kind den Schnuller aus dem Mund mit folgendem Kommentar: „Du brauchst doch keinen Schnuller! Du bist doch kein Baby mehr.“
Später haben wir darüber gesprochen, dass es ja viele Kinder gibt, die nicht mehr stillen dürfen und deswegen den Schnuller auch brauchen, weil sie ja nicht mehr bei Mama stillen dürfen.
Meine Tochter ist doch immer wieder bestürzt, wenn sie hört, dass die Kinder das nicht mehr dürfen. „Warum lässt die Mama sie denn nicht mehr ,schnubbeln‘?“ ist dann immer wieder die prompte Frage.

Anekdote 11:
Gerade höre ich immer wieder (wenn ich mal langsam wieder das Stillen beenden möchte): „Da ist aber noch was drin.“ bzw. „Da kommt aber noch was.“ oder „In der anderen Brust ist aber noch Milch drin. Die möchte ich noch leerschlürfen.“

Kurzum, das Leben mit einem gestillten Kleinkind ist einfach eine unersetzliche Erfahrung!
Bei der üblichen kurzen Stillzeit entgeht einem einfach ein riesiger Teil Freude, denke ich dann oft. 🙂

Liebe Grüße,
Silke
 
Originalbericht einer Mutter, Juli 2014
Foto: Josh Liba via photopin cc

Lesen Sie hier mehr aus dem Leben mit einem gestillten Kleinkind.

Hat Ihr Kind zum, beim oder über das Stillen auch etwas gesagt, über das Sie schmunzeln oder sogar laut lachen mussten?
Und möchten Sie es gerne mit Anderen teilen?

Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihren kurzen Bericht zuschicken.
Vielen Dank!

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

11 Kommentare

  1. Auch meine Tochter, neuerdings zwei Jahre, stillt noch sehr oft, besonders nachts, und überall da wo wir uns willkommen fühlen (es ist aber mittlerweile mein Wunsch nur noch daheim zu stillen oder natürlich da wo wir übernachten). In unserer Familie wird es zwar belächelt und ab und an heißt es liebevoll: „na, nun muss aber langsam genug sein“, doch mein Mann steht hinter mir und erzählt es gern jedem der es hören möchte. Wenn die Maus stillen mag, wenn es gerade unpassend ist, sage ich ihr, wann und wo es möglich ist, vertröste sie auf später und drücke sie fest. Dann ist alles wieder gut. Ich mag das Gefühl, meiner Tochter stets die Geborgenheit geben zu können, die ich für so notwendig halte, um das Urvertrauen aufrecht zu erhalten. Die Maus ist ein stets offenes, fröhliches und gewinnendes Wesen. Leider habe ich das bei meinem großen Sohn nicht geschafft, obwohl ich auch ihn 18 Monate gestillt hatte. Doch wie lässt man sich von der Umwelt beeinflussen? Beim Großen habe ich stark an meiner Intuition gezweifelt und es letztendlich aufgegeben. Nun bei meiner Kleinen kann da jeder denken, was er will: es ist unsere Sache. Nun kommt unsere Maus in die Krippe und ich bin guter Dinge, dass sie das schafft. Ob mit oder ohne „Nuna“ ( = stillen, das Wort hat sie selbst eines Tages erfunden und fortan dafür benutzt ). Ich bin stolz auf alle Stillfamilien. Mamas, hört auf eurer Herz!

  2. Mein Sohn ist jetzt 23 Monate alt, und zwar noch kein großer Redner, aber sehr sicher in seiner eignen, unmissverständlichen Kommunikation. 🙂
    Wenn er tagsüber stillen möchte, zieht er mich zum Sofa (wir stillen fast ausschließlich nachts im Bett oder tagsüber auf einem bestimmten Platz auf dem Sofa) und sagt entschlossen „Hamma!“ Wenn ich dann frage „Willst Du eine Milch trinken?“ antwortet er glücklich „Ja!“ und fängst freudig zu glucksen an, wenn ich mich auf unseren Stammplatz niederlasse und ihn auffordere, auf meinem Schoß Platz zu nehmen.
    Wenn er nachts stillen möchte – wir praktizieren meist noch Familienbett – wacht er meist auf und jammert. Wenn ich dann frage „Was brauchst Du denn, mein Schatz?“, dann piekst er mir meist mit dem Finger in die Schulter (=also dahin, wo er die Brust vermutet) und antwortet „Des da!“ (bayrisch für „das da!“). Dann döse ich ein paar Minuten und er trinkt und wenn es mir zuviel wird, frage ich ihn „Können wir jetzt wieder zumachen?“ (also das T-Shirt runterziehen) und er nimmt noch einen weiteren tiefen Schluck, dreht sich weg und schläft weiter. Das Leben kann so einfach sein 😉

  3. Vielen Dank für diese lustigen und schönen Geschichten, so süüß und ich hab auch so gelacht. Bald wird meine kleine Maus 1 Jahr alt und ich möchte sie auch noch weiterstillen.

  4. Sohnemann ist fast zwei und spricht noch nicht soooo viel. Aber „laa“ also bayerisch für „leer“ geht gut und sagt er dann auch immer zur Brust. Oder er klopft auf die andere, wenn er die Seite wechseln möchte 🙂

  5. Als ich meine 17 Monate alte Tochter gestillt habe, fragte die Große (3 Jahre) „Mama, die Milch in deiner Brust wird doch schlecht. Die musst du in den Kühlschrank stellen!“

  6. Danke für diesen wunderschönen Beitrag, ich hab innerlich so gelacht und mir wurde richtig warm ums Herz! Ich hoffe unsere Stillbeziehung (Sohn mit 12 Monate) wird auch weiterhin bestehen und mir auch so wundervolle Anekdoten liefern!

  7. Welch ein toller Bericht! Es zeigt doch deutlich, dass länger stillen toll sein kann für beide Seiten. Schade, dass in der heutigen Zeit das Stillen über ein Jahr hinaus von vielen als negativ empfunden wird.
    Aber der Bericht zeigt mir deutlich, dass langes Stillen einfach toll sein kann. Es hilft mir, weiter zu machen, obwohl meine Umwelt der Meinung ist, dass mein Kleiner mit 10 Monaten (er bekommt schon Fingerfood, Brei – außer Obstmus – mag er auch nicht) in seiner Entwicklung gehemmt wird und ich doch endlich mal loslassen sollte und einsehen muss, dass die Stillbeziehung zu Ende geht. Mein Gefühl sagt mir etwas anderes und er bekommt, solange er es möchte, auch weiterhin die Brust bis er von allein nicht mehr möchte. Danke für die Anekdoten!

  8. Mein Sohn zum Papa: „Hast du auch Milch?“
    Darauf mein Mann: „Nein“.
    Darauf tröstend mein Sohn: „Wenn du groß bist, Papa, dann wirst du auch eine Mama sein!“

  9. Mein großer Sohn liebt seinen Adventskalender und stellte fest: „Valentin (fast 5 Monate) ist noch zu klein für einen Adventskalender. Mamis Brust ist sein Adventskalender!“ :))

  10. Uui, wenn ich das lese, will ich gar nicht mehr aufhören zu stillen – aber wir haben ja auch noch Zeit, meine Mäuschen ist gerade 9 Monate alt…
    Danke für den wunderschönen Beitrag!

  11. Hallo liebe stillende Mutter, wirklich super süß die Anekdoten ! Ich musste so lachen dabei 🙂 und die Anekdote 10 fand ich auch sehr bedenkenswert… dein Kind erscheint auch sehr intelligent zu sein. Die Wunder des Stillens zeigen ihre Wirkungen in jeder Hinsicht 😉

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