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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Aufgeben kam für mich nicht in Frage

Aufgeben kam für mich nicht in Frage

2 Kommentare

Mein Sohn Erik kam am 11.06.14 zur Welt und für mich stand von Anfang an fest, dass ich stillen werde.
Zu Beginn war ich sehr verunsichert, da meiner Meinung nach nichts “raus” kam, Erik aber immer nur weinte und trinken wollte.

Im Juni war bei uns in Tirol sehr warmes Wetter. Außerdem wurde auf der Wochenstation noch zusätzlich geheizt. Deshalb hatte Erik großen Durst.

Natürlich wurde ich immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig das richtige Anlegen ist, um keine wunden Brustwarzen zu bekommen.

Da ich aber als unsichere, junge Mutter nur wollte, dass mein Kind nicht mehr weinte, schaute ich nicht wirklich darauf, wie mein Baby die Brustwarze im Mund hatte.

Nach Kurzem hatte ich rote, heiße und schmerzende Brustwarzen.

Das war aber nicht alles. Jeder versicherte mir, dass das in kürzester Zeit abheilen würde. Das Längste, was mir prophezeit wurde, waren 8 Wochen.

Natürlich habe ich dann darauf geachtet, dass ich Erik richtig anlege.

Das Anlegen in der ersten Zeit zu Hause war so schmerzhaft, dass mir jedes Mal Tränen über die Wangen liefen.

Mein Mann konnte das nicht mehr mitansehen und legte mir nahe, das Stillen aufzugeben. Das kam für mich jedoch nicht in Frage.

Meine Hebamme empfahl mir dann Stillhütchen, bis die Brustwarzen abheilen. Ich habe auch sämtliche Empfehlungen eingehalten, es wurde jedoch nicht besser.

Nach einer Woche habe ich die Stillhütchen wieder weg gelassen, da ich das Stillen auf diese Weise für nicht “natürlich” hielt. Dann wurden die Schmerzen auch wieder schlimmer.

Meine Hebamme bestätigte mir immer wieder, dass ich Erik richtig anlege, dass das nicht das Problem sein könne.

Die Wochen vergingen, die Schmerzen blieben.

Nach 8 Wochen ging ich “endlich” zur Stillberaterin im Krankenhaus. Nach Begutachtung meiner Brust war die erste Frage, die mir die Stillberaterin stellte, ob Erik den Mundsoor hat.

Ich bestätigte das und erzählte ihr, dass meine Hausärztin, die auch die Mutter-Kind-Pass-Untersuchung machte, den Soor bei Erik fest gestellt hatte und mir ein Mittel für ihn verschrieben hat.

Auf meine Frage, ob ich dann auch meine Brust behandeln müsse, sagte sie, dass es genüge, die Brust nach dem Stillen mit Wasser abzuwaschen.

Die Stillberaterin erklärte mir, dass man auf den ersten Blick sieht, dass auch meine Brust mit dem Soor befallen ist und deshalb auch die wunden Brustwarzen nicht heilen können. Endlich wusste ich, warum!

Leider war das Problem damit nicht gelöst. Die Stillberaterin verwies mich an eine Gynäkologin, die mir eine Pilzsalbe verschrieb mit dem Hinweis, dass Erik diese nicht abbekommen sollte.

Das bedeutete, ich musste vor jedem Stillen zuerst die Brust waschen, was gerade in der Nacht sehr umständlich war.

Es wurde trotzdem nicht besser.

Eine Woche später erklärte mir eine andere Ärztin, dass diese Salbe überhaupt nichts nütze, wenn ich sie immer wieder abwasche. Sie verschrieb mir das Daktarin-Gel. Ich sollte dieses Gel auf die Brust auftragen, Erik könne es ohne Probleme ablutschen.

Es wurde trotzdem nicht besser.

Wieder eine Woche später war ich bei meiner Frauenärztin, die mir erklärte, dass der Soor wahrscheinlich schon in den Milchkanälen sitzt und ich dem Ganzen nur mit Tabletten Herr werde. Deshalb verschrieb sie mir Fluconazol.

Ich sollte diese Tabletten eine Woche nehmen, dann wäre alles gut.

Der Apotheker schlug die Hände über dem Kopf zusammen, es wäre doch unverantwortlich ein solches Mittel zu nehmen, wenn man stillt!

Daher verbrachte ich 2 volle Tage damit im Internet zu recherchieren, welche Erfahrungen es mit diesem Mittel gibt bzw. wie gefährlich es für mein Baby ist.

Nachdem meine Frauenärztin mir nochmals bestätigte, dass ich diese Tabletten ruhig nehmen kann, nahm ich sie mit großer Sorge ein.

Nach einer Woche verspürte ich zwar eine leichte Besserung, von schmerzfreiem Stillen war ich jedoch noch weit entfernt. Meine Frauenärztin meinte, das Mittel wirkt noch nach und ich solle es dabei belassen.

Bei der Eltern-Kind-Beratung sagte mir die Kinderkrankenschwester jedoch, dass nach ihrem Wissen Fluconazol 3 Wochen lang eingenommen werden muss.

Daher ging ich wieder zur Stillberaterin ins Krankenhaus, die obendrein noch einen Vasospasmus vermutete. Der diensthabende Gynäkologe verschrieb mir dann nochmals Fluconazol sowie Magnesium gegen den Vasospasmus.

Nach insgesamt 3 Wochen Tabletteneinnahme heilten endlich meine wunden Brustwarzen und das Stillen tat nicht mehr weh! Seitdem genieße ich das Stillen.

Originalbericht einer Mutter, April 2015
Foto: Camilo and gaba nursing on the couch via photopin (license)

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

2 Kommentare

  1. Guten Tag,
    Ich habe so ziemlich die identische Geschichte erlebt, bzw. bin sie noch am erleben und hoffe sehr, dass meine auch so enden wird… Habe gestern zum 2. mal mit Diflucan gestartet… Drückt mir die Daumen…

    • Hallo, ich denke ich habe das gleiche Problem…das größte Problem ist die Unwissenheit der Ärzte! Ich hoffe ich erlebe auch noch schmerzfrei zu stillen!!!!

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