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Als Gott die Mütter schuf

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Von Erma Bombeck
Bei der Erschaffung der Mütter war der Herr schon sechs Tage in Verzug geraten, als ein Engel erschien und sagte: „Diesmal trödelst du aber lange herum!“

Und der Herr sagte: „Hast du die Auftragsbedingungen gelesen?
Voll waschbar, aber nicht aus Plastik…
180 bewegliche Teile – alle ersetzbar…
Betriebsstoff hauptsächlich Kaffee und Reste…
mit einem Schoß, der beim Aufstehen verschwindet…
einem Kuss, der vom gebrochenen Bein bis zum Liebeskummer alles heilt…
und dann noch sechs Paar Hände.“

Der Engel schüttelte verständnislos den Kopf und sagte: „Sechs Paar Hände? Nicht zu machen.“

„Die Hände sind kein Problem“, sagte der Herr. „Aber die drei Paar Augen, die Mütter haben müssen.“

„Und das alles beim Standardmodell?“ fragte der Engel.

Der Herr nickte. „Ein Paar Augen, das durch geschlossene Türen sieht, während sie fragt ‚Kinder, was macht ihr da drinnen?‘ – wo sie es doch schon weiß.
Ein zweites Paar am Hinterkopf, das sieht, was sie nicht sehen soll, aber unbedingt wissen muss.
Und dann natürlich die Augen im Gesicht, die einem Kind, wenn es eine Dummheit macht, wortlos – nur mit einem Blick – sagen können: ‚Ich weiß schon, und ich hab‘ dich trotzdem lieb.'“

„Herr“, sagte der Engel und zupfte den lieben Gott am Ärmel, „geh zu Bett. Morgen ist auch noch ein Tag.“

„Ich kann nicht“, sagte der Herr. „Ich bin so nahe dran. Ich hab‘ schon eine, die sich selbst heilt, wenn sie krank ist, die eine sechsköpfige Familie mit einem Pfund Hackfleisch satt machen kann und einen Neunjährigen unter die Dusche kriegt.“

Der Engel ging langsam um das Muttermodell herum. „Es ist zu weich“, seufzte er.

„Aber zäh!“ sagte der Herr begeistert. „Du kannst dir nicht vorstellen. was diese Mutter alles leisten kann.“

„Kann sie denken?“

„Nicht nur denken, sondern auch überzeugen und Streit schlichten.“

Schließlich beugte sich der Engel vor und fuhr mit dem Finger über die Wange des Modells. „Da ist ein Leck“, rief er.

„Das ist kein Leck“, sagte der Herr. „Das ist eine Träne.“

„Wozu ist sie da?“

„Sie drückt Freude aus, Trauer, Enttäuschung, Schmerz, Einsamkeit und Stolz.“

„Du bist ein Genie“, sagte der Engel.

Der Herr blickte nachdenklich drein.

„Ich habe sie nicht dahin gesetzt.“, sagte er.
 
Autorin: Erma Bombeck (1977)
Foto: Megyarsh via photopin cc

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

2 Kommentare

  1. Hach … ich liebe diese „Gott schuf…“-Geschichten. Sie drücken so viel Liebe aus.

    Wie auch diese über Mama’s. Mütter sind wunderbare Geschöpfe! Das sollten wir uns viel öfter zugestehen – uns selbst und uns gegenseitig!

    Ein wunderbares Weihnachtsfest dir, allen Mamas und denen die es noch werden!

    ~Tabea

    • Danke, Tabea, das wünsche ich dir auch!
      Und wie du schon schreibst, immer dran denken: du bist für jemanden die weltbeste Mama 🙂

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