Mutter mit Stillbaby

Aller guten Dinge sind drei

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Meine Stillgeschichte mit meinen drei Töchtern oder wie ich Frieden mit dem Stillen schloss.

Als ich 2011, nach 2 Jahren des Hoffens und Wartens, endlich schwanger wurde, machte ich mir nicht viele Gedanken ums Stillen. Ja klar würde ich das machen, ist ja auch das beste fürs Kind und praktisch ist es auch.

Nun, die Geburt lief leider nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht hatte.

Die Kleine rutschte nicht tiefer ins Becken und nach acht Stunden Wehen holten sie sie per Kaiserschnitt.

Ich hatte eine Vollnarkose und konnte erst vier Stunden später mein kleines Mädchen endlich im Arm halten.

Von Anfang an war beim Stillen der Wurm drin. Meine Tochter trank ohne Stillhütchen überhaupt nicht an der Brust. Es war fast so, als würde sie diese ohne das Hilfsmittel nicht erkennen.

Dass das Stillhütchen damals aus recht dickem Silikon war, verbesserte die Situation nicht gerade. Schließlich bekam sie Durstfieber und ihr erstes Fläschchen.

Drei Monate lang kämpfte ich mich ab, versuchte zu stillen, aber schon bald wollte die Kleine gar nicht mehr an der Brust trinken. Es war ihr einfach zu mühsam.

Wenn ein Baby an der Brust nicht richtig satt wird und sich erst einmal an den kontinuierlichen Milchfluss aus dem Flaschensauger gewöhnt hat, zieht es diesen natürlich irgendwann der Brust vor und das Anlegen an die Brust wird dann immer schwieriger. So stressig und frustrierend das für die Mutter auch ist, aus Sicht des Kindes ist es ein intelligentes – weil ökonomisches – Verhalten. ~ R. Gresens

Eine kurze Weile pumpte ich noch ab, aber ich hatte nicht viel Milch – so war nach knapp vier Monaten endgültig Schluss. Ein wenig traurig war ich zwar darüber, aber ich konnte gut damit leben.

Zwei Jahre später erblickte unsere Mittlere das Licht der Welt, wieder per Kaiserschnitt, aber diesmal ohne Vollnarkose.

Schon bald hielt ich sie in meinen Armen, besonderes Interesse an meiner Brust hatte sie aber anfangs nicht. Das änderte sich schon bald und sie fing an zu stillen.

Ich war einigermaßen zuversichtlich. Dieses Mal würde es klappen.

Um unsere Geschichte besser zu verstehen, sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass unsere große Tochter eine Körperwahrnehmungsstörung hat, die sich auf ihr Essverhalten auswirkt. Ohne zu sehr darauf eingehen zu wollen – sie trank auch mit zwei Jahren immer noch ausschließlich aus der Flasche und nahm keine feste Nahrung zu sich.

Diese Körperwahrnehmungsstörung hat sich bestimmt auch auf ihr Verhalten beim Stillen ausgewirkt. ~ R. Gresens

Aber zurück zu Tochter Nummer 2.

Drei Tage mühte ich mich mit dem Stillen ab, meine Brustwarzen waren inzwischen wund.

Die Kinderschwestern und Hebammen im Krankenhaus wechselten ständig und jede gab andere Tipp und gute Ratschläge und jede hatte eine andere Meinung von – sieht alles super aus – bis – so können Sie doch das Kind nicht halten – war alles dabei.

Dass der Milcheinschuss immer noch nicht eingesetzt hatte und die Kleine nicht zunahm, fast nur noch schrie, verbesserte die Situation nicht gerade.

Noch im Krankenhaus fasste ich den Entschluss, so geht es nicht. So möchte ich das nicht. Ich beschloss abzustillen und von da an hatte ich ein sattes, zufriedenes Kind.

Ich konnte und kann mit meiner damaligen Entscheidung gut leben. Aber mittlerweile habe ich erkannt, dass mich die damalige Situation einfach überfordert hat.

Die große Tochter, die nicht essen wollte, Brustwarzen, die mehr schmerzten als die Kaiserschnittnarbe, und ein dauerhungriges, brüllendes Baby. Es war in diesem Moment für mich die richtige Entscheidung.

Im letzten Jahr kam schließlich unser drittes Wunder zur Welt.

Dieses Mal ging ich die Sache von vornherein anders an, suchte mir eine Hebamme in der Nähe und wollte es noch einmal versuchen. Es wurmte mich, dass rund um mich scheinbar alle, die Babys bekamen, mühelos stillen konnten und ich nicht.

Die Geburt, ein Kaiserschnitt (mittlerweile war ich schon Profi), war die beste von allen dreien. Ich durfte noch im Kreißsaal recht lange mit meinem Mädchen kuscheln und als sie mir schließlich zum Bett gebracht wurde, fing sie sofort an nach der Brust zu suchen – einfach so!

Sie nuckelte fröhlich drauflos und ich war im siebten Himmel – dieses Mal, jetzt aber – meine letzte Chance.

Kurz war zu befürchten, dass sich die Geschichte wiederholen würde, denn meine Brustwarzen sahen bald ziemlich schlimm aus. Doch obwohl ich alle drei Kinder im selben Krankenhaus entbunden hatte, waren die Hebammen dieses Mal wirklich toll. Sie unterstützten uns, wo es nur ging.

Ich fing an mit Stillhütchen zu stillen, die wesentlich dünner waren als noch vor 6 Jahren, pumpte ab und fütterte ein wenig mit der Flasche zu. Vor allem als Schutz in der ersten Zeit, als meine Brustwarzen noch sehr schmerzten.

Anfangs nahm sie leider nicht so gut zu, weswegen auch Kinderarzt und Hebamme zum Zufüttern rieten.

Meine Hebamme zuhause kam regelmäßig, sah nach uns und es klappte immer besser. Die Brustwarzen heilten.

Die Stillhütchen weg zu lassen war ein großer Schritt für mich. Ich fürchtete mich davor, dass die Kleine wieder so lange saugen würde bis es schmerzt.

Meine Nachsorgehebamme war zwar wunderbar unterstützend und ohne sie wäre ich vermutlich nicht so hartnäckig geblieben.

Im Internet fand ich dann durch Eigenrecherche die Seite Stillkinder.de und versuchte es mit der asymmetrischen Anlegeweise.

Nach 3 Monaten ließ ich das Stillhütchen weg und es klappte!!

Nach einigen Versuchen klappte es prima und ich war heilfroh, dass ich nie wieder Schmerzen beim Stillen oder Probleme mit meinem Brustwarzen hatte.

Etwa ab dem Zeitpunkt als ich die Stillhütchen wegließ, konnte ich auch die Zufütterung weglassen und bis zum Beikoststart voll stillen und sie wurde an der Brust satt und hat weiter gut zugenommen.

Meine Tochter wird im Mai eins und noch stille ich sie nachts sehr oft, tagsüber immer seltener, weil sie, zum Glück anders als ihre große Schwester, eine begeisterte Esserin ist.

Durch mein kleinstes Mädchen hab ich endlich meinen Frieden mit dem Stillen gemacht. Ich kann es. Und es ist wunderschön.

Obwohl viele aus der Familie meinten: „Beim dritten Kind tust du dir das noch an?“, kann ich stolz sagen: „Ja, denn es ist das Beste für mein Kind.“

Monika

Originalbericht einer Mutter, März 2019
Foto: lorello _DSC0981.JPG via photopin (license)

 

Liebe Monika,
vielen Dank für Deinen Bericht. So schön, dass Du dran geblieben bist und Dank der asymmetrischen Anlegetechnik auch Deinen Frieden mit dem Stillen machen konntest. Ich wünsche Euch weiter eine glückliche Stillzeit, so lange, wie es sich für Euch gut und richtig anfühlt.
~ R. Gresens

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Stillende Mutter

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Pinterest und Youtube.

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