„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

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Abstillen mit Zweieinhalb

Von Nathalies Mutter |
Meine Tochter Nathalie ist nun 2 Jahre und 7 Monate.

Seit mindestens einem Jahr und 7 Monaten bin ich schief angeschaut worden, wenn ich hab durchsickern lasse, dass ich noch stille.

Mein Mann und meine Eltern haben glücklicherweise hinter mir gestanden.

Aber als meine Tochter 1 ½ war, wurde ich schon von einem Kinderarzt in Vertretung an eine Psychologin verwiesen, weil ich wohl ein Problem hätte, mich von meinem Kind zu lösen.

Dabei geht meine Tochter, seit sie 14 Monate alt ist, in die Kita und ich gehe seitdem 30 Stunden in der Woche arbeiten. Ich weiß, was Loslassen heißt.

In dieser Zeit kam sie von Anfang an gut ohne Stillen klar und kann in der Kita oder bei meinen Eltern ganz normal einschlafen.

Dafür wollte sie aber dann abends ihre Mama etwas „mehr“ haben.

Auch von Freunden, Bekannten, anderen Ärzten wurde mein Langzeitstillen mit Abschätzung wahrgenommen.

Bis auf eine Bekannte und wenige ältere Frauen, mit denen ich ein flüchtiges Gespräch hatte, die mich gestärkt hatten, dass das doch einfach okay ist, dass es bei ihnen auch so war und sich das schon ergeben würde, habe ich es dann einfach laufen lassen. Weil wir es schön fanden und mir mein Bauch gesagt hat, dass sie es noch braucht und der Zeitpunkt noch nicht da ist.

Auch ist sie da oft noch dabei eingeschlafen. Was man ja bloß nicht machen soll!

Meine Versuche mit einem Jahr abzustillen (weil man das ja macht) und dann nach ein paar Monaten immer mal wieder: Sie hat immer wieder zu lange geweint, und wenn mein Kind eine 1/2 bis ¾ Stunde nur weint, hatte ich beschlossen uns das nicht anzutun. Ich konnte und wollte das nicht aushalten, und musste auch irgendwann selbst schlafen, weil ich ja auf die Arbeit musste.

Anbei bemerkt: Normale Regeln und Verbote durchsetzen konnte ich trotzdem und sie hat diese auch befolgt, sie wurde diesbezüglich nicht verwöhnt oder ihr alles durchgehen gelassen, was ja oft ein weiteres „Ärzte-Argument“ ist.

Vor zwei Wochen war es soweit. Ich war seit 14 Tagen dauererkältet, schlapp, Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis… Kurz gesagt: Ich entschied für mich (nicht mein Arzt oder Nachbar oder sonst wer, die sich gerne einmischen): „Da hilft nur Antibiotika und Abstillen!“

An einem Sonntagmorgen habe ich ihr gesagt, dass meine Brust „kaputt gegangen“ ist. Und sie deswegen jetzt nicht mehr trinken kann.

Sie war eine Stunde lang motzig und wollte es nicht wahrhaben.

In den nächsten 2 – 3 Tagen und Nächten kam immer mal wieder 10 Minuten Protest, dann wollte sie wenigstens Kaba trinken, viel mehr gedrückt sein, mal was zum Naschen, auch Ablenken hat geholfen und sie hat es erstaunlich gut nach 3 Tagen schon akzeptiert.

Sie will jetzt nur noch öfter mal gedrückt sein, was doch schön ist.

Abends muss ich etwas kämpfen, damit sie so viel isst, dass es für die Nacht reicht und sie keinen Mitternachtssnack braucht, aber das klappt nun auch.

Nach nur einer Woche….

Ich bin überrascht, wie einfach es jetzt war, mit wie wenig Tränen vergießen es geklappt hat, bin aber zu 100 % der Überzeugung, dass jetzt erst der richtige Zeitpunkt war. Wobei ich auch lange Zeit Bedenken hatte, wie wir das irgendwann mal „ohne“ hinkriegen sollen.

Und ich bin der Meinung, dass es richtig war, alle „guten“ Ratschläge und schiefen Blicke in den Wind zu schießen.

Originalbericht von Nathalies Mutter
Foto: Christine Rogers


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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.

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3 Kommentare

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  1. Ich bin gerade dabei meinen Sohn (zwei Jahre und drei Monate) abzustillen und es interessiert ihn tatsächlich herzlich wenig.
    Er schläft jetzt die Tage mit Papa ein und auch die Nacht verbringen die beiden allein. Die beiden machen „Männernacht“ und mein kleiner findet das ganz toll 🙂

  2. Meine Kleine ist jetzt 2 1/4 und trinkt immer noch mit Begeisterung an der Brust. Immer wenn sie mich „wiedersieht“- nach der Arbeit – und natürlich mehrmals nachts, immer wenn sie aufwacht.
    Inzwischen bin ich in der ganzen Krippe die Einzige, die noch stillt (bei unserer Altersklasse). Immer wenn ich meiner Tochter sage, daß jetzt keine Milch mehr kommt, sagt sie mit Nachdruck: Doch, Mama, s`kommt noch was !!!
    Danke für die Tipps zum Abstillen. Ich hoffe, daß auch wir das irgendwann schaffen…
    Habe zum Glück keine schlechten Erfahrungen mit meinem Umfeld diesbezüglich gemacht. Mein Hausarzt hat gesagt, er würde sich überhaupt nicht darum kümmern, was Leute sagen.
    Nun hoffe ich auf den richtigen Zeitpunkt für uns beide und werde stillen, solange es sich gut und richtig anfühlt.

  3. Herzlichen Dank für den Bericht! Sie haben meine Situation genauestens beschrieben! Ich habe auch etliche Versuche unternommen , aber mein Sohn hat immer wieder sehr stark geweint! Und ich konnte ihm dieses Leiden einfach nicht antun! So stille ich eben immer noch … Mein Sohn ist jetzt 2,4 Jahre alt.

    Ich spüre den gesellschaftlichen Druck immens und unter diesem Druck wollte ich eigentlich zur Frauenärztin gehen und um eine „Abstillpille“ bitten.
    Aber nachdem ich Ihren Beitrag zufällig gelesen habe, zweifele ich an dieser Entscheidung.

    Ich denke nun, ich sollte noch ein halbes Jährchen warten. Mein Sohn ist noch nicht soweit.
    Mein Sohn ist mir ja viel wichtiger als die Leute, die darüber „entsetzt“ sind!

    Danke!

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