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Yannik - Ein Langzeitstillkind
Originalbericht von Yanniks Mutter
Yannik - Jg. 2004
Für mich war immer klar, dass ich meine Kinder stillen möchte. Da ich kein familiäres Umfeld hatte, war ich mit dieser Entscheidung auf mich selbst gestellt.
Im Jahr 1984 wurde meine Tochter geboren. Zu der Zeit war es üblich, dass die Kinder erst einmal versorgt wurden. Erst dann bekam man sein Kind in den Arm gelegt. Da meine Tochter fest schlief, habe ich sie das erste Mal nach 10 Stunden an die Brust gelegt. Leider war sie nur am Nuckeln und konnte meine Brustwarzen nicht fassen. Mir wurde dann von einer Hebamme mitgeteilt, dass ich mit solchen Schlupfwar-zen gar nicht stillen kann. Damit mein Kind nicht verhungert, müsse ich schon die künstliche Milch nehmen, damit hatte sich leider jeder Still-ansatz erledigt. Ich habe diese Aussage damals natürlich nicht ange-zweifelt, schließlich musste die es ja wissen und außerdem trank meine Tochter aus der Flasche. Ich habe es bedauert, aber es ließ sich ja nicht ändern!
Da ich mit dem Krankenhaus aus anderen Gründen nicht zufrieden war, habe ich nach drei Jahren 1987 meinen Sohn in einer anderen Klinik bekommen. Als eine Hebamme mich nach der Geburt gefragt hat, ob ich stillen wolle, habe ich geantwortet: "Schon, aber das ließe die Anatomie meiner Brust nicht zu." Die Hebamme hat sich dann meine Brust angesehen und mir empfohlen, mit einer Pumpe die Brustwarze nach außen zu ziehen. Ich war ganz begeistert, denn damit klappte dann auch das Stillen. In der Klinik wollte er in 24 Stunden genau 6x an die Brust. Leider fingen die Schwierigkeiten dann zu Hause an. Dadurch, dass ich mich ja auf das Stillen gar nicht vorberei-tet hatte, fehlten mir dann natürlich sämtliche Informationen. Daher wusste ich nicht, dass Babys in den Wachstumsphasen natürlich ver-mehrt an die Brust wollten. Also habe ich, weil mein Sohn nicht satt wurde, bald auch zugefüttert. Naja, dann hatte sich das Stillen nach 9 Wochen auch erledigt! Ich war aber froh wenigstens diese kurze Zeit gestillt zu haben.
Völlig überraschend bin ich dann viele Jahre später wieder schwanger geworden. Jetzt wusste ich ja, dass ich stillen konnte und habe mich, dank Internet und vielen Büchern, über das Thema Stillen ausreichend informiert und meine Brustwarzen mit Übungen auf das Stillen vorbe-reitet.
Meine mittlerweile erwachsene Tochter bekam dann, als Yannik 1,5 Jahre alt war, selbst eine Tochter. Da sie bei mir gesehen hatte, wie stressfrei das Stillen ist, hat sie ebenfalls gestillt. Sie hatte die gleichen Probleme (Schlupfwarzen) mit der Brust wie ich damals, aber heute bekommt man Stillhütchen für den Übergang und als der geschafft war, hatte sie dann keine weiteren Probleme. Die Probleme fingen erst an, als meine Enkeltochter die ersten Zähne bekam. Sie biss dann meiner Tochter etliche Male in die Brust, so dass diese zum Schluss Angst vor dem Stillen hatte. Sie musste dann zu ihrem Bedauern die Kleine mit 8 Monaten abstillen.
Letztens wollte mein Enkelkind dann auch einmal bei mir stillen, aber da hat Yannik gesagt: „Nein, geh zu Mama, die hat auch Tittis.“ Abends rief mich meine Tochter an: „Mama, Alina will stillen. Sie sagt immer, das hat Yannik gesagt.“ Die Sache war schnell geklärt. Meine Enkel-tochter verlor dann auch schnell wieder das Interesse am Stillen, da bei meiner Tochter ja auch nichts mehr kam.
Mittlerweile ist Yannik 3 ¾ Jahre und wir stillen immer noch. Die letzte Zeit wieder etwas mehr, da der Milchspendereflex vor einiger Zeit etwas länger auf sich warten ließ. Und als Yannik mir das erzählte, habe ich ihm gesagt, dass dieses davon kommt, dass er jetzt nicht mehr so oft an der Brust trinkt. Daraufhin hat er wohl beschlossen, die Trinkhäufigkeit wieder zu erhöhen, damit die Milch besser fließt. Jetzt ist er wieder zufrieden. Er sagt nämlich: "Die Milch schmeckt lecker!"
Ich hatte mir vor der Stillzeit keine Gedanken gemacht, wie lange ich einmal stillen würde, aber so an die zwei Jahre hatte ich mir schon als Ziel gesetzt. Naja, nun haben wir mittlerweile schon fast die doppelte Zeit erreicht und es ist noch kein Ende in Sicht. Ich hatte wohl ver-gessen, dass ich nicht alleine entscheide, wie lange gestillt wird.
Zudem kennt mein Sohn den Kinderarzt nur flüchtig, da er bis auf einen Schnupfen nie wirklich krank war. Er hat auch keinerlei Gewichtsprobleme.
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