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Bevor Sie stillen

Originaltext: "Before You Breastfeed" von Diane Wiessinger, MS, IBCLC

Wenn Sie schwanger sind, gehen Sie wahrscheinlich zu einem Geburts-vorbereitungskurs, obwohl Gebären ein normales, natürliches Ereignis ist. Warum? Weil es gelernt wird, aber auch instinktiv abläuft. Weil Sie noch nicht oft beobachtet haben, wie andere Frauen gebären. Weil es eine neue Erfahrung für Sie ist.
Stillen ist ebenfalls normal und natürlich und es wird gelernt, läuft aber auch instinktiv. Sie haben noch nicht oft beobachtet, wie andere Frauen ihr Baby stillen. Es ist eine neue Erfahrung für Sie. Und Sie leben in einer Kultur, die das Stillen nicht gerade unterstützt. Also, was können Sie machen, um sich darauf vorzubereiten?
 
Gehen Sie zu einem Stillgruppentreffen. Dort werden Sie viele Mütter sehen, die ihr Baby stillen. Sie können alles fragen, was Sie wissen möchten. Sie bekommen dort Büchertipps, erhalten Informa-tionsbroschüren, können Telefonberatung in Anspruch nehmen und Freundschaften knüpfen. Fragen Sie Ihre Hebamme oder eine Stillbe-raterin, wo sich die nächste Gruppe an Ihrem Wohnort trifft. Eine Still-gruppe zu besuchen, ist vielleicht die wichtigste Sache, die Sie tun können, um sich auf das Stillen Ihres Babys vorzubereiten. Es kann Sie zu all dem führen, was Sie benötigen könnten.
(Anmerkung der Übersetzerin: In Deutschland gibt es Stillgruppen bei der La Leche Liga (LLL), der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) oder dem Berufsverband der Still- und Laktationsberaterinnen (BDL).)
 
Lesen Sie ein Buch über Stillen. Einige Gute sind: "Dr. Jack New-man's Guide to Breastfeeding" (Newman und Pitman); "The Womanly Art of Breastfeeding" (La Leche Liga International); "Breastfeeding: Getting Breastfeeding Right for You (Renfrew, Arms und Fisher); The Nursing Mother's Companion (Huggins).
(Anmerkung der Übersetzerin: Eine Auswahl guter deutschsprachiger Bücher zum Stillen erhalten Sie über die LLL, AFS oder in den Bücher-tipps auf dieser Website.)

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Nehmen Sie sich vor, auf Ihr Baby zu hören. Sie gebären einen anderen, sehr kompetenten Menschen, keine Puppe oder ein Besitz-tum. Ihr Baby wird wissen, was es braucht und es wird Ihnen dies mitteilen, wenn Sie zuhören. Es braucht sehr viel Halten. Nehmen Sie es in Ihre Arme oder in ein Tragetuch, um ihm den stundenlangen Körperkontakt zu geben, der ein glückliches, sicheres Baby aus ihm macht. Es braucht sehr häufiges Stillen. Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihre ersten gemeinsamen Tage damit ausgefüllt sind, seine Be-dürfnisse zu erfüllen, also frieren Sie Aufläufe ein, die Sie mit einer Hand essen können oder lassen Sie sich anfangs von jemandem be-kochen und rechnen Sie damit, dass die Hausarbeit für einige Wochen liegen bleibt. Es braucht Ihre Nähe die meiste Zeit des Tages. Be-sprechen Sie mit Ihrem Partner, wie Sie es ermöglichen können, das Baby auch nachts in Ihrer Nähe zu behalten. Es wird wahrscheinlich am besten in Ihrem Bett schlafen, so wie es die meisten Babys auf der Welt schon immer getan haben.
 
Nehmen Sie sich vor, auf sich selbst zu hören. Sie haben exzel-lente Instinkte, genau wie Ihr Baby. Wenn etwas, was Sie als Mutter tun - oder nicht tun - dazu führt, dass Sie sich unwohl fühlen, versu-chen Sie das zu tun, was sich richtig "anfühlt", selbst wenn es nicht das ist, was Ihre Mutter oder Ihre Freundin macht. Frauen sind so daran gewöhnt, das zu tun, was Andere denken, dass wir es tun sollten, dass wir manchmal vergessen haben, auf uns selbst zu hören. Wenn Sie sich besser fühlen, wenn Sie Ihr Baby halten, anstatt es abzulegen, dann liegt das daran, dass Ewigkeiten von menschlichen Überlebens-instinkten uns dafür geprägt haben. Vertrauen Sie sich selbst.
 
Planen Sie sich Hilfe zu holen, wenn Sie welche benötigen. Wir sind soziale Tiere, die sich natürlicherweise auf einander verlassen, be-sonders in Fragen wie Gebären und Stillen. Glauben Sie nicht, dass Sie auftretende Probleme ganz allein lösen müssen und schämen Sie sich nicht, dass Sie Sorgen haben. Stillen ist zu wichtig, um es aus Mangel an Hilfe oder guter Information dahinschwinden zu lassen.
Sie werden hinterher froh sein, dass Sie angerufen haben!
 
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, September 2004

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