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Der normale Verlauf der Stillzeit
Originaltext: "The Normal Course of Breastfeeding"von Diane Wiessinger, MS, IBCLC
Ihr Baby verhält sich nicht so, wie es in den Büchern beschrie-ben wurde! Wer hat Recht? Das Baby oder die Bücher?
Babys sind anpassungsfähig. Es wird Ihnen vielleicht gelingen, das Verhalten Ihres Babys zu "korrigieren", damit es Ihrem Lieblingsbuch entspricht. Aber Ihr Baby verhält sich so wie es sich verhält, weil Babys schon immer so waren. Folgendes ist wahrscheinlich seit Tau-senden von Jahren für das Säugetier Mensch "normal" gewesen:
In einer normalen Schwangerschaft gab es keine großen Mengen von Allergien auslösenden Nahrungsmitteln so wie in der heutigen Zeit. Wenn es in Ihrer Familie starke Neigungen zu Allergien gibt, ist es viel-leicht besser, wenn Sie Milchprodukte, Eier und eventuell Erdnüsse vermeiden, wenigstens während der letzten drei Monate. Es gibt Bele-ge, dass das Vermeiden dieser Lebensmittel in dieser Zeit und in der frühen Stillzeit helfen kann das Kind vor der Entwicklung von Überem-pfindlichkeiten zu schützen.

Der normale Beginn der Beziehung zwischen Mutter und Neugebo-renem entwickelte sich, ohne dass das Baby überhaupt von der Mutter getrennt wurde. Innerhalb der ersten Lebensstunde - aber wahrschein-lich nicht sofort nach der Geburt - begann das Baby die Brust zu su-chen. Nachdem es vielleicht eine Stunde oder länger gesaugt hatte, ruhten sich Baby und Mutter zusammen für einige Stunden aus. Dann fing das Baby wieder an zu stillen, wahrscheinlich verbrachte es in den ersten Tagen die meiste Zeit an der Brust. Da die Mutter durch häufige Beobachtung von anderen stillenden Müttern wusste, wie das Baby zum Stillen gehalten wird, war es unwahrscheinlich, dass sie beim Stil-len Schmerzen hatte. Schmerz ist ein Signal, dass etwas verkehrt ist und geändert werden muss.

Das normale Abstillen erfolgte wahrscheinlich irgendwann im Alter von zweieinhalb und sieben Jahren. Das bedeutet, dass Körper, Kno-chen und Persönlichkeit eines Einjährigen auf eine Ernährung ausge-richtet sind, die überwiegend aus Muttermilch besteht, nicht überwie-gend aus fester Kost.

Das normale Stillen war etwas Angenehmes für Beide - Mutter und Baby. Wenn es nicht so gewesen wäre, warum hätte eine Mutter sich darum bemühen sollen?
Wenn Stillen für Sie unangenehm ist, wenden Sie sich an eine Still-expertin.
Sie beide haben ein Recht darauf, das Stillen zu genießen.
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, September 2004
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