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Sicheres Schlafen
Originaltext: "Safe sleeping" von Diane Wiessinger, MS, IBCLCIst es sicher mit meinem neuen Baby in einem Bett zu schlafen? Natürlich. Stellen Sie sich eine Mutter in der Steinzeit vor, die ihr Neu-geborenes nachts in einem abgetrennten Teil ihrer Höhle schlafen legt, weit entfernt von der Wärme und dem Schutz ihres Körpers. Das ist unsicheres Schlafen!
Es ist auch unsicher, wenn es Ritzen gibt, in die das Baby rutschen und sich einklemmen könnte, z.B. zwischen Bett und Wand oder zwischen Matratze und Bettgestell. Oder wenn Sie Ihr Baby auf weiche Kissen, Bettdecken oder Matratzen legen, wo es sein Gesicht nicht befreien kann.
Und es ist nicht sicher mit einem Baby zu schlafen, wenn Sie massives Übergewicht haben, stark getrunken oder Drogen genommen haben, die Sie davon abhalten, normal aufzuwachen.
So, das wäre geklärt. Also, um was geht es dann noch? Es geht um Erwachsene, die im Schlaf nie völlig bewusstlos sind (sonst würden sie nämlich aus dem Bett fallen) und die mit einem ziemlich plumpen Ob-jekt schlafen (mit einem Kopf wie ein Stein in der Größe einer Grape-fruit), das schreit, wenn es gedrückt wird. Funktioniert bestens.
Was bringt es Ihnen? Eine normale Atem- und Herzfrequenz bei Ihrem Baby, ohne die atemlosen Phasen, die so häufig bei alleinschlafenden Babys beobachtet werden. Normalen Babyschlaf - was nicht heißt: lange Stunden mit tiefem, schwer zu erweckendem Schlaf, auch wenn dies wünschenswert erscheinen mag. Eine gleichmäßige Körpertem-peratur, wärmer und stabiler als das teuerste Krankenhauswärme-bettchen es gewährleisten kann. Ein friedlicheres Baby in der Nacht, das viel weniger schreit. Sicherheit vor Feuer, Kidnapping und Kobol-den. Und viele gemütliche Kuschelstunden.
Sie gewinnen garantiert eine bedeutend einfachere Babypflege, beson-ders wenn Sie lernen, im Liegen zu stillen, was Sie am besten tagsüber üben sollten, wenn Sie wach und experimentierfreudig sind.
Wissenschaftler, die den Schlaf von Säuglingen erforschen, glauben, dass das Alleinschlafen mit höheren Raten von SIDS (Sudden Infant Death Syndrom = Plötzlicher Säuglingstod) verbunden sein kann. Es ist sehr schwierig diesen Zusammenhang zu beweisen, weil Schlafarran-gements sich verändern und weil SIDS viele Gründe haben kann. Aber wir wissen, dass viele der Risikofaktoren, die mit SIDS zusammenhän-gen, erhöht sind, wenn Babys alleine schlafen und dass Kulturen, die das Bett mit dem Baby teilen, eher eine geringe Häufigkeit von SIDS haben. Gemeinsames Schlafen ist so alt wie die Menschheit und kleine Kinder sehnen sich danach.
Gemeinsames Schlafen gibt es in vielen Formen. In unserem Haus führte der Mangel an Kreativität dazu, dass wir in einem antiken Bett enger schliefen, als es in den heutigen Doppelbetten üblich ist. In vielen Nächten lagen wir zu viert darin! Wenn ich es alles noch einmal machen müsste, würde ich in eine Kingsize-Matratze investieren und sie auf den Boden legen in diesen frühen Jahren des Elternseins. Jeder würde reichlich Platz haben und selbst ein akrobatisches Krabbelkind könnte nicht tief fallen. Wir opferten den Komfort für die Konvention, in einem Teil des Hauses, den niemand außer den Schläfern selbst jemals sah oder benutzte. Dumm.
Für weitere Gedanken über das gemeinsame Schlafen mit Ihrem Baby, lesen Sie William Sears Buch "Schlafen und Wachen", herausgegeben von der La Leche Liga Deutschland (LLLD) und erhältlich im on-line-Shop der LLLD sowie in den meisten Büchereien und Buchläden.
Süße Träume! Und denken Sie daran, es steht nirgends geschrieben, dass Elternschaft acht Stunden ununterbrochenen Schlaf beinhaltet. Selber früher ins Bett zu gehen ist die Lösung!
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, April 2004
