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Sind Schnuller bei gestillten Kindern problematisch?

Originaltext: "Are pacifiers a problem for the breastfed baby?"
von Lactation Education Resources www.LERon-line.com


Mütter fragen oft, ob sie ihrem Kind einen Schnuller geben sollten. Manche Mütter möchten ihr Baby damit beruhigen, andere scheuen sich davor.
 
Kürzere Stilldauer
 
Lange wurden Schnuller als Hilfe bei schreienden Babys und erschöpf-ten Eltern betrachtet. Nun gibt es einige neue Erkenntnisse zum Einsatz von Schnullern bei Stillkindern. Der harmlose Schnuller, anderswo auch "Nuggi" oder "Luller" genannt, kann sowohl den Stillstart als auch die Stilldauer beeinflussen.
 
Aus der Studie von Righard und Alade geht hervor, dass viele der Säuglinge unter zwei Wochen, denen ein Schnuller gegeben wurde, eine inkorrekte und ineffiziente Saugtechnik zeigten. Diese Säuglinge waren eher für Stillprobleme anfällig. Diese "Erkenntnisse legen nahe, dass eine korrekte Saugtechnik von Anfang an die Grundvoraussetz-ung für eine unkomplizierte und ungestörte Stillzeit ist und dass ein übermäßiger Einsatz von Schnullern und ein früher Wechsel von Flasche und Stillen vermieden werden sollte." Righard und Alade stell-ten außerdem fest, dass die Stilldauer bei der Versuchsgruppe mit Schnuller kürzer war.
 
Victora et al. fanden bei einer Umfrage unter 354 Müttern heraus, dass bei gestillten Säuglingen, die einen Schnuller benutzten, ein dreimal so hohes Risiko für zu zeitiges Abstillen bestand. Sie vermuten, dass die Milchbildung zurückgeht, weil die Brust weniger stimuliert wird, dass der Gebrauch von Schnullern ein Anzeichen für Stillprobleme sein könnte, oder dass Mütter ihren Kindern bewusst den Schnuller geben, um ein frühes Abstillen zu fördern.
 
Cholecystokinin und seine Folgen
 
Das Hormon Cholecystokinin wird im Darm des Babys ausgeschüttet, wenn es saugt. Die Ausschüttung des Hormons erfolgt in zwei Phasen. In der ersten Phase, etwa 10 Minuten nach dem Anlegen, wird das Hormon vermutlich freigesetzt, weil durch das Saugen der Vagusnerv des Säuglings stimuliert wird. In der zweiten Phase, etwa 30 Minuten nach dem Anlegen, wird das Hormon ausgeschüttet, weil sich nun Milch (Fett) im Darm befindet.
 
Cholecystokinin ruft ein Sättigungsgefühl hervor, beruhigt das Baby und macht es schläfrig. Dies wird durch Stillen bewirkt, kann aber auch eintreten, wenn das Baby an einem Schnuller nuckelt. Eltern sollten vor einer übermäßigen Verwendung von Schnullern gewarnt werden, da ihr Gebrauch das Übergehen von Mahlzeiten und eine schlechte Gewichtszunahme des Säuglings zur Folge haben kann.
 
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Einsatz von Schnullern und plötzlicher Kindstod
 
Studien haben eine Verbindung zwischen dem Einsatz von Schnullern und einem geringeren Risiko des Kindes, an plötzlichem Kindstod zu sterben, hergestellt. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt, Babys mit einem Schnuller einschlafen zu lassen. Um einen guten Stillstart nicht zu gefährden, wird allerdings empfohlen, in den ersten Lebenswochen auf den Schnuller zu verzichten, bis sich das Stillen gut eingespielt hat. Der plötzliche Kindstod tritt am häufigsten im zweiten und dritten Lebensmonat auf. Die Empfehlung lautet, Säuglingen in dieser Zeit einen Schnuller zum Einschlafen zu geben. Wenn der Schnuller im Schlaf herausfällt, muss er nicht wieder in den Mund gesteckt werden.
 
 
LITERATURVERZEICHNIS
 
American Academy of Pediatrics:
Task Force on Sudden Infant Death Syndrome. The changing concept of sudden infant death syndrome: diagnostic coding shifts, controver-sies regarding the sleeping environment, and new variables to consider in reducing risk.
In: Pediatrics. November 2005:116(5):1245-55.
 
Kronborg ,H.; Vaeth, M.:
How are effective breastfeeding technique and pacifier use related to breastfeeding problems and breastfeeding duration?
In: Birth. März 2009:36(1):34-42.
 
Righard, L.; Alade, M.:
(1992). Sucking Techniques and Its Effects on Success of Breastfee-ding.
In: Birth. 19:4:185-189.
 
Victoria, C., et al.:
(1993). Use of Pacifiers and Breastfeeding Duration.
In: The Lancet. 341:404-406.
 
Uvnaas-Moberg, K.; Marchini, G.; Winberg, J.:
Plasma cholecystokinin concentrations after breastfeeding in healthy 4 day old infants.
In: Archives of Disease in Childhood. 1993:68:46-48.
 

 
Bitte beachten Sie, dass die in diesem Informationsblatt ge-machten Angaben ausschließlich der allgemeinen Information und Ausbildungszwecken dienen.
Die Informationen sollen und können keine ärztliche Beratung ersetzen.
Bitte suchen Sie immer Ihren Arzt auf, wenn Sie Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand oder zum Gesundheitszustand Ihres Babys haben.
Handeln Sie nicht gegen fachärztlichen Rat und zögern Sie nicht, Ihren Arzt zu konsultieren, nur weil Sie etwas Be-stimmtes in diesem Informationsblatt gelesen haben.

 

 
Dieses Informationsblatt wird Ihnen von Lactation Education Resources zur Verfügung gestellt www.LERon-line.com 2009
 

 
Übersetzung: Anke Vetter, November 2009 ---
 
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Schnuller
Dreifach-Nipple-Syndrom
 
Und hier weitere externe Links zum Schnuller:
Saugverwirrung
 


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