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Schnuller

Dreifach-Nippel-Syndrom und vorzeitiges Abstillen

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2006
Babys in Stillkulturen stillen in der Regel mindestens zwei Jahre. Doch in den USA (und anderen westlichen Kulturen) stillen sie sich häufig vor ihrem ersten Geburtstag „selber ab“, obwohl ihre Mütter gehofft hatten, länger zu stillen. Wie kommt es dazu? Oft ist der Grund hierfür das „Dreifach-Nippel-Syndrom“: Brust, Flaschensauger und Schnuller.

Jüngere Babys stillen sich nicht einfach ab. Sie wechseln zu einer anderen Nahrungsquelle. Ein Flaschensauger ist ein sehr effektives Lehrmittel, das den Mund des Babys dazu bringt, sich an seine feste Form anzupassen und dann Milch gibt, unabhängig davon, was das Baby sonst noch dabei macht. Eine weiche Brust muss von dem Baby in den Mund gezogen und von ihm geformt werden. Und sie gibt nur Milch, wenn das Baby „es richtig macht“. Ein Baby, das die Lektion an der Flasche gelernt hat, stellt nun fest, dass sie an der Brust nicht funktioniert. Die Flasche wird zu einer freigiebigeren Nahrungsquelle… und das Baby wechselt zu ihr. Der frühe Einsatz von Flaschen, und ebenso von Schnullern, ist verbunden mit Stillproblemen und frühzeitigem Abstillen.

Ältere Babys stillen ebenso aus emotionalen Gründen, wie auch, weil sie Nahrung benötigen. In unserer flaschenfütternden Kultur sind manche Mütter nicht gewillt, öfter als alle paar Stunden, in der Öffentlichkeit oder in der Nacht zu stillen. Es fühlt sich für sie vielleicht „normaler“ an, ihrem Baby einen Gummisauger in den Mund zu stecken als seine emotionalen Bedürfnisse durch häufiges Stillen zu erfüllen. Wenn Flaschen großzügiger gegeben wurden als die Brust, wechselt das Baby vielleicht zur Flasche. Wenn der Schnuller oder der Daumen eine verlässlichere Quelle der Beruhigung war als die mütterliche Brust, beginnt ein Baby möglicherweise ihn zu bevorzugen.

Wie können Sie frühzeitigem Abstillen vorbeugen? Indem Sie auf die uralte Weise stillen: Zur Beruhigung ebenso viel wie zur Ernährung. Indem Sie keinen Grund benötigen, um zu stillen, sondern durch häufiges Stillen mit Ihrem Baby eng beisammen bleiben. Indem Sie keine Flaschen oder Schnuller als regelmäßigen Ersatz für sich selber einsetzen. Indem Sie Ihr Baby an der Brust bemuttern, nicht nur es mit der Brust ernähren. Diese entspannte, gelassene Haltung zum Stillen braucht tatsächlich viel weniger Energie und weniger Nachdenken als normale „Fütterungen“.

Ein „Stillstreik“ ist die sehr plötzliche Weigerung eines Babys zu stillen, gleich ob es an Gummisauger gewöhnt ist oder nicht. Es ist nicht das Gleiche, wie bereit zum Abstillen zu sein (was sich allmählich entwickelt), sondern es signalisiert ein Unbehagen im Leben des Babys: Ohrenschmerzen oder eine verstopfte Nase, Hausgäste, Zahnen, den neuen Job eines Elternteils oder wegen Beißen ausgeschimpft worden zu sein. Stillstreiks sind recht verbreitet… und lösbar. Wenn Ihr Baby „streikt“, rufen Sie eine Stillexpertin an, um Vorschläge zu bekommen, wie Sie beide wieder zu einer glücklichen Stillbeziehung finden können. Zum Beispiel ist das Baby in den Schlaf zu stillen, ein althergebrachter Weg einen Streik zu beenden.

Jedes Baby ist ein Individuum. Manche Babys sind einfach früher soweit das Stillen zu beenden, als ihre Mütter gedacht hatten. Aber Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass Ihre Stillbeziehung glücklicher, stärker und einfacher ist und zufriedenstellender zu Ende geht, wenn Sie sich an die Grundprinzipien halten: Mutter, Baby, Brust, und Zeit miteinander.

Original: Triple Nipples and Early Weaning von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2006
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, August 2004
Foto: catd_mitchell via photopin cc

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Stillberaterin IBCLC und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Google+ und Youtube.

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