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Die Zeit der Schmerzen ist vergessen

Ich bin 26 Jahre alt und habe vor elf Wochen unser erstes Kind zur Welt gebracht. Einen Jungen. Leider lief die Geburt nicht so wunderbar und hier beginnt auch schon unsere Stillgeschichte.

Nach einem Notkaiserschnitt war ich durch die Narkose längere Zeit weg. Mein Mann sagt, dass ich etwa eine halbe Stunde, nachdem ich zurück in den Kreißsaal gekommen war, das erste Mal aufgewacht bin.

Wie viel Zeit genau seit der Geburt bis zum ersten Anlegen vergangen war, weiß ich nicht mehr. Aber es war einige.

Ich hatte es mir so schön vorgestellt: der Zwerg wird geboren, ich bekomme ihn in die Arme gelegt für das Bonding und kurze Zeit später stille ich ihn das erste Mal. Pustekuchen.

Das erste Stillen lief auch leider nicht so, wie ich es mir gewünscht habe. Unser Sohn hatte auch etwas von der Narkose abbekommen und saugte nur schwach und schlief immer wieder ein.

So lief es den ganzen Tag, bis er in der Nacht einen riesigen Hunger bekam. Ich hatte ihn fast die ganze Nacht an der Brust, immer im Wechsel.

Weil er aber irgendwann nicht mehr aufhörte zu weinen, rief ich eine Schwester, die ihm ein Fläschchen machte. Er war ruhig.

So ging es die nächsten zwei Nächte weiter.

Und durch wunde Brustwarzen und die Meinung der Schwester, dass er meine „Brustwarzen gar nicht mit dem Mund greifen“ könne, stillte ich ab sofort mit Stillhütchen.

Diese Hütchen nutzte ich einen Monat weiter. Ich war unsicher, ob ich ohne stillen könnte.

Und jedes Mal, wenn ich es tat, kaute mein Sohn mir nur auf den Brustwarzen rum. Ich bekam es nicht hin, dass er seinen Mund weit genug aufmachte. Er hatte sich schon zu sehr an das Stillhütchen gewöhnt.

Als er einen Monat alt war, entschied ich, dass Schluss mit dem Hütchen ist. Ich wollte endlich dieses schöne Gefühl der Verbundenheit zwischen uns, von dem ich immer von anderen Frauen gehört hatte.

Von da an begannen 2 1/2 Wochen der Schmerzen, der Frustration und des Ärgers.

Leider hatte man mir weder im Krankenhaus, noch bei der Nachsorge, gezeigt, wie ich den Mund meines Sohnes weit genug aufbekomme.

Hinzu kam, dass ich in dieser Zeit plötzlich viel zu viel Milch hatte und meine Brüste fast platzten vor jedem Stillen. Das machte das Trinken für meinen Sohn auch nicht einfacher.

Und dann entdeckte ich deine Seite! Durch das Video des guten Anlegens lernte ich, wie ich den Unterkiefer des Babys runterdrücken konnte, damit der Mund weit genug offen war.

Und ich las über die Methode, wie ich das Problem mit der vielen Milch in den Griff bekam.

Nun stillen wir seit 4 1/2 Wochen wie im Bilderbuch. Die Zeit der Schmerzen ist vergessen und wir genießen jede einzelne Minute!

Nicht aufgeben und Geduld haben, das hat uns auch sehr geholfen. Danke!

Liebe Grüße,
Nicole D.

Originalbericht einer Mutter, Dezember 2016
Foto: Chris Alban Hansen Breastfeeding in the forest #FreeTheNipple #normalizebreastfeeding via photopin (license)

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Stillberaterin IBCLC und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

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