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Anlegen aus Sicht der Mutter

2 Kommentare

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2000
Das Baby liegt dabei mit dem Kopf vor Ihrer linken Brust und mit den Beinen vor Ihrer rechten Brust (im sogenannten Frühchen-Griff ).

Zu Bild 1

Bild 1 - Brustwarze auf Höhe der Nase

Bild 1 – Brustwarze auf Höhe der Nase

Die Nase des Babys ist dicht bei Ihrer linken Brustwarze. Sie halten es mit Ihrem rechten Arm, dabei umgreift Ihre rechte Hand seine Schädelbasis, so dass es mit Bauch und Brust dicht an Ihrem Oberkörper liegt.

Wahrscheinlich liegt sein Unterkörper nun um Ihre Taille herum und wird von Ihrem Ellbogen gehalten.

Sie können Kissen nehmen, um Ihren Arm zu unterstützen, aber achten Sie darauf, dass Ihr Arm das Baby stützt und an Ihren Körper drückt, nicht das Kissen.

Halten Sie die linke Brust mit Ihrer linken Hand.

Ihr Daumen liegt dabei auf der äußeren (linken) Seite Ihrer Brust und zeigt in Richtung Zimmerdecke. Ihre Finger liegen auf der inneren (rechten) Seite Ihrer Brust und zeigen ebenfalls zur Zimmerdecke.

So wird Ihre Brust zu einem „U“ geformt, nicht zu einem „C“ – sie wird sie zu einem auf der Seite stehenden „Sandwich“ für Ihr auf der Seite liegendes Baby.

Wenn Sie eher kleinere Brüste haben, liegt Ihre Hand mehr auf Ihrem Brustkorb als auf Ihrer Brust, um sicher zu stellen, dass Ihre Finger auf keinen Fall den Lippen Ihres Babys im Weg sind.

Die Unterlippe des Babys berührt Ihre Brust zunächst weiter von der Brustwarze entfernt als sie später liegen wird.

Stellen Sie sich vor, dass die Unterlippe des Babys einen Berghang hinaufklettern möchte, wobei die Brustwarze der Berggipfel ist. Die Brustwarze ist in diesem Moment leicht von dem Baby weg gerichtet.

Zu Bild 2

Bild 2- Unterlippe zum Kinn streichen

Bild 2 – Unterlippe zum Kinn streichen

Wenn das Baby jetzt seinen Mund weit öffnet,
s-t-r-e-i-c-h-e-n Sie seine Unterlippe langsam zu seinem Kinn, indem Sie mit der inneren (linken) Seite Ihrer Brust seinen Mund noch etwas weiter öffnen.

Dadurch gewinnen Sie außerdem etwas zusätzliche Zeit für das Anlegen und stellen sicher, dass seine Unterlippe zum Kinn ausgestülpt ist.

Am Ende dieser Bewegung geht seine Oberlippe „über den Berggipfel“ und Sie drücken seine Schultern dicht an sich heran.

Sie müssen aufpassen, dass Sie diese Bewegung nicht mit der Unterlippe zu nah an der Brustwarze beginnen.

Sonst würde der Mund über die Bergspitze hinausschießen und die Oberlippe würde zu weit hinter der Brustwarze landen, während seine Unterlippe direkt an der Basis der Brustwarze liegen würde.

Dazu müsste es außerdem sein Kinn einziehen wäre, damit es die Brustwarze halten kann.

Am Ende des korrekten Anlegevorgangs liegt die Unterlippe des Babys noch weit von Ihrer Brustwarze entfernt und seine Oberlippe etwas näher an der Brustwarze.

Zu Bild 3

Bild 3 - Der weit geöffnete Mund ist von der Brust verdeckt

Bild 3 – Der weit geöffnete Mund ist von der Brust verdeckt

Auf dieser Abbildung ist das Baby am Ende des Anlegens dicht an die Brust herangedrückt worden. Sie können seinem Mund nicht sehen, weil seine Wange an Ihrer Brust liegt.

Wenn Sie ihn sehen könnten, würden Sie sehen, dass der Winkel der Mundöffnung etwa 140° beträgt – weit mehr als die 90°, die typisch für ein „nur an der Brustwarze hängendes“ Baby sind, das nicht genug Brust im Mund hat.

Die Nase des Babys berührt Ihre Brust wahrscheinlich nicht. Auf diesem Bild schaut das Baby geradeaus auf die Brust, meistens wird sein Kinn eher leicht angehoben sein.

Beachten Sie, dass oberhalb seiner Oberlippe mehr Areola (Warzenhof) oder dunkle Haut rund um die Brustwarze sichtbar ist, als unterhalb seiner (nicht sichtbaren) Unterlippe.

Es ist nicht zentriert an der Brust, so dass es mit seinem arbeitenden (Unter-)Kiefer Ihre Brust melkt und nicht auf Ihrer Brustwarze herumkaut.

Entspannen Sie Ihre linke Hand nicht, bevor das Baby mit den weiten, langsamen (1 pro Sekunde) Kieferbewegungen des aktiven Stillens begonnen hat.

Original: „Latch-on pictures with description“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Dezember 2000
Abbildungen: Diane Wiessinger

In dem Video-Kurs „Gut Anlegen“ erkläre und zeige ich Ihnen alles, was wichtig ist, um Ihr Baby in unterschiedlichen Positionen gut anzulegen.

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Stillberaterin IBCLC und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Google+ und Youtube.

2 Kommentare

  1. Liebe Frau Gresens,

    seit der Geburt unseres Sohnes (jetzt 7 Monate, vollgestillt) bin ich immer wieder auf Ihrer Seite unterwegs und gerade am Anfang war das richtige Anlegen meines Kindes gar nicht so einfach. Wir haben viel geübt und dann hat es auch endlich ohne Schmerzen und wunde Warzen geklappt, jedoch bin ich seit dem Auftreten der oberen Schneidezähne am Verzweifeln. Ich habe regelmäßig Abdrücke ca. einen Zentimeter über der Warze auf meinem Warzenhof. Ich weiß einfach nicht, was wir falsch machen und ob die falsche Technik korriegierbar ist. Bei der Stillberatung sagte man, das Kind habe sich die falsche Technik angwöhnt, das sei jetzt so. Haben Sie einen Tipp für mich, ich möchte auf keinen Fall abstillen?

    Ich danke Ihnen für Ihre tolle Seite. Sie ist echt eine Bereicherung für jede Neu-Mama.

    Viele Grüße
    Elsa

    • Liebe Elsa,
      versuchen Sie es doch einmal mit der asymmetrischen Anlegetechnik, die kann auch bei größeren Kindern helfen. Denn die oberen Schneidezähne sind meist vor allem dann ein Problem, wenn das Kind sich “selbst” anlegt und den Kopf nicht genug in den Nacken nimmt, sondern mit leicht nach vorn gebeugtem Kopf die Brustwarze in den Mund nimmt.
      Sie finden sie hier: http://www.stillkinder.de/anlegen-ohne-schmerzen/
      Ich wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin eine schöne Stillzeit.
      Herzliche Grüße,
      Regine Gresens

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